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Grund zum Jubeln: Die Co-Vorsitzende der Linken im Bund, Katja Kipping (Mitte) auf der Wahlparty in Erfurt.

Landtagswahl

Links gewinnt in Thüringen

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Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow kann sich behaupten, die AfD legt aber stark zu.

Thüringen hat gewählt – mit einem Ergebnis, das sich stark vom Bundestrend der Parteien unterscheidet. Die Linke unter dem bisherigen Ministerpräsidenten Bodo Ramelow konnte ihr starkes Ergebnis von der Landtagswahl vor fünf Jahren verteidigen. Sie beansprucht den Posten des Ministerpräsidenten für sich. „Die Linke ist erstmals stärkste Partei in einem Bundesland geworden“, sagte Parteichef Bernd Riexinger am Sonntagabend bei der Wahlparty in der Parteizentrale in Berlin.

Vor fünf Jahren war die CDU noch stärkste Kraft, fand aber nicht ausreichend Koalitionspartner – sodass es für eine rot-rot-grüne Landesregierung unter Ramelow gereicht hatte. Diese musste am Sonntag trotzdem um ihre Mehrheit zittern: Die SPD schnitt schwächer ab als ihre Umfragen auf Bundesebene liegen, die Grünen liegen in Thüringen nun sogar deutlich schlechter als bundesweit.

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz zwei im Erfurter Landesparlament lieferten sich in diesem Jahr die CDU unter ihrem Landeschef Mike Mohring und die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD). Die AfD, die in Thüringen vom Kopf ihres rechtsnationalen Flügels, Björn Höcke, geführt wird, konnte sich im Vergleich zu den Wahlen von 2014 in etwa verdoppeln.

Zugleich hatten Beobachter der AfD noch Anfang dieses Jahres zugetraut, womöglich bei allen drei ostdeutschen Landtagswahlen von 2019 stärkste Kraft zu werden. Insgesamt hatte die Wahl zum Thüringer Landesparlament in diesem Jahr mehr Menschen an die Wahlurnen gebracht als vor fünf Jahren – 65,5 Prozent. Schon bei den Wahlen in Sachsen und Brandenburg hatten mehr Menschen abgestimmt, wobei jeweils die Amtsinhaber davon profitiert hatten.

Dennoch musste Ramelow in Thüringen bangen: Deutschlands erster Regierungschef von der Linkspartei wollte die Koalition aus Linken, SPD und Grünen fortsetzen, die in dem 2,1-Millionen-Einwohner-Land fünf Jahre lang mit nur einer Stimme Mehrheit im Parlament regiert hatte. Doch nach den ersten Prognosen am Sonntag schien es sowohl denkbar, dass die Mehrheit für Rot-Rot-Grün wegen der zu schwachen Grünen fehlt – als auch, dass eine CDU-geführte Mehrheit gegen sie möglich wäre. CDU-Spitzenkandidat Mohring hatte angekündigt, weder mit AfD, noch mit Linken zu koalieren.

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