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Nachdem sie seit Dienstag in Bussen festsaßen, sind inzwischen etwa 900 Migranten zurück im zerstörten Camp - ohne Schutz vor Schnee, Wind und Minusgraden. Foto: Dado Ruvic/Reuters
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Nachdem sie seit Dienstag in Bussen festsaßen, sind inzwischen etwa 900 Migranten zurück im zerstörten Camp - ohne Schutz vor Schnee, Wind und Minusgraden.

Lipa

Katastrophe mit Ansage: 900 Menschen kampieren weiter unter freiem Himmel

  • vonThomas Roser
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Flüchtlinge aus dem abgebrannten Camp Lipa in Bosnien müssen weiter im Freien ausharren.

Lipa – Übermüdet und mit Decken über den Schultern reihten sich die verbliebenen 900 Menschen aus Bosniens abgebranntem Aufnahmelager Lipa am Neujahrsmorgen fröstelnd vor der Essensausgabe des Roten Kreuzes auf. Wie schon an Weihnachten hatten die Migrant:innen auch den Jahreswechsel bei eiskalten Temperaturen unter freiem Himmel verbracht. Obwohl Angehörige der Armee am Freitag mit dem Aufbau neuer Zelte in dem zerstörten Lager begannen, ist der Umzug in eine beheizbare Notunterkunft weiter nicht in Sicht.

Drama von Geflüchteten in Lipa ist Katastrophe mit Ansage

Das Drama von Lipa ist eine vermeidbare Katastrophe mit Ansage: Vergeblich hatte die Internationale Organisation für Migration (IOM) seit Monaten darauf hingewiesen, dass das provisorische Lager ohne Heizung, Strom- und Wasseranschluss keineswegs winterfest sei. Die Behörden schoben sich gegenseitig die Verantwortung zu, die Aufrüstung des Lagers blieb aus.

Am Tag der geplanten Schließung kurz vor Weihnachten war das vermutlich von aufgebrachten Bewohner:innen in Brand gesetzte Lager in Flammen aufgegangen. Seitdem kampieren rund 900 Menschen unter freiem Himmel – und sind zum Objekt menschenunwürdiger Verschiebemanöver geworden. Versuche, sie zeitweise in dem vor wenigen Monaten geräumten Lager „Bira“ im Stadtgebiet von Bihac oder in Kasernen unterzubringen, scheiterten am Widerstand lokaler Politiker:innen.

Katastrophe in Lipa: Bosnien ist Flaschenhals der Balkanroute

Seit 2017 ist Bosniens Nordwestzipfel der Flaschenhals der Balkanroute. Zwar übertreffen sich nun EU-Politiker:innen mit Appellen, den in Lipa gestrandeten Menschen ein Obdach zu verschaffen. Doch genauso wie die Tolerierung der illegalen Pushbacks durch Kroatiens Grenzpolizei scheint das sehr verhaltene Engagement für eine menschenwürdige Unterbringung der Migrant:innen seit Jahren unausgesprochener Teil von Brüssels Entmutigungsstrategie zu sein: Der Einrichtung von Aufnahmelagern in der Nähe ihrer Außengrenzen steht die EU wegen der befürchteten Sogwirkung skeptisch gegenüber. (Thomas Roser)

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