+
Malu Dreyer.

Malu Dreyer

Unaufgeregt, aber deutlich im Wort

Malu Dreyer genießt hohes Ansehen in der Partei und führt seit 2016 recht geräuschlos die Mainzer Ampel-Koalition mit Grünen und FDP.

Der Name der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin fiel nach Andrea Nahles’ überraschender Rückzugsankündigung vom Sonntag zuerst, als es um die Interims-Nachfolge ging.

Die 58-Jährige genießt hohes Ansehen in der Partei und führt seit 2016 recht geräuschlos die Mainzer Ampel-Koalition mit Grünen und FDP. Im Jahr 2013 hatte sie den Chefsessel in der Mainzer Staatskanzlei von Kurt Beck übernommen.

Malu Dreyer wird der Übergangsprozess zugetraut, schließlich gilt die am 6. Februar 1961 Geborene als Frau des Ausgleichs. Die Sozialdemokratie war ihr aber nicht in die Wiege gelegt. Der Vater der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin war Schulleiter und überzeugter CDU-Anhänger. Bei der Geburt in Neustadt an der Weinstraße erhielt sie den Namen Marie-Luise, was in der Pfalz traditionell zu Malu verkürzt wird. Nach einem Jurastudium in Mainz wurde sie Staatsanwältin, Bürgermeisterin von Bad Kreuznach, Sozialdezernentin von Mainz und 2002 Sozialministerin. Als Kurt Beck nach 18 Jahren Amtszeit in Bedrängnis geriet, bestimmte er Dreyer 2013 zur Nachfolgerin: Sie wurde erste Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz.

Die Multiple-Sklerose-Erkrankung, an der sie seit Jahren leidet, zeigt ihr Grenzen auf. Dies dürfte auch ein Grund dafür sein, dass sie nicht alleinige Übergangsvorsitzende wird.

Dreyer gehört dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) an, dem Dachverband der katholischen Laien. Sie setzt sich unter anderem dafür ein, dass Frauen in der katholischen Kirche Zugang zu Ämtern bekommen, die ihnen bisher vorenthalten werden. Erst vor wenigen Tagen sagte sie der FR: „Ich bin überzeugt, dass die gleiche Teilhabe von Frauen an Diensten und Ämtern mit darüber entscheiden wird, ob die katholische Kirche auch in Zukunft Menschen für das Evangelium gewinnen kann.“ Die Frage der Stunde ist nun, ob auch die SPD mit Programm und Haltung wieder mehr Menschen für sich gewinnen kann. Bei diesem Thema nimmt die eher zurückhaltend auftretende Dreyer kein Blatt vor den Mund: Wenn die Partei nicht zueinander finde, „sehe ich schwarz für die SPD“, bekundete sie am Sonntag. (FR/afp/dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion