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Markus Söder mit neuem Corona-Kurs: „Die Grünen sind das ‚Team Widerspruch‘“

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Von: Tim Vincent Dicke

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Der bayerische Ministerpräsident will nicht mehr nur im „Team Vorsicht“ sein. Wie Markus Söder (CSU) seinen neuen Corona-Kurs erklärt.

München – Markus Söder hat einen neuen Kurs im Kampf gegen die Corona-Pandemie angekündigt. Bisher galt der bayerische Ministerpräsident als Verfechter strenger Maßnahmen zur Eindämmung der Virusverbreitung. Die Omikron-Variante würde die Situation allerdings verändern, so der CSU-Politiker.

Im Exklusiv-Interview mit dem Münchner Merkur* sagte Markus Söder: „Omikron ist nicht Delta. Das heißt: Wir müssen genau justieren, welche Regeln zwingend nötig, aber auch verhältnismäßig sind. Wir wollen ‚Team Vorsicht‘ und ‚Team Augenmaß‘ zusammenbringen.“ Fachleute schilderten bei der Corona-Mutante mildere Verläufe als bei Varianten zuvor, erläutert Söder seine Haltung.

Neue Corona-Strategie: Markus Söder attackiert die Grünen

Tatsächlich gehen zahlreiche Expert:innen davon aus, dass Omikron deutlich weniger schwere Verläufe hervorbringt als Delta. Einzelne Fachleute sprechen sogar davon, dass Omikron der Anfang vom Ende der Pandemie in Deutschland sein könnte – so etwa der von der Bundesregierung berufene Corona-Experte Lars Kaderali. Gegenüber der Nachrichtenagentur dpa sagte Kaderali, „dass Omikron die Tür“ aus der Pandemie sein könnte.

Auf den Vorwurf der bayerischen Grünen, dass Söder ins „Team Leichtsinn“ gewechselt sei, antwortete der Landeschef: „Die Grünen sagen jeden Tag was anderes. Discos auf, Discos zu, Kultur auf, Kultur zu, Schulen auf, Schulen zu – die Grünen sind das ‚Team Widerspruch‘.“

Markus Söder will „tiefe Lehren“ aus Corona-Krise gezogen haben

Die Grünen-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Katharina Schulze, hatte Markus Söder zuvor wegen dessen Corona-Alleingang bei der Gastronomie angegriffen. Bayern geht hier einen Sonderweg, da in Restaurants, Bars und Wirtshäusern nur die 2G-Regel gilt und nicht wie in zahlreichen anderen Bundesländern 2G plus. Söder stellt sich damit gegen die Beschlüsse der Bund-Länder-Runde und der Bundesregierung. Schulze sagte in einem Interview mit dem Bayerischen Rundfunk dazu: „Mit dieser Überlegung, die Markus Söder gerade anstellt, wird er vom Team Vorsicht zum Team Leichtsinn.“

Markus Söder verliert seine FFP2-Maske, die durch die Luft wirbelt
In der Corona-Pandemie will Markus Söder „Team Vorsicht“ und „Team Augenmaß“ kombinieren. © Frank Hoermann/imago

Söder erklärt sein Umdenken in der Corona-Pandemie mit „tiefen Lehren“, die er aus den vergangenen zwei Jahren gezogen habe. „Wir brauchen jetzt, gerade bei Omikron, einen breiteren Ansatz. Es wird nicht mehr ausreichen, die Lage nur medizinisch und virologisch zu betrachten. Wir müssen auch auf die gesellschaftliche und soziale Komponente stärker achten“, sagte der Ministerpräsident dem Merkur.

Corona-Kurs von Markus Söder: „Künftig genauer und verständlicher begründen, was wir tun“

Es gebe zwar eine kleine Gruppe von „Querdenkern“ mit Argumenten, die der CSU-Politiker nicht verstehen könne. Ein anderer Teil der Gesellschaft sei dagegen „erschöpft und müde“ und zweifle allmählich am Sinn einzelner Corona-Maßnahmen. „Unsere Gesellschaft ist nicht in zwei gleiche Teile gespalten, aber sie ist geteilt.“

Kapital aus der Gesundheitskrise könnten Politiker:innen nicht schlagen: In der Corona-Pandemie mache man sich weder mit einem extrem liberalen noch einem harten Kurs politisch beliebt. Markus Söder plädiert: „Wir müssen erkennen, dass die Gesellschaft mehr von uns erwartet, als jeden Tag nur neue Verordnungen zu erlassen. Wir müssen künftig genauer und verständlicher begründen, was wir tun.“ (tvd) *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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