Sein Werben für die IT-Firma „Augustus“ hat für Philipp Amthor Folgen.
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Sein Werben für die IT-Firma „Augustus“ hat für Philipp Amthor Folgen.

Lobby-Affäre

Die Marke Amthor hat einen Kratzer

  • Daniela Vates
    vonDaniela Vates
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Die Lobby-Aktivitäten des CDU-Hoffnungsträgers könnten seine Karriere bremsen – und auch der Partei Probleme bereiten.

Einer ihrer Shootingstars ist in Schwierigkeiten geraten und in der CDU-Bundeszentrale bleibt es erst einmal still. Die Parteigremien tagen nur alle zwei Wochen – und nicht an diesem Montag. Im Bundestag sammelt sich die Fraktion, es ist die vorletzte Sitzungswoche vor der Sommerpause. Man sei wenig begeistert über den Vorgang, heißt es.

Philipp Amthor ist mit dem Ärger erstmal allein. Der 27-Jährige, der binnen weniger Jahre mit Kritik an der AfD, flottem Mundwerk und einem konservativen Anzug-Krawatten-Look zu einem der bekanntesten Gesichter der CDU geworden ist, hat einem Bericht des „Spiegel“ zufolge die Grenzen für Lobbyarbeit ziemlich weit ausgelegt. Er setzte sich für ein IT-Unternehmen namens Augustus ein, in dem er einen Direktorenposten bekleidete – samt Aktienoptionen, Mailadresse und Visitenkarte – und mit dessen Mitarbeitern er Reisen unternahm.

Auf seinem Abgeordneten-Briefpapier warb er demnach bei Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) für „ein spannendes und politisch viel versprechendes Investitionsvorhaben“ von Augustus.

Amthor hat schnell reagiert auf den „Spiegel“-Bericht. „Ich bin nicht käuflich“, erklärte er. Aber er könne die Kritik nachvollziehen, er habe sich angreifbar gemacht. „Es war ein Fehler“, verkündete Amthor. Er habe die Nebentätigkeit beendet und die Aktienoptionen zurückgegeben.

Es kann sein, dass das nicht die einzige Folge bleibt. Das klingt durch bei Eckhardt Rehberg, der nicht nur haushaltspolitischer Sprecher der Unions-Fraktion ist, sondern auch Interims-Chef der CDU in Amthors Heimat Mecklenburg-Vorpommern. „Da sind noch ein paar Punkte offen“, sagte Rehberg der „Bild“-Zeitung. Die Bezahlung von Flügen und Hotelübernachtungen müsse geklärt werden.

Unions-Fraktionsvize Johann Wadephul betont: „Es gilt die Unschuldsvermutung.“ Wenn Amthor sage, dass er nicht käuflich gewesen sei, „sollte daraus nicht mehr gemacht werden, ohne Beweise vorzulegen“. Er verweist auch auf Amthors Unerfahrenheit: „Er ist eben noch jung und da trifft man im Überschwang noch leichter falsche Entscheidungen.“

Die Marke Amthor hat einen Kratzer, das dürfte feststehen. Das ist nicht nur ein Problem für Amthor, sagen manche in der CDU. Der junge Jurist hatte bis vergangene Woche gute Chancen, den Vorsitz der CDU Mecklenburg-Vorpommern zu übernehmen. Der bisherige Vorsitzende Vincent Kokert war vor wenigen Monaten in die Wirtschaft gewechselt. Amthors Konkurrentin hatte kurz vor der „Spiegel“-Veröffentlichung zurückgezogen. Der Vorsitz könnte der Ausgangspunkt sein für mehr: 2021 wird in Mecklenburg-Vorpommern gewählt, ein Parteivorsitzender ist immer ein Anwärter auf eine Spitzenkandidatur.

Es sei keine schlechte Idee, wenn die CDU gegen Amtsinhaberin Manuela Schwesig mit einem Landrat ins Rennen gehe, heißt es nun an mancher Stelle in der CDU. Amthor müsse sonst für eine Landtagswahl mit ungewissem Ausgang sein Bundestagsmandat aufgeben – die CDU landete bei der vergangenen Wahl in Mecklenburg-Vorpommern hinter der AfD auf dem dritten Platz.

Und da wird das Problem Amthors dann doch zu einem der CDU. Mit dem konservativ auftretenden Amthor – stets mit einem Pin in Deutschlandfahnen am Revers – hätte die CDU AfD-Wechselwähler ansprechen können und möglicherweise auch junge Wähler. „Das könnte jetzt schwieriger werden“, heißt es in der CDU.

In eine andere Debatte könnte der Fall neuen Schwung bringen. Ausgerechnet in dieser Woche wollen die Koalitionsfraktionen erneut über ein Lobbyregister verhandeln. Die Union ist da bislang zurückhaltend gewesen.

Das Bundeswirtschaftsministerium hat mittlerweile versichert, mit Augustus nie über Fördergelder oder Kooperationen gesprochen zu haben.

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