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Lindner und die BBBank: Bekam Finanzminister Sonderkonditionen für Hauskauf?

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Von: Moritz Serif

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Christian Lindner
Christian Lindner, Bundesminister der Finanzen, kommt zur FDP-Fraktionssitzung im Deutschen Bundestag. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Christian Lindner ist ein Markenbotschafter der BBBank. Nun rücken Kredite des Finanzministers in den Fokus.

Berlin – Dass FDP-Chef und Finanzminister Lindner enge Kontakte in die Wirtschaft pflegt, ist nicht neu – als Beispiel sei der enge Austausch mit Porsche-Boss Blume genannt. Neu ist hingegen, dass Lindner auch enge Kontakte zur BBB-Bank pflegt. Laut Spiegel-Recherchen habe die Bank ihm einen Immobilienkauf finanziert. Allerdings soll der FDP-Chef auch geschäftlich mit der BBB zu tun gehabt haben.

So war Lindner in einem Video als Markenbotschafter für das Geldhaus aufgetreten und hielt außerdem mehrere Vorträge bei der Bank. Von 2017 bis 2019 soll Lindner dabei mindestens zwischen 35.000 und 73.000 Euro erhalten haben – 2018 spendete er seiner Partei mehr als 50.000 Euro. Lindner wolle keine Werbung mache, betont aber: „Dennoch will ich sagen, dass die genossenschaftliche Säule unseres Finanzwesens mir in besonderer Weise sympathisch ist.“ Der Termin sei auf seiner Bundestagswebsite nicht vermerkt worden, berichtet der Spiegel.

Lindner kaufte Zweifamilienhaus in Berlin – mit Kredit der BBBank

2021 folgte dann der Kauf eines Zweifamilienhauses in Berlin. Summe: 1,65 Millionen Euro. Den Kredit bekam Lindner von der BBBank. Außerdem ließ Lindner eine Grundschuld über 2,35 Millionen Euro ins Grundbuch eintragen – 2022, Lindner ist bereits Finanzminister, folgt eine Belastung mit weiteren 450.000 Euro. Grundschuld heißt: Falls der FDP-Politiker zahlungsunfähig würde, kann die Bank die Zwangsvollstreckung auf das Haus und das Grundstück betreiben, um an die Kreditsumme zu kommen.

Da das Haus 1,65 Millionen kostete, Lindner aber eine Grundschuld zugunsten der Bank in Höhe von fast drei Millionen Euro eintragen ließ, gilt das Rechtsgeschäft als überfinanziert. Eine derartige Überfinanzierung gelte in der Branche als äußert ungewöhnlich, schreibt der Spiegel.

Bekam Lindner Sonderkonditionen von der BBBank?

Im Raum steht, ob Lindner Sonderkonditionen von der Bank bekam. Sein Anwalt antwortete dem Spiegel, dass die Vergabe „zu absolut marktüblichen Konditionen“ erfolgt sei. Im Verhältnis zum Kaufpreis sei der Kredit so hoch, da es sich „bei der erworbenen Immobilie um ein unsaniertes Haus handelt“. Lindner habe „alle gesetzlichen und sonstigen Regeln vollumfänglich beachtet“, teilt der Anwalt mit.

Jens Spahn, ehemaliger Gesundheitsminister bei dem Lindner aktuell zur Miete wohnt, hatte ebenfalls eine teure Immobilie gekauft. 4,125 Millionen Euro zahlten er und sein Ehemann Daniel Funke. Die Kaufsumme sollen sie laut Recherchen des Tagesspiegels vollständig aus Krediten bezahlt haben, die wiederum von der Sparkasse stammten. (mse)

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