1. Startseite
  2. Politik

Wie und warum wir aus Katar berichten

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Thomas Kaspar

Kommentare

Thomas Kaspar, Foto: Peter Jülich
Thomas Kaspar. © peter-juelich.com

Unsere volle Sympathie gilt allen Kneipen, die sich weigern, WM-Spiele zu übertragen, allen Fans, die keine Begegnung verfolgen. Über die Gründe für einen Boykott haben wir ausführlich berichtet. Kurz: Die WM hätte nie nach Katar vergeben werden dürfen.

Warum wir dennoch berichten? „Die Wahrheit ist schwer zu finden“, hat Werner Holzer, einer der großen Chefredakteure der FR, seiner Redaktion einst mitgegeben. Die einzige Methode, um sich ihr wenigstens anzunähern, ist sich ein eigenes Bild zu machen. Ein Fernbleiben hieße, die Bilder vor Ort nur aus der geschönten Perspektive aufgeplusterter Katalogaufnahmen zu erhalten. Genau hier halten wir dagegen.

Liebe Leserinnen, liebe Leser: Wir berichten von heute an täglich aus Katar. Und wir drängen für morgen darauf, dass ein Umdenken stattfindet. Denn nur wer zugedröhnt vom Geldrausch oder gänzlich naiv ist, kann glauben, dass eine Konzentration auf die sportliche Seite derzeit möglich ist.

Erst wenn umweltschonend im Einklang mit der eigenen Bevölkerung und den Menschenrechten geplant wird, erst wenn die Sehnsucht nach gigantomanischen Auftritten beerdigt wird, erst dann kann es wieder um die Hauptsache gehen: den Sport. Und genau dann ist dieser auch wieder das, was er sein soll: Vorbild und Anreiz, sich für die richtigen Ziele anzustrengen.

Thomas Kaspar, FR-Chefredakteur

Auch interessant

Kommentare