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Migranten und Flüchtlinge stehen neben brennenden Hauscontainern im Flüchtlingslager Moria.

Feuer im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos

Lage nach Feuer in Flüchtlingslager auf Lesbos angespannt – Mutter und ihr Kind sterben

Nach dem Tod von zwei Migranten auf der griechischen Insel Lesbos bleibt die Lage im Registrierlager von Moria äußerst angespannt.

Bei zwei Bränden im Flüchtlingslager Moria und einem daneben gelegenen Zeltlager auf der griechischen Insel Lesbos sind am Sonntag eine Mutter und ihr Kind ums Leben gekommen. Im Anschluss kam es am Sonntag in dem überfüllten Auffanglager zu Unruhen. Die Brandursache war zunächst unklar, wie Beobachter am Abend sagten.

Die beiden Feuer waren griechischen Medienberichten zufolge am Sonntag gegen 17 Uhr sowohl im Auffanglager Moria als auch im daneben gelegenen provisorischen Zeltlager "Olive Grove" ausgebrochen. Während das Feuer im Zeltlager schnell gelöscht werden konnte, entstand im sogenannten Hotspot, dem Registrierzentrum der Insel, erheblicher Schaden. Die Feuerwehrleute hätten sich angesichts der Feuersbrunst zunächst zurückziehen müssen, berichtete eine Nachrichten-Website der Insel Lesbos.

Lage auf Lesbos weiterhin kritisch

Die Lage war auch am Montag im Lager von Moria äußerst angespannt. Dies sagte der Bürgermeister der Inselhauptstadt Mytilini, Stratos Kytelis, dem griechischen Nachrichtensender Skai. "Tausende Migranten müssen so schnell wie möglich aufs Festland. So kann es nicht weitergehen"

Nach Bekanntwerden des Todes der zwei Menschen in dem überfüllten Auffanglager kam es zu schweren Unruhen. "Wir wurden angegriffen und konnten nicht sofort die Feuer im Lager löschen. Wir haben Angst um unser Leben gehabt", sagte der Sprecher der Gewerkschaft der Feuerwehrleute von Lesbos, Georgios Dinos, im griechischen Fernsehen.

Die Regierung brachte in der Nacht mit einem Transportflugzeug des Typs C-130 zusätzliche Einheiten der Bereitschaftspolizei nach Lesbos. Die Bereitschaftspolizei setzte massiv Tränengas ein, um die ausgebrachten Migranten zurückzudrängen, berichteten Reporter vor Ort.

Flüchtlinge leben auf Lesbos unter prekären Lebensbedingungen

Das Lager Moria auf Lesbos steht seit Jahren in der Kritik, da es chronisch überfüllt ist. Derzeit leben rund 13.000 Menschen in dem Lager, das eigentlich nur für 3000 ausgelegt ist.

Auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos sind derzeit rund 30.000 Flüchtlinge unter teils prekären Umständen untergebracht, weil der Zustrom von Migranten aus der Türkei in den vergangenen Wochen zugenommen hat. Ihre Zahl ist die höchste seit Inkrafttreten des EU-Türkei-Flüchtlingspaktes im März 2016. (FR/dpa)

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