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Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gibt sich als guter Verlierer, lässt aber nicht aus, zu betonen, dass er findet der bessere Kandidat fürs Kanzleramt gewesen zu sein.
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Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gibt sich als guter Verlierer, lässt aber nicht aus, zu betonen, dass er findet, der bessere Kandidat fürs Kanzleramt gewesen zu sein.

Union

Söder stichelt weiter gegen Laschet und warnt: „Ich komme wieder, keine Frage“

  • Sophie Vorgrimler
    VonSophie Vorgrimler
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Armin Laschet tritt für die Union als Kanzlerkandidat an. Markus Söder gibt sich als guter Verlierer, hält sich aber dennoch für die bessere Wahl.

München - Es scheint, die verpasste Kanzlerkandidatur bei gleichzeitigem Zuspruch hat Markus Söder (CSU) einen Ego-Boost verschafft. In einem Interview mit der „Süddeutschen Zeitung“ am Freitag zeigte sich der CSU-Vorsitzende trotzig selbstsicher - und konfrontiert Union, CDU und seinen ehemaligen Kontrahenten im Kampf um die Kanzlerkandidatur Armin Laschet mit den Erwartungen, denen er selbst nicht entsprechen muss.

Es schwingt durchgehend mit, dass er sehr sicher ist, dass er die Erwartungen hätte erfüllen können - und sich nach wie vor für den besseren Kanzlerkandidaten hält. Fast, als hätte er die Hoffnung, das letzte Wort sei noch nicht gesprochen.

Er sei sehr mit sich im Reinen, weil er nicht „vor einer wirklich gewaltigen Herausforderung“ in einer „solch schwierigen Phase für die Union gekniffen“ hätte, heißt es von Söder im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“. Mit der Kandidatur um die Kandidatur für das Kanzleramt nach der Bundestagswahl 2021 sei er der „massiven Aufforderung aus der CDU und der Bevölkerung“ gefolgt. „Ich bin aus Verantwortung für das Land angetreten.“

Markus Söder als Kanzler? „Hätte Rolle der CSU neu definiert“

Nach reichlicher Überlegung habe Söder sich dann am 10. April zur Bewerbung entschieden. Eine Entscheidung, die offenbar mit großer Überzeugung fiel. Seine Rede im Bundestag, mit der er versuchte, die CDU-Basis von sich zu überzeugen - und dabei doppelt so lange sprach wie der CDU-Vorsitzende Armin Laschet - wurde als Kampfansage verstanden. Der weitere Verlauf ist Geschichte.

Wäre er Kanzlerkandidat und am Ende eventuell Kanzler geworden, betont Söder, hätte das „die Rolle der CSU völlig neu definiert“. Auch wegen solcher Aussagen wurde Söders offensives Auftreten bei der Bewerbung als kleiner Putschversuch gegen die große Schwester CDU verstanden und viele befürchteten, der „Machtkampf“ zwischen den Politikern könne die Beziehung zwischen CDU und CSU nachhaltig belasten.

Markus Söder „mit Ergebnis mehr im Reinen als Teile der CDU“

Was den Ausgang seiner Bewerbung um die Kanzlerkandidatur für die Union angeht, also die Entscheidung der CDU-Basis gegen ihn, gibt sich Söder als guter Verlierer. „Es war von Anfang an klar: Wenn die große Schwester es will, bin ich bereit - und wenn nicht, ist es auch in Ordnung.“ So ähnlich hatte der CSU-Politiker es auch bei der Verkündung seines Interesses verlauten, sein Auftreten hatte jedoch das Gegenteil vermuten lassen. Er sei „mit dem Ergebnis mehr im Reinen als Teile der CDU-Basis“, stichelt er dann aber doch. „Dort“, merkt er an, gebe es ja nun „gehörigen Diskussionsbedarf“.

Söder selbst glaubt, die Union brauche nach der Merkel-Ära einen „neuen Aufbruch“, die Erwartungen der Menschen seien „derart hoch“, man müsse mit dem „Zeitgeist“ gehen, müsse die „Zukunftshoffnungen“ der Menschen ansprechen. „Keiner will die alte Union aus den 90er-Jahren zurück. Wir brauchen einen politischen New Deal statt Old School“, so der bayerische Ministerpräsident und Vorsitzende der CSU.

Union: Markus Söder verweist im Zweikampf mit Laschet auf die Umfragen

Diese Ansicht vertrat am Ende dann doch nicht die Mehrheit des CDU-Bundesvorstands - oder sah das nicht in seiner Person erfüllt. Söder habe das Votum des CDU-Bundesvorstandes trotz seines Angebots, „das auf eine breite Unterstützung der Basis in den Unionsparteien, der Bundestagsfraktion und der Bevölkerung gestoßen ist“, aus „Verantwortung für die Union“ akzeptiert.

Immer wieder betonte er im parteiinternen Mini-Wahlkampf, dass er laut Umfragen bei der Bevölkerung besser ankommt als Laschet - auch im Nachgang scheint Söder das Umfragen-Argument schlagend: „Umfragen sind eine Sammlung von Projektionen: Was erwarten und wem vertrauen die Menschen?“

K-Frage der Union - Söder: „Ich komme wieder, keine Frage“

Nun ist die Entscheidung gefallen - und jetzt, wo er nicht am Zug ist, nimmt auch Söder die Gelegenheit noch einmal wahr, etwas Druck auf die Laschet-Kandidatur auszuüben. „Die Entscheidung lag in den Händen der CDU“, sagt er. Sie übernehme damit „die Verantwortung für das Verfahren und das Ergebnis“ der Bundestagswahl.

So überzeugt er von sich ist und so skeptisch er dem Erfolg der Union gegenübersteht - auch wenn er als „aktiver Teil des Wahlkampfs mitwirken“ möchte - scheint es etwas, als habe er noch Hoffnung. Ob Zwischenergebnisse, wie die auf den 20. April vorgezogene „Sonntagsfrage“ des Sozialforschungsinstituts Forsa ihn darin bestärken? Dort liegt die CDU mit 21 Prozentpunkten plötzlich sieben Prozentpunkte unter den Grünen (28 Prozent), deren Co-Vorsitzende Annalena Baerbock am Montag (19.04.2021) ihre Kandidatur für das Kanzleramt verkündete. Markus Söder schließt: „Wie sagt Paulchen Panther immer: Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder, keine Frage.“

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