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Von: Martin Benninghoff

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Yoon Suk Yeol (61).
Yoon Suk Yeol (61). © AFP

Südkoreas Staatsoberhaupt Yoon ist vereidigt. Er will einen härteren Kurs als sein Vorgänger gegenüber Nordkora fahren – und gleichzeitig Pjöngjang zum Dialog einladen.

Südkoreas vereidigter Präsident Yoon Suk Yeol hat in seiner Antrittsrede vor der Nationalversammlung in der Hauptstadt Seoul die Tonlage gegenüber Nordkorea verschärft. Im Gegensatz zu seinem liberalen Vorgänger Moon Jae In, der oft moderate Worte fand, bezeichnete der konservative 61-Jährige Nordkoreas Atomprogramm als „Bedrohung für die Sicherheit Südkoreas, der Region und der Welt“. Die „Tür zum Dialog“ bleibe offen, „damit wir diese Bedrohung friedlich lösen können“.

Nordkorea hat seit Anfang des Jahres 15 Raketentests vorgenommen, mehrere unmittelbar vor der Amtseinführung des neuen Präsidenten. Yoon hat deutlich gemacht, dass er eine „vollständige Denuklearisierung“ Nordkoreas verlangt, was das Regime von Diktator Kim Jong Un in Pjöngjang ablehnt. Yoon stellte im Gegenzug einen „mutigen Plan“ in Aussicht, der Nordkoreas Wirtschaft stärken und die Lebensqualität der rund 26 Millionen Menschen im verarmten Norden der koreanischen Halbinsel verbessern soll.

Südkorea: Beziehungen zu Peking und Tokio sollen verbessert werden

Die Argumentation ähnelt an der Stelle der des früheren US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump, der für die Aufgabe der Atomwaffen umfangreiche Investitionen beispielsweise in den bislang sehr kleinen Tourismussektor in Aussicht gestellt hatte, etwa an den Stränden der Küstenstadt Wonsan.

Den Konflikt mit Nordkorea wird ein südkoreanischer Präsident alleine nicht lösen können. Yoon versprach auch deshalb, die Beziehungen zu China, das wie ein Schutzschirm für das Regime in Pjöngjang fungiert, und zu Japan verbessern zu wollen. Angesichts der weltweiten Krisen und Kriege verbreitete er auch Optimismus: „Wir Koreaner haben uns nie unterkriegen lassen. Und sind stärker und weiser geworden“, sagte er. Insgesamt nahmen an den Feierlichkeiten zur Amtseinführung rund 40 000 Menschen teil.

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