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Lützerath: Polizei trägt Thunberg bei Protest von Abbruchkante weg

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Von: Johanna Soll

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Rund um die Lützerath-Räumung kommt es zu Protest- und Blockadeaktionen von Klima-Aktivist:innen. Mit dabei ist auch Greta Thunberg, die von der Polizei weggetragen wird.

Lützerath – Auch nach der Räumung des Dorfs Lützerath im rheinischen Braunkohlerevier haben Aktivist:innen am Dienstag (17. Januar) ihre Protest- und Blockadeaktionen fortgesetzt. Demonstrierende besetzten unter anderem einen Kohlebagger sowie Bahngleise des Energiekonzerns RWE und blockierten den Eingang des nordrhein-westfälischen Innenministeriums in Düsseldorf. Bei einem Demonstrationszug nahe Lützerath gelangten Protestierende laut Polizeiangaben bis an die dortige Tagebaukante. Auch die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg war unter den Demonstrierenden.

Einem Sprecher der Polizei in Aachen zufolge brach eine dreistellige Zahl von Protestierenden während der angemeldeten Demonstration aus Richtung Keyenburg „auf breiter Front“ aus und erreichte dann die Abbruchkante des Braunkohletagebaus Garzweiler im Bereich bei Lützerath. Laut Polizei und RWE gelangte ein Demonstrant dort auf die Böschung des Tagebaus unterhalb der Abbruchkante. RWE-Mitarbeitende waren nach Angaben des Konzerns im Kontakt mit dem Mann und bereiteten eine Hilfsaktion vor.

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg wird von Polizisten vom Rand des Braunkohlentagebaus Garzweiler II weggetragen
Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg wird von Polizisten vom Rand des Braunkohlentagebaus Garzweiler II weggetragen © Federico Gambarini/dpa

Garzweiler: Greta Thunberg von der Polizei weggetragen

Greta Thunberg ist eine von mehreren Demonstrierenden, die von der Polizei von der Abbruchkante in Garzweiler weggetragen wurden. Das beobachtete ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Polizei bestätigte, dass Thunberg am Dienstag Teil der Gruppe war, die sich auf die Kante zubewegt hatte und dann aufgehalten und weggetragen wurde. Der dpa-Fotograf sah, dass Thunberg von drei Polizisten weggetragen und nach gut 50 Metern abgesetzt worden sei, um eine Personenkontrolle durchzuführen.

Laut Polizei besetzten außerdem jeweils mehr als hundert Aktivist:innen einen Schaufelradbagger im RWE-Braunkohletagebau Inden sowie Gleise einer RWE-Werksbahn, die das Kohlekraftwerk Neurath mit Braunkohle versorgt. Die Besetzung des Baggers beendeten die Demonstrierenden später freiwillig, an der Werksbahn fand am Dienstagnachmittag ein Räumungseinsatz statt.

Tagebau Garzweiler: Rund 30 Aktivist:innen klebten sich an Zufahrt fest

An der Blockade des Düsseldorfer Innenministeriums beteiligte sich nach Angaben der Düsseldorfer Polizei etwa ein Dutzend Aktivist:innen, drei Menschen klebten sich im Eingangsbereich an Scheiben und an den Boden. Einsatzkräfte trugen die Demonstrierenden später weg und lösten die festgeklebten Menschen ab.

Die Proteste waren Teil eines großangelegten Aktionstags unterschiedlicher Gruppen und Organisationen gegen die am Montag abgeschlossene Räumung der ehemaligen Siedlung Lützerath, die einer Erweiterung des RWE-Tagebaus Garzweiler weichen soll. Zu dem Aktionstag gehörten darüber hinaus noch weitere Blockaden. So klebten sich laut RWE rund 30 Aktivist:innen an einer Zufahrt zum Tagebau Garzweiler fest. Es gab auch noch eine ähnliche Aktion an einer weiteren Zufahrt. (jso/AFP/dpa)

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