Vier Jahre Haft

Madagaskars Ex-Präsident verurteilt

Gerichtsentscheid In Abwesenheit: Marc Ravalomanana, derzeit im Exil in Südafrika, droht in seiner Heimat wegen Amtsmissbrauchs eine Haftstrafe.

Antananarivo. Madagaskars Ex-Präsident droht nach seiner umstrittenen Entmachtung in seiner Heimat eine langjährige Haftstrafe. Ein Gericht verurteilte Marc Ravalomanana, der derzeit im südafrikanischen Exil lebt, in Abwesenheit wegen Amtsmissbrauchs zu vier Jahren Gefängnis.

Außerdem verhängten die Richter eine Geldstrafe in Höhe von 70 Millionen Dollar, wie Justizministerin Christine Razanamahasoa bei der Verkündung des Urteils sagte. Ravalomanana habe öffentliche mit privaten Interessen vermischt, sagte sie.

Konkret ging es um den Kauf eines 60 Millionen Dollar teuren Flugzeugs für die Regierung Ende vergangenen Jahres. Dies sorgte in der Bevölkerung des verarmten Landes für eine Sturm der Entrüstung.

Der jetzige Präsident Andry Rajoelina führte Proteste gegen Ravalomanana an und warf ihm dabei vor, korrupt und diktatorisch regiert zu haben. Rajoelina übernahm im März die Macht und richtete eine Übergangsregierung ein, was allerdings für scharfe internationale Kritik sorgte. Einige Staaten sprachen von einem Putsch. Mehrere internationale Geber schränkten ihre Hilfszahlungen ein.

Ravalomanana bemüht sich derzeit von Südafrika aus um internationale Unterstützung für seine Rückkehr nach Madagaskar. Das Gerichtsurteil könnte jedoch für weitere Spannungen sorgen, warnten Anhänger des Ex-Präsidenten. (rtr)

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