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Markus Lanz (ZDF): Atombombe als „psychologische Waffe“ - Putins Kriegsführung in der Ukraine

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Von: Moritz Post

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Neben dem Ukraine-Krieg diskutierten Markus Lanz und seine Gäste im ZDF auch die Kritik an Bundesjustizministerin Christine Lambrecht wegen eines Helikopterflugs mit ihrem Sohn.
Neben dem Ukraine-Krieg diskutierten Markus Lanz und seine Gäste im ZDF auch die Kritik an Bundesjustizministerin Christine Lambrecht wegen eines Helikopterflugs mit ihrem Sohn. © Screenshot/ZDF

Der Bundesjustizminister, ein Psychiater und eine Politologin diskutieren bei Markus Lanz (ZDF), ob sich Deutschland dem Kriegseintritt nähert.

Hamburg – Am späten Mittwochabend in ZDF dreht sich bei Markus Lanz erneut alles um den Krieg in der Ukraine. Dieses Mal zu Gast ist der Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP), dem Lanz mit der Frage begegnet, ob sich Deutschland durch die Ausbildung ukrainischer Soldat:innen an der deutschen „Panzerhaubitze 2000“ nicht immer weiter auf den Eintritt in den Konflikt als Kriegspartei zubewege. 

Ebenso zu Gast im ZDF-Talk ist die F.A.Z.-Journalistin und Völkerrechtlerin Helene Bubrowski. Der Psychiater Manfred Lütz spricht am Mittwochabend über den psychischen Zustand des russischen Präsidenten Wladimir Putin sowie die Rolle, die der mögliche Einsatz von Atomwaffen in der psychologischen Kriegsführung spielen kann. Vervollständigt wird die Runde durch die Politologin Gwendolyn Sasse vom Berliner „Zentrum für Osteuropa- und Internationale Studien“.

Markus Land (ZDF): Gäste unterstellen Verteidigungsministerin Lambrecht mangelnde Kompetenz

Als Marco Buschmann (FDP) zu Beginn der Sendung auf die Bundesministerin für Verteidigung Christine Lambrecht (SPD) angesprochen wird, die zurzeit wegen eines Helikopterfluges mit ihrem Sohn in der Kritik steht, blockt er noch ab: Er werde im ZDF nichts „Abschätziges über eine Kollegin“ sagen und äußert verhalten Verständnis für die Kritik an der Bundesministerin. Seine Kollegin von der SPD gerät auch vor dem Hintergrund des Ukraine-Krieges in die Kritik der Journalistin Helene Bubrowski, die der Verteidigungsministerin nicht nur mangelnde Sach- und Ressortkenntnis vorwirft. Vielmehr kritisiert Bubrowksi den Führungs- und Arbeitsstil der Ministerin und stellt die Frage: „Wie ernsthaft ist Frau Lambrecht eigentlich daran gelegen, ihren Job zu machen?“

Der Psychiater Manfred Lütz unterstellt der Verteidigungsministerin ebenfalls mangelnde Kompetenz und einen unpassenden Ton in der aktuellen Situation mit einem Krieg im Osten Europas. Dies sei unter anderem angesichts der die Politik begleitenden Rhetorik entscheidend. 

Für Lütz besteht die Gefahr russischer Atomwaffen in der abschreckenden Wirkung: „Ich denke, die Atomwaffe ist eine psychologische Waffe.“ So habe aber beispielsweise die Kubakrise gezeigt, dass politische Initiativen und internationale Verträge diese Gefahr einhegen könnten, wie Lütz bei Markus Lanz betont. Dies funktioniere mitunter auch in Deutschland, da Bundeskanzler Olaf Scholz im Februar öffentlich seine Angst vor einem dritten Weltkrieg geäußert hat. „Da knallen bei Herrn Lawrow die Korken!“, kritisiert der Psychiater, der die aktuelle Situation als gefährlicher als die Kubakrise im Jahr 1962 einschätzt.

Politikwissenschaftlerin warnt bei Markus Lanz (ZDF): Wechselnde Positionen in der Regierung zum Ukraine-Krieg verunsichern die Bevölkerung

Dem pflichtet die Politikwissenschaftlerin Gwendolyn Sasse bei und betont zugleich die Komplexität der Aufgabe, derer sich die Bundesregierung mit dem Beginn des russischen Angriffskrieges in der Ukraine ausgesetzt sah. Hierbei äußert sie Verständnis für die Bundesregierung, die der Herausforderung gegenüberstand, eine konsistente Position entwickeln und kommunizieren zu können. Zugleich stellt sie aber heraus, dass wechselnde Positionen in der politischen Führung negative, verunsichernde psychologische Effekte auf die Bevölkerung im Inneren haben.

Markus Lanz (ZDF): Diese Gäste saßen im Studio
Marco Buschmann (Bundesjustizminister, FDP)
Helene Bubrowski (Völkerrechtlerin und FAZ-Journalistin)
Gwendolyn Sasse (Politologin und Direktorin des Zentrums für Osteuropa- und internationale Studien)
Manfred Lütz (Psychiater)

Und für Bundesjustizminister Marco Buschmann steht fest, dass Wladimir Putin im aktuellen Konflikt rational handelt und die Angst westlicher Staaten kalkuliert in seine Strategie einbaut. Bei der Krim-Krise 2014 habe Russlands Präsident austesten wollen, wie die Welt reagiere. Die Erkenntnisse hieraus habe Putin in diesem Jahr einfließen lassen. So habe dieser im Jahr 2022 nach der Prämisse „Wie die Welt damals reagiert hat, kann ich es mir ja erlauben“ gehandelt. Diese Situation sei nun grundlegend verscheiden. 

Markus Lanz im ZDF: Justizminister wertet Waffenlieferung nicht als Eintritt in den Krieg

Der Bundesjustizminister versucht bei Markus Lanz die Befürchtungen zu zerstreuen, dass Deutschland bald als Kriegspartei in den Ukraine-Krieg hineingezogen werden könnte. Dennoch sei die Linie der aktuellen Bundesregierung eindeutig: „Wir unterstützen die Ukraine so, dass sie diesen Krieg nicht verliert“, stellt Marco Buschmann im ZDF-Talk nochmals klar – auch im Hinblick auf das Liefern von schweren Waffen an die Ukraine, wie aktuell die „Panzerhaubitze 2000“. 

Justizminister Buschmann beruft sich hierbei vor allem auf die Legitimität des Helfens von Kriegsparteien bei der Verteidigung des eigenen Landes. So liefere die UN-Charta die völkerrechtliche Grundlage für die Belieferung und Ausbildung ukrainischer Militärs an deutschen Waffen, ohne zugleich aktiv in einen Krieg einzutreten. (Moritz Post)

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