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Manuela Schwesig.

Manuela Schwesig

Erfolgreich in Berlin, geschwächt in Schwerin

Hoffnungsträgerin Manuela Schwesig lässt sie sich für die Moderation des Übergangs in die Pflicht nehmen.

Die 45-jährige Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern gilt schon seit Längerem als Hoffnungsträgerin der SPD, insbesondere im für die Partei besonders schwierigen Osten. Nach dem Rückzug von Nahles lässt sie sich nun für die Moderation des Übergangs in die Pflicht nehmen: Sie habe sich die Situation „nicht ausgesucht“, sei aber bereit, Verantwortung zu übernehmen.

Schwesig wurde am 23. Mai 1974 in Frankfurt (Oder) geboren. Seit 2000 arbeitete die studierte Finanzministerin in Mecklenburg-Vorpommern: erst im Finanzamt Schwerin, dann im Finanzministerium Mecklenburg-Vorpommern. 2003 trat sie in die SPD ein. 2008 wurde sie Ministerin für Soziales und Gesundheit in Mecklenburg-Vorpommern, übernahm damals das Amt von Sellering und rückte 2009 ins Wahlkampfteam des damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier auf. Noch im selben Jahr wurde sie zur stellvertretenden SPD-Bundesvorsitzenden gewählt.

In der 2013 gebildeten großen Koalition übernahm sie das Familienministerium. In ihrer Amtszeit hat sie einiges erreicht: Sie führte die Frauenquote ein, das Elterngeld Plus, den Mutterschutz für Selbstständige, Studentinnen und Schülerinnen. Das Prostitutionsschutzgesetz wurde verabschiedet und das Sexualstrafrecht reformiert. Ihr Ehemann hielt ihr den Rücken frei, arbeitete in Teilzeit, nahm Elternzeit, kümmerte sich um die beiden Kinder Julia und Julian, während Schwesig zwischen Berlin und Schwerin pendelte. 

Kurz vor Ablauf der Legislaturperiode folgte sie dem Ruf nach Schwerin. Wegen der Erkrankung des damaligen Ministerpräsidenten Erwin Sellering wurde sie neue Regierungschefin im Nordosten. Und dort will sie auch bleiben, wenn sie ihre Aufgabe in der Bundespartei erledigt hat. Schwesig sagte am Montag in Berlin, ihr Platz sei in Mecklenburg-Vorpommern. Dies habe sie so für sich entschieden. Dass sie auch dort die Sozialdemokratie verteidigen muss, zeigte die Europawahl: Die SPD rutschte in dem Bundesland um fünf Prozentpunkte auf 15,6 Prozent runter. (FR/afp)

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