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„Letzte Generation“: Klima-Protest soll „delegitimiert“ werden

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Von: Katja Thorwarth

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Klima-Aktivist:innen der „Letzten Generation“ blockieren in München eine Straße.
Klima-Aktivist:innen der „Letzten Generation“ blockieren in München eine Straße. © Matthias Balk/dpa

Die „Letzte Generation“ wehrt sich gegen die Einordnung der Politik, nicht friedlich zu sein. Derweil gehen die Klima-Proteste weiter.

München - „Wir kommen zusammen und leisten entschlossen gewaltfreien Widerstand gegen den fossilen Wahnsinn unserer Gegenwart. Wir sind der Überlebenswille der Gesellschaft!“ - die Aktivist:innen der „Letzten Generation“ richten auf ihrer Webseite mahnende Worte an die Gesellschaft. Es blieben nur noch „zwei bis drei Jahre, in denen wir den fossilen Pfad der Vernichtung noch verlassen können“.

Entsprechend versuchen die hauptsächlich jungen Leute, mit spektakulärem Protest auf sich aufmerksam zu machen. Dazu zählen Aktionen in Museen oder etwa das Festkleben auf viel befahrenen Straßen zwecks Straßenblockade. Das kommt nicht überall gut an, die Politik wirft der „Letzten Generation“ vor, sogar die Gefährdung von Menschenleben bewusst in Kauf zu nehmen. Manche sprechen von einer „Klima-RAF“.

„Letzte Generation“: „Wollen eine friedliche Protestbewegung bleiben“

Auf derlei Vorwürfe reagieren die Klimaaktivist:innen und betonen, eine friedliche Protestbewegung bleiben zu wollen. „Wir werden auf jeden Fall friedlich bleiben, weil wir wissen, dass nur friedlicher Widerstand funktionieren kann“, sagte Sprecherin Lina Johnsen am Dienstag (6. Dezember) im Bayerischen Rundfunk. Laut Johnsen gibt es keine Anhaltspunkte für eine gewaltsame Radikalisierung der Bewegung. „Wir wollen niemanden verletzen. Wir setzen uns ja für den Erhalt unserer Lebensgrundlage auf die Straße“, erklärte Johnsen.

Vielmehr solle der Protest „delegitimiert“ werden. „Der stört. Der wirft unangenehme Fragen auf, mit denen sich auseinandergesetzt werden muss.“ Doch die Empörung der Menschen führe dazu, dass sie sich aktiv mit dem Thema Klimaschutz auseinandersetzten und sich positionierten. Auch in der Regierung und im Parlament könne der Protest „noch Umlenkungen schaffen“, hofft Johnsen.

Protest der „Letzten Generation“: CSU sieht „Radikalisierungstendenzen“

Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU) hatte am Montagabend gewarnt, der Klimaschutz rechtfertige keine Straftaten. Man sehe Radikalisierungstendenzen von einem Teil der Aktivist:innen. „Sogenannte Klimaaktivisten, die die Gesundheit und das Leben anderer Menschen gefährden, sind Kriminelle“, sagte der Minister.

Diese Einschätzung hindert die „Letzte Generation“ jedoch nicht daran, für diese Woche eine Ausweitung und Verschärfung ihrer Blockadeaktionen anzukündigen. Bereits am Montagmorgen hatten sich in München neun Menschen auf der Fahrbahn am Stachus festgeklebt, sieben weitere kletterten auf den Autobahnen A9 und A96 auf Schilderbrücken und behinderten so mehrere Stunden den Verkehr. Gegen vier Personen wurde daraufhin die Anordnung eines Gewahrsams beantragt.

Auch am Dienstagmorgen fanden mehrfache unangemeldete Blockaden auf den Straßen und Autobahnen in und um München statt, wie die „Letzte Generation“ auf Twitter mitteilte. Unter anderem wurde wieder eine Schilderbrücke über der A9 besetzt. (ktho/epd)

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