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Letzte Chance für Steinbrück

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Die Moderatoren des TV-Duells: Stefan Raab, Anne Will, Maybrit Illner und Peter Klöppel.
Die Moderatoren des TV-Duells: Stefan Raab, Anne Will, Maybrit Illner und Peter Klöppel. © dpa

Beim einzigen Fernsehduell mit Kanzlerin Merkel muss SPD-Herausforderer Peer Steinbrück versuchen, seinen Umfrage-Rückstand zu verringern. Auch die Moderatoren wollen die bedächtige Kanzlerin aus der Reserve locken.

Drei Wochen vor der Bundestagswahl treffen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück am Sonntag in ihrem einzigen Fernsehduell aufeinander. Die vier Moderatoren von ARD, ZDF, RTL und Pro-Sieben wollen in der 90-minütigen Live-Sendung vor allem die Kanzlerin aus der Reserve locken. Sie vermeidet im Wahlkampf bisher weitgehend eine harte Konfrontation mit ihren Kontrahenten. Für den Herausforderer ist es eine wichtige Chance, seinen Umfrage-Rückstand zu verringern.

Das Duell wird von den vier Sendern ab 20.30 Uhr parallel übertragen. Es unterliegt strengen Regeln: Klar festgelegt ist, wer die erste Frage bekommt (Steinbrück), wer das letzte Wort hat (Merkel) und wer wie lange reden darf (maximal 60 Sekunden Unterschied zwischen beiden).

Umfragen zufolge genießt Merkel in der Bevölkerung weit mehr Vertrauen als Steinbrück. Wechselstimmung ist nicht auszumachen. Steinbrück gilt aber als besserer Redner. Deswegen werden ihm Chancen eingeräumt, durch das TV-Duell noch neue Wähler für die SPD zu gewinnen. Die Themenpalette dürfte von Syrien, der Eurokrise und Steuerplänen über die Miet- und Strompreise bis hin zur Pkw-Maut, der NSA-Geheimdienstaffäre und Koalitionsoptionen reichen.

Raab will nicht den Spaßvogel geben

Die ARD-Moderatorin Anne Will beklagte am Freitag bei einer Präsentation im Fernsehstudio in Berlin-Adlershof, dass Merkel bisher jede Konfrontation vermieden habe. Ihre ZDF-Kollegin Maybrit Illner kündigte an: „Wir werden versuchen, Merkel aus der Reserve zu locken.“ Der RTL-Moderator Peter Kloeppel sagte, mit dem einzigen gemeinsamen Auftritt könnten sich die Zuschauer ein Bild von den beiden Kandidaten machen. Diese müssten sich – vor himmelblauer Kulisse – zwar nicht direkt in die Augen sehen, aber es bedürfe nur einer leichten Drehung, um den Kontrahenten anzuschauen.

Der Pro-Sieben-Entertainer Stefan Raab, der erstmals zu den Moderatoren des Duells gehört, verglich die Runde mit einem „Endspiel“. Durch die gleichzeitige Übertragung auf vier Sendern würden Millionen Zuschauer das Gefühl bekommen, „dass man zuschauen muss“. Er sei zwar ein emotionaler Mensch, wolle sich aber als „Teamplayer“ an die Regeln der Fragerunde halten, versicherte der TV-Spaßvogel. „Ich hoffe, es gehen mir nicht die Pferde durch.“

Das TV-Duell 2009 von Merkel und dem damaligen SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier sahen rund 14 Millionen Menschen. 2005 beim Duell der damaligen CDU-Kandidatin Merkel gegen Kanzler Gerhard Schröder (SPD) waren es knapp 21 Millionen Zuschauer. Beim Duell gegen Schröder war Merkel Kommentatoren zufolge unterlegen. Das änderte nichts daran, dass sie wenig später Kanzlerin wurde. 2009 war weder Merkel noch Steinmeier als Sieger hervorgegangen. (dpa)

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