Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Alltag im Flüchtlingslager Moria.
+
Zwei junge Afghanen außerhalb ihres Zeltes im Flüchtlingscamp Moria.

Migration

Griechenland: „Menschenunwürdige Bedingungen“ in neuen Flüchtlingslagern

  • VonLukas Zigo
    schließen

Ein Jahr nach dem Brand im Flüchtlingscamp Moria auf Lesbos kritisieren Menschenrechtler:innen, die neuen Lager würden die Situation der Geflüchteten nicht verbessern.

Athen – Die Situation auf der griechischen Insel Lesbos ist für Geflüchtete nach wie vor katastrophal. Grund genug, dass sich 45 Hilfsorganisationen in ihrer Kritik an der griechischen Migrationspolitik zusammenschlossen. Etwa ein Jahr nach dem fatalen Brand im Flüchtlingscamps Moria sei nichts aus dem Geschehenen gelernt worden, teilt die Dachorganisation Europe must act (EMA) am Mittwoch (08.09.2021) mit.

Laut EMA zielten die geplanten neuen Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln darauf ab, die Bewegungsfreiheit der Menschen einzuschränken und Hilfsorganisationen den Zugang zu den Geflüchteten zu erschweren. Eine Gruppe Helfer:innen, darunter örtliche Rechtsanwälte und Solidaritätsvereine sowie internationale Gruppierungen, kritisieren die Regierung in Athen scharf. Diese verfolgte eine „schädliche Politik zur Abschreckung und Eindämmung von Asylbewerbern und Flüchtlingen“.

EU beteiligt: 250 Millionen Euro für neue Flüchtlingscamps in Griechenland

Die EU ist an diesem Projekt beteiligt, unterstützte sie doch den Bau der Camps mit 250 Millionen Euro. Am 18. September dieses Jahres wird ein erstes solches Lager auf der Insel Samos eröffnet. Auch auf Chios und Lesbos soll der Bau der Lager im Laufe des nächsten Jahres fertiggestellt werden.

Kritikpunkte der Projekte sind, dass die Anlagen fernab jeglicher Insel-Infrastruktur liegen und die Menschen sie nicht nach Belieben verlassen dürfen. Erik Marquard, asylpolitischer Spreche der Grünen, verdeutlicht die Zustände in solchen Lagern: „Als ich das neue Moria vor wenigen Wochen besuchte, waren die Bedingungen noch immer menschenunwürdig. Im Lager Mavrovouni leben Tausende in Containern und Zelten, ohne fließend Wasser und Strom. Das Lager sollte eine Notlösung sein, existiert aber noch und wird sogar weiter ausgebaut.“

Griechenland bezeichnet Lager als „geschlossenes Zentrum mit kontrolliertem Zugang“

Das Migrationsministerium Griechenlands bezeichnet das Lager auf Samos beispielsweise als „geschlossenes Zentrum mit kontrolliertem Zugang“. Ende letzten Jahres erst hatte die griechische Regierung die Kritik freiwilliger Helfer:innen auf sich gezogen, als sie ein Gesetz verabschiedete, wodurch deren Aktivitäten massiv eingeschränkt wurden.

Helfer:innen zur Seenotrettung dürfen demnach nur antreten, sofern die griechische Küstenwache keine Kapazitäten hat. Gleichsam müssen alle Aktivitäten gemeldet werden. Die Regierung begründet das damit, dass die Aktionen mancher Flüchtlingshelfer aus dem Ruder gelaufen seien. Die immer wieder auftretenden Vorwürfe unterstellen Helfer:innen, mit Migranten in der Türkei Kontakt aufzunehmen, um sie jenseits der Küstenwache zu den Inseln zu lotsen. (Lukas Zigo/dpa)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare