+
Helena Marschall, „Fridays for Future“.

Klima

Liebe Frau Merkel!

Helena Marshall, Klimaaktivistin von „Fridays for Future“, schreibt einen offenen Brief an Angela Merkel.

Liebe Frau Merkel,

der Friedenspreisträger Sebastião Salgado will, dass wir alle unsere Stimme erheben. Dass wir es nicht hinnehmen, unaufhaltsam auf eine Umweltkatastrophe zuzusteuern. Dass wir die Alarmglocken läuten müssen – so wie „Fridays for Future“ es seit vielen Monaten machen. Am 20. September haben 1,4 Millionen Menschen in Deutschland für eine effektive Klimapolitik demonstriert, ich war dabei. Und was haben Sie zur gleichen Zeit getan?

Sie haben den „großen Wurf“ der Bundesregierung präsentiert, ein Klimapaket, das seinen Namen nicht verdient. Sie haben von dem „Weckruf“ der Klimademos erzählt und gleichzeitig Hunderttausenden jungen Menschen, die seit fast einem Jahr jeden Freitag auf der Straße stehen, mit ihren komplett unzureichenden und unsozialen Maßnahmen ins Gesicht geschlagen.

Mit Ihrem Klimapaket haben Sie sich von den eigenen Klimazielen für 2030 verabschiedet – und damit auch von einer lebenswerten Zukunft für meine Generation und mich. Die Bekämpfung der Klimakrise scheitert an Ihnen und Ihrer Groko. Wir fordern eine Überarbeitung dessen, was Sie Klimapaket nennen, und zwar so, dass es sich tatsächlich am 1,5-Grad-Ziel orientiert. Die nächsten zwei Jahre, in denen Sie noch regieren, sind entscheidend: In Deutschland müssen die Emissionen 2020 sinken, damit wir noch eine Chance haben, die Vernichtung des Planeten aufzuhalten. Schauen Sie auf die Gesellschaft – sie ist der Politik schon weit voraus und bereit, etwas gegen die Klimakrise zu tun.

Heute wird „Fridays for Future“ wieder in Hunderten Städten mit kreativen Aktionen präsent sein, unter dem Motto „Neustart Klima“. Wir sind noch lange nicht fertig. Sie, Frau Bundeskanzlerin, hoffentlich auch nicht.

Mit klimafreundlichen Grüßen,

Helena Marschall

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion