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Chinesische Soldaten trainieren. Die chinesischen Militärausgaben haben sich seit 1989 um 220 Milliarden Dollar erhöht.

Interview

„Man könnte sagen, dass es schlimmer geworden ist“

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Forscher Nan Tian über Chinas Rüstung

Nach Angaben Ihres Instituts Sipri sind Chinas Militärausgaben seit 24 Jahren stets gestiegen. Wie sieht die Größenordnung aus?
Seit es ab 1989 Daten zu China gibt, haben sich die Militärausgaben dort um 220 Milliarden Dollar erhöht. Kein anderes Land hat diese Größenordnungen erreicht. 1989 entsprachen die chinesischen Militärausgaben noch denen in Brasilien, dem Iran und Saudi-Arabien. 2009 war der zweite Platz hinter den USA erreicht. 2018 lagen die chinesischen Militärausgaben 19-mal so hoch wie die im Iran, neunmal so hoch wie in Brasilien und viermal so hoch wie in Saudi-Arabien.

Sipri hat China lange von seinen Listen ausgeschlossen, weil es keine verlässlichen Daten gab. Ist Peking offener geworden?
Es gibt eine totale Zahl, die man „Verteidigungsausgaben“ nennt. Sie lässt etliche Elemente aus, die wir bei Sipri als Militärausgaben definieren. Unsere Zahlen sind also Schätzungen. Bis 2013 gab es noch Aufschlüsselungen nach Personal sowie Einsatzkosten und anderes. Man könnte also sagen, dass es schlimmer geworden ist.

Der Zuwachs von fünf Prozent von 2017 auf 2018 ist der niedrigste seit 1995. Wie erklärt sich das?
Die Militärausgaben sind immer an die wirtschaftliche Entwicklung gekoppelt gewesen. So wie sich da das Tempo verlangsamt hat, wird es jetzt auch bei den Militärausgaben schwächer.

Interview: Thomas Borchert

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