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Winfried Kretschmann, Grüne
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Winfried Kretschmann musste sich bei Markus Lanz erklären. Thema war der „Alleingang“ Baden-Württembergs bei den Corona-Beschlüssen. (Screenshot)

„Alleingang“ bei Schulöffnungen

Als Markus Lanz nachhakt, wird Kretschmann plötzlich laut: „Keine Schurken am Werk“

  • Tobias Utz
    vonTobias Utz
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Baden-Württemberg wich als erstes Bundesland von den neuen Corona-Beschlüssen ab. Winfried Kretschmann platzt auf Nachfrage bei Markus Lanz (ZDF) der Kragen. 

  • Winfried Kretschmann war im TV-Talk bei Markus Lanz zu Gast.
  • Dabei verlor der Ministerpräsident von Baden-Württemberg im ZDF die Fassung.
  • Hintergrund war die Debatte um Schulöffnungen in der Corona-Pandemie.

Frankfurt/Hamburg – Als Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Mitte Januar die Verlängerung des Corona-Lockdowns in Berlin bekannt gab, wurde in Stuttgart bereits eine Erklärung der Landesregierung vorbereitet. Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, erklärte, dass man Schulen und Kitas bereits ab dem 01. Februar 2021 – schrittweise – wieder öffnen werde. Merkel hatte zuvor noch davon gesprochen, dass dies erst ab dem 14. Februar 2021 der Fall sein solle.

Schnell geisterten Schlagzeilen, wie „Erstes Bundesland schert aus“ oder „Kretschmann stellt sich gegen Merkel“ durch die Medienlandschaft. Kritik prasselte auf den grünen Ministerpräsidenten ein. Am Dienstagabend (26.01.2021) bezog Kretschmann im TV-Talk von Markus Lanz schließlich Stellung und erklärte den „Alleingang“.

Winfried Kretschmann bei Markus Lanz im ZDF: „Ich ziehe mit der Kanzlerin an einem Strang“

Dabei betonte der 72-Jährige mehrfach, dass sich die baden-württembergische Landesregierung an die Beschlüsse der Bund-Länder-Konferenz halte. „Ich zieh mit der Kanzlerin an einem Strang“, sagte er im weiteren Verlauf der Sendung. Moderator Markus Lanz erschienen diese Antworten wohl nicht ausreichend. Er wollte sich offenbar nicht mit politischen Floskeln zufriedengeben. Daraufhin platzte Kretschmann der Kragen im TV: „Man muss nicht jede kleine Abweichung aufbauschen.“ Es müsse nicht so getan werden, „als seien da Schurken am Werk“, betonte er.

Grundschulen und Kindertagesstätten bereits zu Beginn des Februars zu öffnen, sei eine faktenbasierte Entscheidung. Kretschmann sprach von belastbaren Daten: Diese würden beispielsweise zeigen, dass das Infektionsrisiko mit dem Coronavirus unter unter-zehnjährigen Kindern unwahrscheinlicher sei, als unter Erwachsenen. Ergebnis einer Studie aus den Anfangszeiten der Pandemie. Markus Lanz merkte an, dass dies wohl nicht den aktuellen Stand widerspiegele, beispielsweise würden aktuell verschiedene Corona-Varianten in Deutschland kursieren, wie B.1.1.7. Kretschmann entgegnete, dass Experten ihm den Forschungsstand erklärt hätte – „Das ist belastbar“, so der Ministerpräsident.

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Nach seinem „Alleingang“ musste Kretschmann sich auch aus der eigenen Partei Kritik anhören. Jürgen Trittin wütete zum Beispiel auf Twitter, dass die „Propagandisten einer baldigen Schulöffnung“ lediglich eine Frage beantworten müssten: „Wie viele Tausend Tote sind ihnen die Vermeidung später behebbarer Lerndefizite wert?“ Moderator Lanz merkte an: „Der meint Leute wie Sie“, was Kretschmann in bekannter Souveränität abhandelte.

Es sei immer möglich, sich „martialisch“ zu äußern. Er hingegen wolle bei „den Kleinsten“ mit der „Goldwaage“ wiegen, „das sind wir ihnen schuldig“, so Kretschmann im ZDF.

Sendung verpasst?

Hier können Sie die Markus Lanz-Folge vom 26.01.2021 in der ZDF-Mediathek anschauen.

Corona in Baden-Württemberg: Öffnungen von Schulen und Kitas wahrscheinlich

Weiterhin ist geplant, die Schulen und Kindertagesstätten am Montag (01.02.2021) schrittweise zu öffnen. Die finale Entscheidung soll allerdings am Mittwoch beziehungsweise Donnerstag (28.01.2021) fallen, wie der „SWR“ berichtet. Aus schulischer Perspektive geht es bei der Entscheidung vor allem um Grundschulen. Weiterführende Schulen und Berufsschulen sollen erst am 14. Februar 2021 wieder öffnen.

Die Corona-Fallzahlen sinken in Baden-Württemberg seit mehreren Wochen konstant. Mittlerweile liegt der durchschnittliche Inzidenzwert im Bundesland bei 86,9 (Stand: 27.01.2021). Zum Vergleich: Ende des Jahres 2020 lag dieser noch bei circa 200. Konkret sollen die Schulöffnungen wie folgt ablaufen: Laut Kretschmann gebe es keine Präsenzpflicht. Die Notbetreuung sei gewährleistet und die Klassen würden halbiert, so der Ministerpräsident. Für das Lehrpersonal stünden professionelle Masken zur Verfügung.

Kretschmann und Co. ringen aktuell um gute Umfragewerte – denn: Im März 2021 steht die Landtagswahl in Baden-Württemberg an. Erste Prognosen sehen vor allem zwei Parteien vorn. (Tobias Utz)

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