1. Startseite
  2. Politik

Experten warnen: Westen ignoriert rote Linie Putins - „Zeichen der Eskalation“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Patrick Mayer

Kommentare

Die USA liefern der Ukraine F-16-Kampfjets, obwohl Moskau einmal mehr mit der „roten Linie“ droht. Experten warnen vor einer möglichen Konsequenz Russlands.

Moskau – Jetzt also doch: Die USA haben der Ukraine die Lieferung von F-16-Kampfjets zugesagt. Inflationär droht Kreml-Sprecher Dmitri Peskow dem westlichen Verteidigungsbündnis Nato mit der „roten Linie“. So tat er es auch, kurz bevor die nächste Entscheidung des amerikanischen Präsidenten Joe Biden in Washington zum Ukraine-Krieg, in diesem Fall zu den Kampfflugzeugen, bekannt wurde.

Nach F-16-Zusage an Ukraine: Stellt Russland den Westen erneut als Aggressor hin?

Wann wie viele F-16 „Fighting Falcons“ kommen sollen; und wann die Ausbildung der Piloten überhaupt abgeschlossen sein wird - völlig offen. Dennoch gehen Experten schon jetzt davon aus, dass Russland die mutmaßliche Provokation nicht auf sich sitzen lassen wird. Zumindest verbal nicht.

Den Analysten zufolge könnten Moskau-Machthaber Wladimir Putin und sein Regime die neuerliche Waffenlieferung, die mit den Kampfflugzeugen eine neue Kategorie erreicht hat, erneut dazu nutzen, den Westen als vermeintlichen Aggressor hinzustellen.

Letztes Treffen mit US-Präsident Joe Biden: Moskau-Machthaber Wladimir Putin am 16. Juni 2021 in Genf.
Letztes Treffen mit US-Präsident Joe Biden: Moskau-Machthaber Wladimir Putin am 16. Juni 2021 bei der Pressekonferenz hinterher in Genf. © IMAGO / ITAR-TASS

„Rote Linie“ für Wladimir Putin? Ukraine bekommt von Nato F-16-Kampfjets

„Putin könnte die Lieferung von Kampfflugzeugen durchaus als eine rote Linie betrachten, obwohl abzuwarten bleibt, ob, wann und wie Russland reagieren wird“, erklärte etwa Tom Roberts, Assistenzprofessor am Smith College in Massachusetts dem US-amerikanischen Nachrichtenmagazin Newsweek.

Roberts meinte weiter: „Obwohl es schwer abzuschätzen ist, wie sich die Lieferung von F-16-Kampfflugzeugen an die Ukraine auf den Verlauf des Krieges auswirken wird, wird sie wahrscheinlich als Zeichen der Eskalation interpretiert und in ein umfassenderes Narrativ westlicher Aggression integriert.“ Die Einschätzung von Roberts teilt Gary Rose, Professor für Politikwissenschaft an der Ukraine Sacred Heart University in Connecticut.

Wladimir Putin: Wie reagiert Russlands Präsident auf Kampfjet-Zusage für Kiew?

„Die Lieferung der F-16 an die Ukraine wird Putin mit Sicherheit mehr Gelegenheiten geben, zu behaupten, dass der Westen, insbesondere die USA, den Krieg eskalieren und dass der Westen der Aggressor ist“, erklärte Rose Newsweek. Polen hatte Anfang der Woche vermeldet, bereits mit der Ausbildung ukrainischer Piloten begonnen zu haben. Zur F-16-Koalition der Nato gehören auch Großbritannien und die Niederlande. Die deutsche Luftwaffe hat dagegen keine F-16 „Fighting Falcon“ in ihren Flugzeug-Beständen.

Letztes Treffen mit Moskau-Machthaber Wladimir Putin (re.): US-Präsident Joe Biden (li.) am 16. Juni 2021 in Genf.
Letztes Treffen mit Moskau-Machthaber Wladimir Putin (re.): US-Präsident Joe Biden (li.) am 16. Juni 2021 in Genf. © IMAGO / ITAR-TASS

So hart es klingen mag, erwarten die politischen Analysten eine Reaktion jedenfalls nicht: den Einsatz einer Atombombe. Allen Drohgebärden zum Trotz nicht.

Politik-Experte analysiert: „Eskalation mit Atomwaffen ist für Putin ein verlorenes Spiel“

„Einfach ausgedrückt: Wenn Putin nicht bereit ist, seine Atomwaffen einzusetzen, kann Moskau keine sinnvolle Vergeltungsmaßnahme ergreifen“, sagte Wes Renfro, Professor für Politikwissenschaft an der Quinnipiac University in Hamden Newsweek: „Eine Eskalation mit Atomwaffen ist für Putin ein verlorenes Spiel und unwahrscheinlich, bis sein Unsinn in der Ukraine seine Macht gefährdet.“ (pm)

Auch interessant

Kommentare