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Die Crew des deutschen Rettungsschiffs "Lifeline" mit 234 Fluechtlingen an Bord hofft weiter auf eine Erlaubnis zur Einfahrt in einen europaeischen Hafen.

Flüchtlings-Rettungsschiff

"Lifeline" darf in Malta anlegen

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Sechs Tage lang war das deutsche Flüchtlings-Rettungsschiff im Meer südlich von Malta blockiert. Nun darf sie in einen maltesischen Hafen einlaufen - allerdings gibt es eine Bedingung.

Italiens Präsident Giuseppe Conte gab am Dienstagmittag die erlösende Nachricht bekannt. „Gerade habe ich mit dem maltesischen Premier telefoniert: Das Schiff der NGO Lifeline wird in Malta anlegen“, teilte Conte mit. Sechs Tage lang war das Flüchtlings-Rettungsschiff der Dresdner Organisation Mission Lifeline mit etwa 230 aus Seenot geretteten Migranten und 17 deutschen Besatzungsmitgliedern an Bord im Meer südlich von Malta blockiert. Obwohl die hygienischen Bedingungen auf dem überfüllten Schiff immer schlechter wurden, zeigte sich kein europäisches Land zur Aufnahme bereit. 

Die „Lifeline“ darf nun unter der Bedingung in einen maltesischen Hafen einlaufen, dass die Migranten nicht im Inselstaat bleiben, sondern auf andere EU-Länder verteilt werden. „Wir sind mehr als glücklich, dass eine Lösung für diese schändliche Scharade auftaucht“, sagte Lifeline-Sprecher Axel Steier. Italiens Premier Conte betonte, Migranten, die an italienischen, spanischen, griechischen oder maltesischen Küsten landeten, landeten in Europa. Deshalb werde Italien seiner Verpflichtung nachkommen und einen Teil der Flüchtlinge aufnehmen. Er hoffe, dass andere EU-Länder ebenfalls dazu bereit seien. Frankreich hatte zuvor erklärt, es werde ein Team schicken, das Asylanträge der Migranten auf der „Lifeline“ bearbeite.

Die „taz“ berichtete, dass Berlin einige der Migranten aufnehmen wolle. Das solle in Kooperation mit anderen deutschen Städten geschehen, wurde eine Senatssprecherin zitiert.

Malta wiederum will nun prüfen, ob gegen den Kapitän des Rettungsschiffes Ermittlungen eingeleitet werden. Denn Italien wirft den Helfern vor, sie hätten gegen internationales Recht verstoßen, als sie die schiffbrüchigen Flüchtlinge an Bord nahmen, obwohl die libysche Küstenwache bereits im Einsatz gewesen sei. Die Seenot-Rettungszentrale in Rom habe sie angewiesen, die Bergung den Libyern zu überlassen. 

Italiens Regierung, angetrieben von Innenminister Matteo Salvini, will Schiffe privater Seenot-Retter generell nicht mehr in italienische Häfen einlaufen lassen. Die italienische Küstenwache war in der vergangenen Woche mit einem Rundschreiben angewiesen worden, Hilferufe aus den Gewässern vor Libyen nur noch an die libysche Küstenwache weiterzuleiten, die gerettete Migranten in das Bürgerkriegsland zurückbringt. Damit erklärt sich Italien für nicht mehr zuständig. Bislang waren alle Rettungseinsätze von der Seenot-Rettungszentrale in Rom koordiniert worden. 

Während Salvini die harte Linie durchhält, wurde am Dienstag einem dänischen Frachter mit 113 geretteten Migranten an Bord genehmigt, in Sizilien einzulaufen. 

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