Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Hans-Georg Maaßen (CDU). (Archivbild)
+
Hans-Georg Maaßen (CDU). (Archivbild)

Corona-Impfung

Maaßen legt nach: „Kinder, die wegen einer Impfung um ihr Leben kämpfen“ – CDU Thüringen distanziert sich

  • Sonja Thomaser
    VonSonja Thomaser
    schließen

Der Ex-Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen bekräftigt seine wissenschaftsfeindlichen Thesen über die Corona-Impfung. Der Parteivorstand der CDU Thüringen zitiert ihn nun zu einem Gespräch.

Erfurt - Mit einer Forderung nach einem „Covid-Impfverbot“ hat der frühere Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen seinen thüringischen CDU-Landesverband gegen sich aufgebracht. In einem Post auf der Social-Media-Plattform Gettr hatte Maaßen ein Video des Impfgegners Sucharit Bhakdi verbreitet, in dem dieser behauptet, die Corona-Impfungen zerstörten das menschliche Immunsystem und töteten „die Jungen und die Alten“.

Der Parteivorstand der CDU in Thüringen distanzierte sich am Mittwoch „geschlossen“ von Maaßens Äußerungen und zitierte ihn zu einem Gespräch, wie die CDU in Erfurt mitteilte. „Wir distanzieren uns scharf von den Inhalten, die Hans-Georg Maaßen in den sozialen Medien geteilt hat“, erklärte der CDU-Landesvorsitzende Christian Hirte. „Sie widersprechen vollkommen der Position unseres Landesverbands.“ Maaßen war bei der Bundestagswahl 2021 für einen Wahlkreis in Thüringen angetreten und verlor.

Maaßen bekräftigt seine impfkritischen Behauptungen

Die von Maaßen verbreiteten impfkritischen Thesen stehen in klarem Widerspruch zur anerkannten Mehrheitsmeinung von Expert:innen. In einem vierseitigen Brief an „Freunde und Unterstützer“, der der AFP vorliegt, rechtfertigte Maaßen seine Warnungen und richtete zudem scharfe Angriffe auf die CDU, der er eine Verletzung der Meinungsfreiheit vorwarf.

„Ich möchte nicht, dass gesunde Kinder mit fünf oder sechs Jahren wegen einer Impfung um ihr Leben kämpfen müssen“, schrieb Maaßen in dem auf Dienstag (04.01.2022) datierten Brief. Er begründete seine Skepsis auch mit persönlichen Erfahrungen: Er selbst habe als Kind zweimal „Impfschäden“ erlitten - einmal mit fünf Jahren, einmal mit sechs Jahren. Beide Male habe er nach der Impfung notoperiert werden müssen.

Maaßen will sich gegen einen Ausschluss aus der CDU wehren

Maaßen kündigte zudem an, sich mit aller Kraft gegen einen Ausschluss aus der CDU zu wehren, wie ihn etwa Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) gefordert hatte. Die Drohung mit einem solchen Ausschlussverfahren sei „ein Angriff auf die Meinungsfreiheit und die innerparteiliche Demokratie“, schrieb Maaßen.

Anderen Parteimitgliedern werde „durch ein solches Verfahren bedeutet, dass sie mit ähnlichen Sanktionen zu rechnen haben, wenn sie nicht einer bestimmten Parteilinie folgen“, schrieb Maaßen in dem Brief weiter. „Aus diesem Grund ist einem solchen Parteiausschlussverfahren mit aller Vehemenz entgegenzutreten.“

Maaßen zog in diesem Zusammenhang eine Linie zwischen den Zuständen in der CDU und dem Unrecht in der DDR: „Gerade im Osten Deutschlands wissen die Menschen noch zu genau, was es heißt, für die Meinungsfreiheit zu kämpfen, gegen Repression und dagegen, dass Leute, die gegen die Parteilinie sind, mundtot gemacht werden.“

Maaßen: Bundes-CDU hält sich mit Aussagen über Parteiausschluss zurück

Die Bundes-CDU hielt sich zunächst mit Äußerungen zu einem Parteiausschlussverfahren gegen Maaßen zurück. Parteichef Armin Laschet wollte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz eine entsprechende Frage nicht beantworten.

Am Vortag hatte Parlamentsgeschäftsführer Thorsten Frei (CDU) auf die hohen rechtlichen Hürden hingewiesen, die ein Parteiausschlussverfahren nicht ratsam erscheinen ließen. (sot mit afp/dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare