Corona-Zahlen „zu früh zu hoch“

Kurz vor Lockdown? Söder warnt eindringlich: „Die schwierigen Monate kommen erst noch“

  • Nico Scheck
    vonNico Scheck
    schließen

Markus Söder sieht das Konzept der Herdenimmunität nicht als Corona-Lösung. Vielmehr warnt er in Deutschland vor einem Lockdown als „Ultima Ratio“.

  • In Bayern steigen die Corona-Zahlen täglich rapide an.
  • Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bringt neue Corona-Regeln ins Spiel.
  • Er sieht Deutschland „näher an einem Lockdown als wir glauben“.

+++ 14.04 Uhr: Auch auf die Grenzregionen ist Markus Söder eingegangen. Diese seien aktuell besonders betroffen. „Unser Ziel ist, dass die Grenzen offen bleiben. Wer das aber will, muss dort mehr Stabilität und Sicherheit vermitteln“, sagte Söder und kündigte eine Testpflicht für Berufspendler aus Corona-Hotspots an.

Herdenimmunität als Corona-Lösung? Söder ist empört - und warnt vor Lockdown

+++ 13.44 Uhr: Söder warnt vor dem Konzept der Herdenimmunität. Diese würde zahlreiche Leben kosten. In Schweden haben dafür die Älteren den Preis bezahlt, betonte der Ministerpräsident und erklärte: „Es geht hier um Respekt und Solidarität der Generationen. Wir sind ein Sozialstaat, kein Ego-Land.“

Einen „flächendeckenden Lockdown wie im Frühjahr“ wolle man nicht, führte Söder weiter aus. Daher sei die Maskenpflicht immens wichtig. Und: „Wir müssen Kontakte reduzieren, um die Welle zu brechen.“ Schließlich wachse die Zahl roter Gebiete: „Die Ampel müssen wir ergänzen um Dunkelrot.“ Heißt übersetzt: „Veranstaltungen werden begrenzt. Auch die Sperrstunde muss auf 21 Uhr angepasst werden.“ Seine klare Botschaft: „Der Lockdown ist nicht gewollt. Aber er kann die Ultima Ratio sein.

Markus Söder, hier mit Angela Merkel, warnt vor einem Lockdown in Deutschland.

Markus Söder warnt vor Corona-Kontrollverlust in Deutschland: „Näher an Lockdown als wir glauben“

+++ 13.36 Uhr: Laut Markus Söder sind die Corona-Zahlen in Deutschland viel zu früh viel zu hoch. „Wir sind noch gar nicht im Winter. Die schwierigen Monate kommen erst noch.“ Daher appelliert Söder an die Bevölkerung in Deutschland, die Pandemie nicht „auf die leichte Schulter“ zu nehmen. Schließlich sehe man derzeit in Paris, Holland oder Tschechien, wie schnell die Situation auch in den Krankenhäusern kippen kann.

+++ 13.20 Uhr: Markus Söder (CSU) hat in Zuge seiner Regierungserklärung erneut vor einem Lockdown gewarnt. „Es droht auch bei uns in Deutschland außer Kontrolle zu geraten. Wir sind einem Lockdown näher als wir glauben“, betonte er. Jetzt brauche es keinen Alarmismus und auch keine Endzeitstimmung, sondern „Ernsthaftigkeit und Seriosität in der Debatte“.

Markus Söder beklagt Corona-Haltung - Jetzt drohen schärfere Maßnahmen

Erstmeldung vom Mittwoch, 21.10.2020, 12.50 Uhr: München - Kommen in Bayern zusätzliche Corona-Beschränkungen? Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus steigen in München und ganz Bayern rapide an. Daher zieht Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) eine Verschärfung der Corona-Regeln in Betracht. So hatte der CSU-Mann in einer Fraktionssitzung einen neuen Grenzwert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen genannt.

NameMarkus Söder
Geboren5. Januar 1967 (Alter 53 Jahre), Nürnberg
Größe1,94 m
EhepartnerinKarin Baumüller (verh. 1999)
ParteiChristlich-Soziale Union in Bayern
AusbildungFriedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (1998)
ElternRenate Söder, Max Söder

Jetzt, bei solch‘ einem hohen Wert, müsse man weitere Maßnahmen in Betracht ziehen, sagte Söder nach Angaben von Teilnehmern. Weitere Details gab es zunächst nicht. Am Mittwochmittag will sich Söder dazu äußern.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert verschärfte Corona-Regeln.

Markus Söder fordert schärfere Corona-Maßnahmen

Schon am Montag hatte Söder seine Forderung nach strengeren Corona-Regeln untermauert. „Es ist auch wichtig, dass wir nicht nur unterschiedliche regionale Konzepte haben, sondern auch mehr einheitliche Linie haben. Wir spüren, dass das ständig nachgesteuert werden muss“, forderte er im ZDF-Morgenmagazin. Seiner Ansicht nach würde ein „grundlegender Durchgriff“, der in einem nationalen Pandemieplan erfolgen könne, auch vor Ort helfen.

Söder rief im gleichen Atemzug zu einer „nationalen Kraftanstrengung“ im Kampf gegen die Krise auf. Deutschland habe derzeit beim Kampf gegen die Corona-Pandemie kein logistisches, sondern ein „politisch-mentales“ Problem. „Seit Monaten wird das Thema zerredet, kleingeredet, es wird schöngeredet“, klagte er. Stattdessen müsse man die Pandemie wieder als Herausforderung verstehen. „Wir brauchen jetzt einen Gemeinschaftsakt - genauso wie bei der ersten Welle.“

Corona-Maßnahmen in Bayern: Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen und Sperrstunde

Noch gilt ab einem Inzidenz-Wert von 35 die Stufe Gelb auf der bayerischen Corona-Ampel. Ab dann greifen in den betroffenen Regionen eine verschärfte Maskenpflicht, striktere Kontaktbeschränkungen und eine Sperrstunde in der Gastronomie. Ab dem Wert 50 schaltet die Corona-Ampel auf Rot, bedeutet dann: Es gelten schärfere Kontaktbeschränkungen und Restaurants müssen noch früher schließen. (nc mit dpa)

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare