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E-Mail-Leak: FSB soll Putin als „narzisstisch“ einstufen

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Von: Niklas Kirk

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FSB-Chef Nikolai Patruschew und Wladimir Putin bei einem Treffen mit Shigeru Kitamura, Generalsekretär des japanischen Nationalen Sicherheitsrates. (Archiv)
FSB-Chef Nikolai Patruschew und Wladimir Putin bei einem Treffen mit Shigeru Kitamura, Generalsekretär des japanischen Nationalen Sicherheitsrates. (Archiv) © IMAGO / ITAR-TASS

Das US-Magazin „Newsweek“ bezieht sich auf eine ihr vorliegenden E-Mail. Sie soll Rückschlüsse auf das Verhältnis zwischen Putin und dem FSB bieten.

Moskau – Das US-Wochenmagazin Newsweek hat einen Artikel veröffentlicht, in dem von einem E-Mail-Leak berichtet wird, der Rückschlüsse über das Verhältnis zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem russischen Inlandsgeheimdienst FSB zulässt. Die entsprechende E-Mail läge der Redaktion vor.

Die E-Mail vom März dieses Jahres zeichne ein Bild davon, wie der russische Staatschef von einigen FSB-Mitarbeiter:innen gesehen wird. Es sei bereits die zweite E-Mail des Verfassers, der sich als „Wind of Change“ bezeichnet, an den Menschenrechtsaktivisten Wladimir Osechkin schickte. Osechkin, der die Website Gulagu.net betreibt, lebt im französischen Exil.

E-Mail-Leak: Korrespondenzen aus dem FSB sollen regelmäßig ausgewertet werden

Der FSB-Agent „Wind of Change“ schreibe regelmäßig an Osechkin, um über Unzufriedenheit innerhalb des Dienstes wegen des von Russland geführten Kriegs in der Ukraine zu informieren. Eine entsprechende Recherche-Gruppe namens „Wind of Change Research Group“, mit Sitz in Washington (USA), hat die Korrespondenzen aus dem Russischen ins Englische übersetzt, bevor sie die Inhalte der Newsweek übergaben.

Christo Grozev, ein FSB-Experte, habe die erhaltenen Mails zudem einem aktiven und einem inaktiven FSB-Kontakt gezeigt, um sich der Authentizität des Schreibens zu versichern. Diese hätten „keinen Zweifel daran hatten, dass er von einem Kollegen (aus dem FSB) geschrieben wurde“.

Aus der E-Mail zitiert Newsweek inhaltlich wie folgt: „Hier ist das Bild in Bezug auf Putin und den FSB. Auf der einen Seite wird er unterstützt und respektiert, aber wenn man etwas tiefer gräbt, ist es ein kollektives Gefühl für das ‚Image‘, dank dem auch der FSB die seine Macht erhalten kann.“ Dies sei „eine unvergessliche Regel“ im FSB. „Für die meisten erscheint diese Regel sogar ziemlich natürlich und wird als selbstverständlich hingenommen – Putins Image zu kritisieren bedeutet, seine eigenen Interessen zu verraten.“

E-Mail-Leak: Rückschlüsse sollen aus hypothetischen Geheimdienstprofil stammen

„The Wind of Change“ gibt laut Newsweek an, zwar keinen persönlichen Kontakt mit dem russischen Präsidenten zu haben, doch aus einem hypothetischen „Situationsprofil“ die folgenden Rückschlüsse ziehen. So weise er „narzisstische Störungen“ auf, die „möglicherweise aufgrund von Komplexen in der Kindheit, sowie Methoden zu deren Überwindung“ zurückzuführen sind.

Weiter führe der Informant fort, dass Putins „Abschirmung des Familienlebens“ analysiert worden wäre. „Keine Informationen über seine Eltern, Verschwiegenheit über seine Kinder und sein eigenes Leben. Dies erfordert psychologische Kompensationsmechanismen auf der Suche nach engen Beziehungen“. (nki)

In einem anderen Fall berichtete das Magazin von vermeintlichen Angriffsplänen gegen Japan.

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