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Marseille
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Die Straßen von Marseille.

Vor Präsidentschaftswahlen

Drogen, Gewalt und Rassismus: Warum Marseille ins französische Rampenlicht rückt

  • Ares Abasi
    VonAres Abasi
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Der Mord an einem 14-Jährigen im August 2021 schockiert Frankreich. Präsident Macron besucht Marseille und verspricht Besserung. Doch davon ist nicht viel in Sicht.

Marseille – Die südfranzösische Hafenstadt Marseille hat in den vergangenen Monaten durch den Tod mehrerer Jugendlicher bei Schießereien im Zusammenhang mit Drogen für Schlagzeilen gesorgt Eine Reihe von Morden im Sommer 2021, darunter der an einem 14-jährigen Jungen namens Rayanne Mitte August, war Anlass für zwei Besuche von Präsident Emmanuel Macron im September und Oktober und die Zusage von Milliarden von Euro zur Bekämpfung des Problems.

Im Vorfeld der französischen Präsidentschaftswahlen Anfang 2022 könnte Marseille zu einem heißumkämpften Ort werden, in welchem die Kandidaten ihr Engagement für die Bewältigung der sozialen Probleme beweisen wollen. Armut, Rassismus und Isolation sind gerade in den ärmeren Vierteln von Marseille tief verwurzelt. Viele der dort Wohnenden fühlen sich vernachlässigt und vom Staat im Stich gelassen. Das hat dazu geführt, dass junge Menschen in den Handel mit Drogen wie Cannabis, Kokain und Ecstasy verwickelt worden sind.

Frankreich: Die meisten Opfer in Marseille sind Nordafrikaner

Obwohl die Kriminalitätsrate in Marseille nach Angaben der Polizei niedriger ist als vor fünf Jahren, werden die Opfer von Schießereien immer jünger und viele der strukturellen Probleme wie Armut und Isolation haben sich kaum verbessert. Deshalb weisen Fachleute auf die eigentlichen Ursachen des Problems hin und sagen, der Drogenhandel sei nur die Spitze des Eisbergs.

Der französische Präsident Emmanuel Macron besuchte Marseille und versprach Besserung der sozialen Probleme.

Philippe Pujol, ein in Marseille ansässiger Journalist und Schriftsteller, der sich auf die nördlichen Stadtteile spezialisiert hat, verweist darauf, dass die meisten Opfer aus der nordafrikanischen und komorischen Arbeiterklasse stammen. „Die Menschen, die hier Drogen konsumieren, tun das nicht zum Vergnügen“, sagte er gegenüber dem Nachrichtensender CNN. „Sie tun es, um ihrem schwierigen Leben zu entfliehen - es ist ein Konsum des Unglücks. Und das hängt mit der Tatsache zusammen, dass es keine Arbeitsplätze gibt. Pujol sagt, dass Rassismus und Diskriminierung gegenüber Mitgliedern der nordafrikanischen Gemeinschaft in Marseille weit verbreitet sind. „Es ist viel schwieriger, einen Job zu finden, wenn man Nordafrikaner ist und im Ghetto lebt“, sagt Pujol. „Wenn man seinen Namen und seine Adresse angibt, hat man schon einen schlechten Start“.

Frankreich: Nordafrikaner haben Probleme, Jobs in Marseille zu finden

Die Ermordung des 14-Jährigen Rayanne im August 2021 war ein Wendepunkt in der Einstellung der Öffentlichkeit zur Drogengewalt in Marseille und es folgten kurz hintereinander zwei weitere Schießereien. Es wird angenommen, dass Rayanne das bisher jüngste französische Opfer von Drogengewalt ist. Im Gespräch mit dem CNN-Sender BFMTV betonte seine Familie, dass er nicht in den Drogenhandel verwickelt war, sondern einfach zur falschen Zeit am falschen Ort war. Laut BFMTV laufen die Ermittlungen wegen „Ermordung durch eine organisierte Bande“.

Der erste Besuch Macrons folgte nur wenige Wochen später. Macrons sagte in seiner Rede im September, der Mord habe die Nation „schockiert“. Er forderte von den Einwohner:innen der Stadt öffentliches Engagement und Innovation. Obwohl er „zwischen 3 und 4 Milliarden Euro“ an Hilfe für die Stadt zusagte, von denen mehr als 8 Millionen Euro zur Aufstockung der Polizeikräfte verwendet werden sollen, bleiben viele Menschen in Marseille skeptisch. (Ares Abasi)

Auch Sibirien hat ein Problem mit wachsendem Drogenhandel.

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