1. Startseite
  2. Politik

Putin mit Kehrtwende? Neue Töne aus dem Kreml

Erstellt:

Von: Sandra Kathe

Kommentare

Wladimir Putin gratuliert Verteidigungsminister Schoigu öffentlich zur „erfolgreichen Befreiung“ von Mariupol und kündigt neue Schritte an.

Moskau – Nach wochenlangen Eskalationen im Ukraine-Konflikt, blutigen Kämpfen und zahlreichen mutmaßlichen Kriegsverbrechen weist ein gefilmtes Gespräch zwischen Kreml-Herrscher Wladimir Putin und seinem Verteidigungsminister Sergej Schoigu nun auf ein mögliches Umdenken Putins hin.

So gab Wladimir Putin in dem veröffentlichten Video den Befehl, von einem geplanten Angriff auf die verschanzten ukrainischen Kämpfer und Zivilpersonen im Stahlwerk Azovstal in der besetzten Stadt Mariupol im Osten der Ukraine abzusehen. Seine Begründung laut einer Übersetzung des Gesprächs, die das US-Nachrichtenportal Daily Beast veröffentlicht hat: „Ich halte die vorgeschlagene Erstürmung der Industriezone für nicht notwendig“.

Ukraine-Krieg: Putin will Überlegende im Stahlwerk blockieren, sofern sie sich nicht ergeben

Detailliert begründet Wladimir Putin sein Umdenken so, dass „gerade in der aktuellen Situation“ im Krieg mit der Ukraine das Leben und die Gesundheit von russischen Soldaten und Offizieren an erste Stelle stehen müssten. „Es gibt keinen Grund, in diese Katakomben zu klettern und unterirdisch durch die Anlagen zu kriechen“. Stattdessen ordnete er an, das Industriegelände so zu blockieren, „dass nicht mal eine Fliege durchkommt“.

Wladimir Putin und Sergej Schoigu
Wladimir Putin und der russische Verteidigungsminister Sergej Schoigu, zeigen sich im Staatsfernsehen. © Russian Presidential Press Service/AP/dpa

Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums hielten sich derzeit jedoch offiziell noch rund 2000 ukrainische Kämpfer auf, dazu kommen nach ukrainischen Angaben „hunderte“ Zivilpersonen, die ebenfalls in dem Stahlwerk ausharren. Die Kämpfer rief Putin dazu auf, ihre Waffen niederzulegen, dann garantiere ihnen die russische Seite das Leben. In dem Gespräch gratulierte Putin Schoigu außerdem zur „erfolgreichen Befreiung“ von Mariupol – wie etwa Satellitenbilder belegen liegt die Stadt durch den andauernden russischen Beschuss fast vollständig in Schutt und Asche.

Ukraine-Krieg: Sorgen 21.000 gefallene russische Soldaten für ein Umdenken Putins?

Nachdem wochenlang keine offiziellen Angaben zu russischen Verlusten im Ukraine-Krieg gemacht worden waren, ist die Andeutung in Verbindung mit dem offensichtlichen Umdenken Putins insofern bemerkenswert, dass die ukrainische Seite von inzwischen 21.000 gefallenen russischen Soldaten berichtet. Offiziellen russischen Angaben zufolge liefe die „Spezialoperation“ in der Ukraine von Beginn an „nach Plan“.

Der russische Regierungssprecher Dmitri Peskow gab außerdem bekannt, dass Russland nach der offiziellen „Einnahme“ Mariupols nun auf die ukrainische Antwort „eines neuen ausformulierten Vorschlags für eine Beendigung des Krieges in der Ukraine“ warte. Laut Aussagen des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vom Mittwoch (20.04.2022) hatte die ukrainische Regierung kein solches Papier erhalten. Ziel der prorussischen Separatisten im Donbass ist die Einnahme der kompletten Gebiete Luhansk und Donezk. (ska/dpa)

Auch interessant

Kommentare