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Bei der Vorstellung des Wahlkampfteams halten sie ein Schild mit den Namen "Sonneborn, Semsrott, Bombe, Krieg, Göbbels, Göring, Speer, Bormann, Eichmann, Keitel, Heß (Stauffenberg)". Es sind die Namen von als Kandidaten aufgestellten Parteimitgliedern, die zum Teil die gleichen Nachnamen wie bekannte Nazis tragen.

"Die Partei"

Martin Sonneborn will AfD bei Europawahl Stimmen abjagen

Martin Sonneborn will im kommenden Jahr mit seiner Partei "Die Partei" erneut für einen Sitz im Europaparlament kandidieren. Deswegen wolle man Kandidaten aufstellen, die die gleichen Nachnamen wie bekannte Nazis tragen.

Der Satiriker Martin Sonneborn (53) will im kommenden Jahr erneut für einen Sitz im Europaparlament kandidieren. Der bei der Wahl 2014 überraschend ins Parlament eingezogene Mitherausgeber des „Titanic“-Magazins stellte am Mittwoch in Brüssel seine Wahlkampfthemen und sein Team vor. Zu diesem gehört unter anderem der Kabarettist Nico Semsrott. Der 32-Jährige ist aus der ZDF-Satiresendung „heute-show“ bekannt und war für die Satire-Partei „Die Partei“ bereits bei der Bundestagswahl angetreten.

Als ein Ziel gaben Sonneborn und Semsrott am Mittwoch aus, der AfD Wähler abzujagen. Deswegen wolle man auch Parteimitglieder als Kandidaten aufstellen, die die gleichen Nachnamen wie bekannte Nazis tragen, erklärte das Spitzenduo. Als Beispiel nannten sie Namen wie Göbbels (in dieser Schreibweise), Göring, Speer und Eichmann. Eventuell könnte dies auch „verwirrte CSU-Wähler“ oder „demente CDU-Wähler“ zu einem Kreuz bei der „Partei“ verleiten, scherzte Sonneborn. Man traue sich zu, bei der Wahl am 26. Mai des kommenden Jahres in Deutschland zwei Prozent der Stimmen zu holen.

Bei der Europawahl 2014 hatte die "Partei" von Sonneborn in Deutschland 0,6 Prozent der Stimmen und damit einen Sitz im Europaparlament bekommen. Etablierte Parteien wie CDU, CSU und SPD waren darüber gar nicht begeistert gewesen. Sie haben sich auf EU-Ebene zuletzt für eine Sperrklausel eingesetzt, die deutschen Kleinstparteien spätestens 2024 den Einzug ins Europaparlament erschweren soll. (dpa)
 

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