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Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

Abzug der Bundeswehr aus Incirlik

Von der Leyen: "Wir sind vorbereitet"

Nach dem Scheitern des letzten Einigungsversuchs wird die Bundeswehr aller Voraussicht nach vom türkischen Stützpunkt Incirlik abgezogen. Verteidigungsministerin Von der Leyen sieht die Truppe darauf vorbereitet. Dennoch werden deutsche Tornados wohl über Monate am Boden bleiben.

Die Bundeswehr ist nach den Worten von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) auf einen Umzug vom türkischen Stützpunkt Incirlik nach Jordanien vorbereitet.

"Für den Kampf gegen den IS war Incirlik eine gute Luftwaffenbasis", erklärte von der Leyen am Montag in Berlin. "Aber es ist nicht hinnehmbar, dass unsere Abgeordneten die Soldaten nicht besuchen dürfen."

Die Bundesregierung werde das weitere Vorgehen am Mittwoch im Kabinett "gemeinsam besprechen und entscheiden".

Zuvor war Außenminister Sigmar Gabriel mit seinem Versuch die Eskalation zu vermeiden, gescheitert. Ein Krisentreffen mit seinem Amtskollegen Mevlüt Cavusoglu endete ohne Durchbruch. Gabriel kündigte darauf den Abzug der 260 Bundeswehr-Soldaten vom Luftwaffenstützpunkt Incirlik an. 

Der Abzugsprozess werde "in dieser und in der kommenden Woche" in Gang gesetzt, sagte Gabriel. Cavusoglu hatte sich geweigert, das von der Bundesregierung geforderte uneingeschränkte Besuchsrecht für Bundestagsabgeordnete in Incirlik zu gewähren.

"Wir sind auf eine Verlegung vorbereitet", betont Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. "Mit dem Flughafen Al Azraq in Jordanien haben wir eine vergleichbare Alternative gefunden."

Sie habe sich bei ihrem Besuch in Jordanien im Mai selbst davon überzeugen können. Der jordanische König Abdullah habe seine volle Unterstützung zugesagt, sagte von der Leyen.

Neben den 280 Soldatinnen und Soldaten gehe es bei dem Umzug auch um den Transport von etwa 10.000 Tonnen Material in knapp 200 Containern. "Das bedeutet natürlich, dass es eine Unterbrechung unserer Flugeinsätze im Kampf gegen den IS geben wird", sagte von der Leyen.

Ziel sei, dass das Tankflugzeug innerhalb von zwei bis drei Wochen wieder Einsätze fliege, die Tornados in zwei bis drei Monaten.

Die Bundeswehr beteiligt sich bislang von Incirlik aus mit Aufklärungs-Tornados und einem Tankflugzeug am internationalen Einsatz gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). (afp/dpa)

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