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Nahaufnahme eines Herren mittleren Alters mit hellen Haaren und Bart.
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Wikileaks-Gründer Julian Assange im Januar 2020, als er das Westminster Magistrates Gericht nach einer Anhörung zum Auslieferungsgesuch der USA verlässt. Jetzt kämpfen die USA erneut für eine Auslieferung des Australiers.

Spionage-Vorwürfe der USA

Spionage-Affäre um Wikileaks-Gründer: Assange droht die Auslieferung

  • Jan Trieselmann
    VonJan Trieselmann
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Wikileaks-Gründer Julian Assange sitzt in London in Haft. Doch die USA wollen ihm selbst den Prozess wegen Spionage machen. Ein Gericht verhandelt jetzt neu.

London – Der Rechtsstreit um eine mögliche Auslieferung von Wikileaks-Gründer Julian Assange in die USA geht in die nächste Runde: In London startet am Mittwoch (27.10.2021) ein Berufungsverfahren – denn die USA drängen weiter auf eine Auslieferung des Wikileaks-Gründers, um dem Australier selbst den Prozess wegen Spionage-Vorwürfen machen zu können.

Die USA fechten damit das Urteil einer Richterin in London an, die ein Auslieferungsbegehren im Januar abgelehnt hatte. Der damalige Grund: die Haftbedingungen in den USA und, dass der 50-Jährige psychisch angegriffen sei. In den Vereinigten Staaten müsste Assange laut der Deutschen Presse-Agentur mit bis zu 175 Jahren Haft rechnen.

Wikileaks-Gründer Julian Assange: Laut Journalisten plante CIA Anschlag auf ihn in London

Anlass für das Berufungsverfahren sind der DPA zufolge neue Enthüllungen im Spionage-Fall um den Wikileaks-Gründer. Dem 50-jährigen Assange wird vorgeworfen, zusammen mit der Whistleblowerin Chelsea Manning geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und Afghanistan gestohlen und dann veröffentlicht zu haben. Damit habe er Informantinnen und Informanten der USA gefährdet. Für seine Unterstützer ist Assange hingegen jemand, der Kriegsverbrechen aufdeckte.

Investigative Journalisten hatten vor einigen Wochen berichtet, der US-Auslandsgeheimdienst CIA hatte einen Anschlag auf den Wikileaks-Gründer Julian Assange geplant, als dieser noch in der ecuadorianischen Botschaft in London war. Dabei beriefen sie sich auf nicht genannte Quellen aus den USA.

Unterstützer von Wikileaks-Gründer Julian Assange wehren sich gegen Auslieferung an USA

Assanges Verlobte, Stella Moris, die eine Hochzeit mit Julian Assange im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh plant, hofft wie auch weitere Unterstützer des Wikileaks-Gründers jetzt auf eine Kehrtwende in dem Rechtsstreit. „Die Frage ist: Kann Großbritannien jemanden in ein Land ausliefern, das ihn umbringen wollte?“, sagte Moris vor der Anhörung in London zu Journalisten. Sie nannte die Berichte der investigativen Journalisten einen „Wendepunkt.“ Es zeige die wahre Natur und die Kriminalität des Vorgehens der USA, wie Moris sagte.

Das Verfahren soll laut DPA am Donnerstag (28.10.2021) fortgesetzt werden – eine schnelle Entscheidung sei allerdings nicht zu erwarten. Assange befindet sich seit mehr als zwei Jahren im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh. Laut seiner Verlobten geht es ihm gesundheitlich und psychisch sehr schlecht: „Julian würde eine Auslieferung nicht überleben“, sagte Stella Moris. Die Menschenrechts-Organisation Amnesty International fordert die Freilassung des Wikileaks-Gründers und dass die US-Justiz ihre Vorwürfe gegen ihn fallen lässt. Erst im Januar war ein Antrag auf Freilassung von Julian Assange gescheitert.

Auch die Organisation Reporter ohne Grenzen forderte US-Präsident Joe Biden auf, das Verfahren zu stoppen. Die Londoner Vertreterin der Organisation, Rebecca Vincent, verwies darauf, dass sich die USA wieder für Menschenrechte einsetzen wollten. „Aber dies wird immer ein großer Stachel im Fleisch bleiben. Das muss aufhören“, sagte sie. (Jan Trieselmann mit DPA)

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