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Erleichterung auf dem Rettungsschiff "Professor Albrecht Penck" der deutschen Organisation Sea-Eye, das 17 Migranten aufgenommen hatte.

Sea Watch und Sea Eye

Malta lässt 49 Geflüchtete an Land

Nach vielen Tagen auf See dürfen 49 aus dem Mittelmeer gerettete Migranten Europas Boden betreten. Malta erlaubt den Rettungsschiffen der Organisationen Sea-Watch und Sea-Eye das Anlegen - unter vorher vereinbarten Bedingungen.

Die 49 Geflüchteten an Bord zweier deutscher Hilfsschiffe vor der Küste von Malta dürfen nach einer tagelangen Hängepartie an Land gehen. „Es wurde eine Ad-hoc-Vereinbarung erzielt“, sagte Maltas Regierungschef Joseph Muscat am Mittwoch vor Journalisten.

Die beiden blockierten Rettungsschiffe „Sea Watch 3“ und „Professor Albrecht Penck“ dürfen auf anlegen, anschließend würden die 49 Migranten auf Deutschland und sieben weitere EU-Mitgliedsstaaten verteilt, erklärte  Muscat. Die Rettungsschiffe müssten die maltesischen Gewässer „sofort“ nach dem Transfer der Migranten verlassen.

Schicksal von 298 Migranten geklärt

Auch für 249 bereits in Malta befindliche gerettete Migranten sei eine Vereinbarung erzielt worden.   Die maltesische Regierung hatte die Aufnahme der Geflüchteten, die noch auf See waren, davon abhängig gemacht, dass EU-Staaten auch rund 250 schon in Malta befindliche Migranten aufnehmen.

Von den insgesamt 298 Migranten werden laut Muscat 176 von Deutschland, Frankreich, Portugal, Irland, Rumänien, Luxemburg, den Niederlanden und Italien aufgenommen. 78 können demnach in Malta bleiben. 44 Menschen aus Bangladesch sollen in ihr Heimatland zurückgeschickt werden. 

32 Migranten an Bord der „Sea-Watch 3“ harren bereits seit dem 22. Dezember auf dem Schiff aus. Eine Woche später nahm das Rettungsschiff „Professor Albrecht Penck“ der deutschen Organisation Sea-Eye 17 Migranten auf. Beide Schiffsbesatzungen bemühten sich seitdem vergeblich um die Erlaubnis, in einem europäischen Hafen vor Anker zu gehen.

Zuletzt hatte es dramatische Berichte über die Zustände an Bord der beiden Rettungsschiffe gegeben – und am Mittwochnachmittag sollte sich das Wetter erheblich verschlechtern. Nach Angaben von Sea-Watch hatten einige Migranten zeitweise die Nahrung verweigert. Auf dem anderen Schiff „Professor Albrecht Penck“ waren Trink- und Brauchwasservorräte rationiert worden. Die Menschen schliefen auf der Krankenstation, teilten sich nur eine Toilette. Matratzen und Wechselkleidung gab es nicht. Viele Migranten waren seekrank.

EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos begrüßte die Vereinbarung vom Mittwoch. Er sei froh, dass die Migranten von den Schiffen nun an Land könnten, schrieb er auf Twitter. Er dankte der maltesischen Regierung, dass sie den Schiffen das Anlegen erlaubte. Die zur Aufnahme der Flüchtlinge bereiten EU-Mitgliedstaaten hätten ihrerseits „aktive Solidarität“ gezeigt. 

Malta und Italien hatten den Rettungsschiffen wie schon in früheren Fällen das Anlegen in ihren Häfen verweigert. Im vergangenen Jahr waren mehrfach Schiffe mit Geretteten an Bord auf dem Meer blockiert worden, beispielsweise die Schiffe „Aquarius“ und „Lifeline“.

In der Migrationsfrage sind die EU-Mitgliedsstaaten zerstritten. Solange es keinen europäischen Mechanismus zur Verteilung der aus Seenot Geretteten gebe, bleibe die Situation eine Notsituation, sagte Italiens Regierungschef Giuseppe Conte am Dienstagabend in einem Fernseh-Interview. „Die Enttäuschung ist groß, weil es uns nicht gelingt, die Schlussfolgerungen, die wir im Abstrakten erzielt haben, in etwas Konkretes umzusetzen“, sagte er mit Blick auf einen Gipfel der EU-Staats- und Regierungschef im vergangenen Sommer.

Nicht nur Hilfsorganisationen kritisieren, dass die Lösungen erst errungen werden, während die ohnehin schon traumatisierten Menschen auf dem Wasser ausharren. EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos dankte auf Twitter Malta und den anderen Staaten, die nun Solidarität zeigten. (dpa/afp)

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