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Markus Söder (CSU) spielte eine Rolle bei der Wahl des Kanzlerkandidaten der CDU.
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Markus Söder (CSU) spielte eine Rolle bei der Wahl des Kanzlerkandidaten der CDU.

Bayern-Chef

Markus Söder – Der Krisen-Manager in der Corona-Pandemie

  • Isabel Wetzel
    VonIsabel Wetzel
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Markus Söder ist einer der wohl präsentesten Politiker. In der K-Frage unterlag er Armin Laschet. Das ist Bayerns Ministerpräsident.

  • Markus Söder war klassischerweise ein möglicher Kanzlerkandidat für die CDU
  • Sein Krisenmanagement in der Corona-Pandemie hat den Politiker in den Umfragen ganz nach vorne gebracht. 
  • Im direkten Duell behielt jedoch Armin Laschet die Oberhand in der K-Frage.

Frankfurt – Das Rennen um den CDU-Vorsitz und auch um die berühmte K-Frage ist entschieden. Armin Laschet hatte sich durchgesetzt. Er trat als Kanzlerkandidat der Union bei der Bundestagswahl 2021 an. Denn 2021 gingen in Deutschland 16 Jahre Angela Merkel zu Ende. Auch Markus Söder galt lange als möglicher Kandidat auf die Nachfolge.

Seit dem Rückzug von Annegret Kramp-Karrenbauer wurden hauptsächlich drei Kandidaten gehandelt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, CDU-Politiker Friedrich Merz oder der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, Laschet. Letzterer setzte sich am Ende durch. Markus Söder hatte in der Kanzler-Frage bislang immer beteuert, sein Platz sei in Bayern. Die finale Entscheidung fiel dann aber doch zwischen ihm und Laschet.

Markus Söder als „Krisenmanager“ - Der präsenteste Politiker in der Corona-Krise

Da die Umfragewerte von Markus Söder glänzend sind, bekamen Spekulationen über seine Kandidatur als Bundeskanzler außerdem neue Nahrung. Gerade in der Corona-Krise ist Söder zu einer Art „Krisenmanager“ gewachsen. Nicht nur als Ministerpräsident für Bayern, sondern in seinen Rollen als CSU-Vorsitzender und Vorsitzender der Ministerpräsidenten auch für Deutschland und für die Kommunikation zwischen Bund und Ländern. In Krisen kristallisieren sich Format und Stärken von Politikern schließlich am besten heraus.

Beruflicher und Politischer Werdegang 

Dr. Markus Thomas Theodor Söder
Geboren5. Januar 1967
ParteiChristlich-Soziale Union in Bayern
AmtBayerischer Ministerpräsident seit 2018
CSU-Parteivorsitzender seit 2019
AusbildungFriedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg (u.a.); Jura-Studium
Familienstandverheiratet, 4 Kinder
EhefrauKarin Baumüller-Söder (verh. 1999)

Markus Söder ist ein Typ. Der 1,94 Meter große Politiker tritt stets mit einem selbstsicheren Lächeln in die Öffentlichkeit. Er gilt weitgehend als sehr direkter und oft auch mal unbequemer Politiker

Söder wurde 1967 in Nürnberg geboren. Den Lebenslauf des Politikers gibt es in aller Ausführlichkeit auf der Webseite der Bayerischen Staatsregierung. Für einen Überblick von seinem Weg zum Bayerischen Ministerpräsidenten und zum möglichen Kanzlerkandidaten reicht jedoch ein Schnelldurchlauf. 

Markus Söder: Schon in jungen Jahren heißt es für ihn CSU

Söder macht sein Abitur 1986 am Nürnberger Dürer-Gymnasium. Im Anschluss absolviert er ein Jura-Studium an der Universität in Erlangen. Ab 1992 macht Markus Söder einen Abstecher in den Journalismus. Er absolviert ein Volontariat beim „Bayerischen Rundfunk“ (BR) und arbeitet dort anschließend als Redakteur. Bereits kurz nach seinem 16. Geburtstag 1983 tritt Söder der CSU bei. 1994 wird er dann erstmals in den Bayerischen Landtag gewählt. Während die politische Karriere anläuft, promoviert Markus Söder 1998 noch an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg. 

Und politisch hat er noch einen zweiten Doktortitel abgegrast: Bei der SPD habe er den Spitznamen „Dr. No“ bekommen, wie der einstige Bond-Bösewicht. Söder gibt sich gelassen: „Den Titel hat schon einmal jemand gehabt - nämlich Edmund Stoiber. Er wurde auch mal „Dr. No“ genannt, weil er verschiedene unsinnige Vorschläge in Berlin verhindert hat. Insofern ist das eher ein Ehrentitel.“

Dann geht es bei der Union richtig los - Ein Überblick: 

  • 1995 - 2003: Landesvorsitzender Junge Union Bayern
  • 2003 - 2007: CSU-Generalsekretär
  • 2008 - 2011: Bayerischer Umwelt- und Gesundheitsminister
  • 2011 - 2018: Bayerischer Finanzminister
  • seit dem 16.03.2018: Bayerischer Ministerpräsident
  • seit dem 19.01.2019: CSU-Parteivorsitzender

CSU-Chef Söder setzt auf Umweltpolitik - Strategie für die Bundestagswahl? 

Bekannt wurde Markus Söder besonders durch den monatelangen Machtkampf mit Bundesinnenminister Horst Seehofer um den CSU-Vorsitz und das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten. 

Markus Söder verkleidet an der Prunksitzung des Fränkischen Fastnachtsverbandes „Fastnacht in Franken“ neben dem damaligen Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer.

Für Aufmerksamkeit sorgten auch Söders Sinneswandel in den Bereichen Umweltschutz und Seenotrettung. Sprach Söder 2018 noch von „Asyltourismus“, so will er heute nicht mehr mit diesem Begriff in Verbindung gebracht werden - setzt sich stattdessen für eine europäische Lösung im Bereich der Seenotrettung auf dem Mittelmeer ein. Auch gilt Söder traditionell als Verteidiger der Interessen der Landwirte - wechselte in der zweiten Jahreshälfte 2019 aber den Kurs, nahm sich des bayerischen Volksbegehrens zur Rettung der Bienen an und plant nun die CO2-neutrale Arbeit seiner Parteizentrale in München. War die CSU bei der Umweltpolitik bisher eher konservativ, machte Söder kürzlich den Vorstoß, den Kohleausstieg auf 2030 vorzuziehen. Ein Brückenschlag zu den erstarkenden Grünen? Der Klimaschutz sei eine moralische Verpflichtung - sagt er zumindest.

Markus Söder ist ein Medienexperte - Schlüssel zum Erfolg?

Ein wichtiger Faktor für den Erfolg von Markus Söder ist sicherlich auch sein Umgang mit den Medien. In einem Interview mit „bunte.de“ sagte er schon 2014, Twitter und Facebook seien „als Vertriebs- und Kommunikationsweg eine wichtige Sache“. Und daran hält er sich auch selbst. Auf allen Kanälen weist Söder eine souveräne Präsenz auf. Er erklärte: „Die Welt ändert sich eben. Entweder du gehst mit der Welt, oder die Welt geht ohne dich.“

Sein Privatleben hält der Politiker dagegen weitgehend aus der Öffentlichkeit fern. So präsent Söder beruflich ist, so verhalten ist er im Privaten. 

Markus Söder beherrscht es, sicherlich auch wegen seines Karriere-Abschnitts als Medien-Volontär und Redakteur, sich als Person des öffentlichen Interesses in den sozialen Netzwerken zu inszenieren.

Markus Söder live und in Bild und Farbe gibt es zuhauf auf seinen Social Media Kanälen auf Twitter, Instagram und Facebook. Er pflegt die Kanäle akribisch und füllt sie mit neuen Inhalten. Allein in der ersten Hälfte 2020 - die politisch natürlich eine sehr bewegte Jahreshälfte war - hat Söder mehr als 280 Posts auf Instagram veröffentlicht. Insgesamt zählt der Account aktuell (Stand 26.06.2020) 2831 Posts. Das ist eine Hausnummer.

Söders Rolle im Rennen um die Kanzlerkandidatur

Doch zurück zur entscheidenden Frage: Kann Söder Kanzler? Lange schien es, als wäre Söder kein Kandidat als Bundeskanzler. Er selbst hat immer wieder erklärt, sein Platz wäre in Bayern. Auch die Partei-Kollegen der CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Armin Laschet, schienen sich auf die Absage zu verlassen. Letztlich wollte Söder doch, konnte sich aber nicht gegen Laschet durchsetzen.

Markus Söder räumt mit dem Klischee der „Hofbräuhaus-Regierung“ auf

Dass ein Bayer nicht Bundeskanzler werden kann - mit diesem Irrglauben räumt CSU-Chef Markus Söder trotz seiner anhaltenden Absagen auf: Einer habe es bisher geschafft, „nämlich Ludwig Erhard, ein Franke, ein Fürther“, sagt Söder in der ersten Folge des Podcasts „Wickert trifft“ des Journalisten Ulrich Wickert. Söder schränkt aber ein: „Der galt dann nicht so als Bayer, er war ja bei der CDU.“ Ihm sei bewusst, dass es trotz seiner guten Umfragewerte durchaus Vorbehalte gegen einen Bundeskanzler aus Bayern gibt. Im Podcast scherzt er: „Es gibt schon den einen oder anderen, der sagt: ‚Mensch, muss jetzt Deutschland vom Hofbräuhaus aus regiert werden‘“.

Er weiß aber auch: Als Bundeskanzler Söder würde er sicherlich in die Geschichtsbücher eingehen. Der erste Kanzler aus Bayern wäre er zwar nicht. Aber der erste CSU-Politiker im Kanzleramt.

Kanzler-Frage - Die Entscheidung fällt im April

Am 20. April fiel die endgültige Entscheidung. Söder selbst hatte die Partei zuvor aufgefordert, eine klare zeitliche - und damit automatisch auch fachliche - Trennung zwischen den Entscheidungen um den CDU-Vorsitz und den Kanzlerkandidaten zu wahren. Ganz anders sah das der Konkurrent Armin Laschet. Er ist der Meinung, der CDU-Vorsitz hänge unmittelbar mit der Kanzlerkandidatur zusammen. Kein Wunder. Am Ende behielt er recht.

Bei der Bundestagswahl 2021 holte die CDU insgesamt 22,5 Prozent der Erststimmen und 18,9 Prozent der Zweitstimmen. Die CSU hingegen holte 6,0 Prozent der Erststimmen und 5,2 Prozent der Zweitstimmen. Damit musste die Union die Regierungsverantwortung abgeben und wechselte in die Opposition.(iwe) 

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