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„Letzte Generation“: „Hetze“ nach Unfall in Berlin – Neue Details bekannt

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Von: Katja Thorwarth

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„Letzte Generation“ kritisiert die Medien und blockiert weiter. Derweil wird ein internes Papier der Feuerwehr bekannt, das die Aktivist:innen entlastet.

Update von Freitag, 4. November, 13.45 Uhr: Wie aktuell bekannt wird, hatte die Klimablockade der „Letzten Generation“ keinen Einfluss auf den Unfalltod der Radfahrerin in Berlin. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, dass das Spezialfahrzeug, das im durch die Proteste verursachten Stau steckte, laut einem internen Vermerk der Feuerwehr gar nicht gebraucht worden sei. Die Notärztin habe sich für einen anderen Weg entschieden, die eingeklemmte Frau zu befreien.

Erstmeldung von Freitag, 4. November, 08.00 Uhr: Berlin – In den sozialen Medien reißt die Diskussion um die Klimaaktivist:innen der „Letzten Generation“ nicht ab. Nach dem Hirntod einer von einem Betonmischer überrollten Radfahrerin wird der Gruppe teils „fahrlässige Tötung“ vorgeworfen. Der Verdacht steht im Raum, dass die Rettung der Frau möglicherweise durch die Klimablockade, die einen Stau verursacht habe, behindert worden sei.

Die „Letzte Generation“ bei einer Straßenblockade: Justizminister Buschmann hält härtere Strafen bei Klimaprotesten für möglich.
Die „Letzte Generation“ bei einer Straßenblockade: Justizminister Buschmann hält härtere Strafen bei Klimaprotesten für möglich. © Paul Zinken/dpa

Die Polizei ermittelt, es ist jedoch nichts abschließend festgestellt bzw. bewiesen. Dennoch wird vielfach mit dem Narrativ gearbeitet, die Aktivist:innen hätten den Rettungswagen direkt behindert und ergo „Tote in Kauf genommen“. So beispielsweise, wenn der Slogan „Klimablockade behinderte Rettungswagen“ geteilt wird - wie etwa im Fall der AfD. Die „Letzte Generation“ weist diese Vorwürfe scharf von sich. Der Spiegel zitiert die Gruppe folgendermaßen: „Dass ein ganzes Mediensystem sich gegen uns wenden würde, damit haben wir nicht gerechnet“, erklärt die Gruppe in einem Statement und kritisiert die Medien scharf.

Klimaaktivist:innen „Letzte Generation“ kritisieren die Medien scharf

Weiter beklagen sie eine „Welle der Vorwürfe, Unwahrheiten und Hetze“ gegen sich und kontern mit dem Vorwurf, dass die Umstände des Unfalls der Radfahrerin in Berlin „in dieser Form fiktiv auf[ge]bauscht, und damit demokratischer Protest in einer Krisensituation delegitimiert“ würde.

Zu dem Unfall heißt es: „Damit wir uns nicht falsch verstehen: Dass die Radfahrerin im Straßenverkehr verunglückt ist, ist furchtbar. Wir sind bestürzt und in Trauer.“ Es sei jedoch „an der Zeit, eine Grenze zu ziehen“, ergänzt die Gruppe mit Blick auf die Berichterstattung. Parallel werde sich die Gruppe von „öffentlicher Hetze“ nicht davon abbringen lassen, „das einzig moralisch Richtige zu tun: In einer alles entscheidenden Krise nicht zu verharren, sondern loszugehen.“

Aktuell setzen die Aktivist:innen ihre Proteste mit Blockaden in Berlin fort: „Größtes Risiko für die Menschheit ist, den Alltag einfach weiterzumachen. Größte Gefahr ist hinzunehmen, dass die Regierung nicht mal einfachste Sicherheitsmaßnahmen ergreift“, heißt es auf Twitter.

Tatsächlich sehen manche Twitter-Nutzer die Ereignisse um die tote Radfahrerin in Berlin differenzierter: „Wenn Rettungskräfte durch Falschparker behindert werden und nicht durch Klimaaktivisten und ein Mensch deswegen stirbt, interessiert es komischerweise niemanden. Ist halt normaler Alltag und es lässt sich schlecht Stimmung damit machen“, schreibt ein Nutzer. Auch die Grünen-Bundestagsabgeordnete Paula Piechotta springt den Klimademonstranten bei.

BuzzFeed hat im Kontext des Falls mit einem Berliner Notfallsanitäter gesprochen, der berichtet, als Rettungskraft „auf dem Weg zu jedem einzelnen Einsatz blockiert“ zu werden. „Diese Klimaproteste behindern den Verkehr und behindern damit auch den Rettungsdienst und die Feuerwehr. Aber das ist ein kleiner Teil“, zitiert BuzzFeed den Sanitäter. Und weiter seien Falschparker:innen, Baustellen und fehlende Rettungsgassen die wesentlichen Gründe für eine Behinderung. Stattdessen Klima-Aktivist:innen verantwortlich zu machen, sei „heuchlerisch, verlogen und hetzerisch“. (ktho)

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