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Sahra Wagenknecht ist derzeit noch Fraktionschefin der Linken

Die Linke

Wagenknecht kandidiert nicht mehr als Linke-Fraktionsvorsitzende

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Bei der Wahl im Herbst will Sahra Wagenknecht nicht mehr antreten - so reagiert Fraktionschef Bartsch.

Nach dem Rückzug von Sahra Wagenknecht sieht Linksfraktionschef Dietmar Bartsch keinen Grund, die politische Richtung seiner Fraktion zu ändern. „Es wird keine Neuausrichtung der Fraktion geben“, sagte Bartsch am Dienstag in Berlin. „Wir alle sind auf der Grundlage eines Wahlprogramms gewählt. Das gilt für uns, das ist die Maßgabe.“

Wagenknecht und Bartsch vertreten in der Linken unterschiedliche Flügel, zuletzt hatten sie sich jedoch deutlich angenähert. Scharfe Auseinandersetzungen gab es eher zwischen Wagenknecht und Parteichefin Katja Kipping.

Wagenknecht tritt nicht wieder an

Nach vier Jahren als Chefin der Linksfraktion tritt Sahra Wagenknecht im Herbst nicht mehr für das Amt an, wie am Montag bekannt wurde. Die 49-Jährige gibt gesundheitliche Gründe für ihren Schritt an. Wagenknecht führt die Fraktion seit Oktober 2015. Ende vergangenen Jahres stand sie wegen ihres Engagements für die Sammlungsbewegung „Aufstehen“ auch in der eigenen Fraktion heftig in der Kritik.

Zuletzt hatte Wagenknecht wegen einer nicht näher genannten Krankheit zwei Monate lang pausiert und deshalb auch beim Linken-Parteitag in Bonn gefehlt. Inzwischen gehe es ihr wieder gut, teilte sie am Montag der Fraktion mit. Allerdings habe ihr die lange Krankheit Grenzen aufgezeigt, die sie in Zukunft nicht mehr überschreiten wolle. Auslöser seien Stress und Überlastung gewesen.

Wagenknecht hat auch Führung von „Aufstehen“ abgegeben 

Bis zum Herbst, wenn turnusmäßig die Neuwahl des Fraktionsvorstands ansteht, will Sahra Wagenknecht ihre Aufgaben trotzdem weiter wahrnehmen. Danach bleibe sie selbstverständlich politisch aktiv und werde sich weiter für ihre Überzeugungen und sozialen Ziele engagieren.

Wagenknecht hatte erst am Wochenende mitgeteilt, sich aus der Führung der von ihr mitgegründeten linken Sammlungsbewegung „Aufstehen“ zurückziehen zu wollen. Dieses Engagement hatte in der Fraktion für viel Streit gesorgt und auch den Zwist zwischen Wagenknecht und Parteichefin Katja Kipping verschärft.

Alleingänge von Sahra Wagenknecht waren umstritten 

Viele Linke waren zuletzt auch unzufrieden mit Wagenknechts Alleingängen in der Flüchtlingspolitik. In der Fraktion wurde sogar laut über einen Putsch nachgedacht - bis man sich im Januar wegen der anstehenden Landtagswahlen einen Burgfrieden aufzwang.

Zwar hat Wagenknecht zuletzt viel von ihrer Schärfe früherer Jahre abgelegt, sie tritt aber immer noch für eine Überwindung des Kapitalismus in Deutschland ein. Sie zieht die Aufmerksamkeit eines Massenpublikums auf sich - in Talkshows ist sie gefragt. Im Bundestag ruft sie regelmäßig gereizte Reaktionen der anderen Parteien hervor. (dpa) 

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