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„Putin versteht nur Sprache der Härte“: Siko-Chef fordert Kampfpanzer für die Ukraine – Deutsche skeptisch

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Von: Franziska Schwarz

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Leopard 2
Deutschland könnte bald Leopard-Kampfpanzer in die Ukraine liefern. (Symbolfoto) © Michael Kappeler/dpa

In Ramstein fallen bald die Würfel: Kampfpanzer an die Ukraine oder nicht? Siko-Chef Christoph Heusgen sagt Ja. Doch die Deutschen sind vorsichtig.

Berlin – „Wenn Sie führen wollen, kann das nicht heißen, immer nur das Nötigste als Letzter zu machen“: Christoph Heusgen, Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz (Siko) macht in der Kampfpanzer-Frage Druck auf Kanzler Olaf Scholz (SPD). Deutschland müsse stattdessen vorangehen, sagte der frühere Top-Diplomat der Nachrichtenagentur dpa kurz vor den Beratungen der Ukraine-Alliierten in Ramstein.

Großbritannien hat bereits angekündigt, westliche Kampfpanzer an Kiew zu liefern, Polen und Finnland sind im europäischen Verbund dazu bereit. Scholz ist nun offenbar auch zur Lieferung der deutschen „Leopard 2“ bereit – aber nur, wenn die USA ihrerseits Kampfpanzer des Typs „Abrams“ liefern, berichtet merkur.de.

Siko-Chef zur Panzerlieferung im Ukraine-Krieg: Wladimir Putin versteht nur die Sprache der Härte“

Heusgen kritisierte, dass die Kampfpanzer-Lieferung im Ukraine-Krieg verschleppt worden sei. „Wenn wir sehen, welches schreckliche Leid die Russen anrichten in den besetzten Gebieten, dann besteht beim Thema Kampfpanzer auch eine moralische Verpflichtung“, sagte er. Kremlchef Wladimir Putin verstehe „leider nur die Sprache der Härte“. Die Nato-Partner einschließlich der USA sagten alle: „Natürlich könnt ihr mehr machen.“ Die deutschen Schritte bei den Waffenlieferungen seien alle richtig gewesen. „Aber sie hätten früher erfolgen müssen.“

Rüstungsindustrie kann Leopard-2-Kampfpanzer an Ukraine doch früher liefern

Unterdessen erfuhr die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), dass die deutsche Rüstungsindustrie schon dieses Jahr zehn bis 15 zusätzliche Leopard-2-Panzer bereitstellen könnte – bei Bedarf und unter bestimmten Bedingungen. Das ist deutlich früher als zunächst angenommen. „Wir brauchen eine Entscheidung heute“, wie die FAZ aus der Branche zitiert, macht aber auch deutlich: Die Chance auf eine schnelle Lieferung müsste flugs ergriffen werden.

Mehrheit der Deutschen laut Umfrage gegen Kampfpanzer-Lieferungen

Die deutsche Bevölkerung indes sieht die Lieferung von Leopard-2-Kampfpanzern in die Ukraine weiterhin überwiegend skeptisch. In einer aktuellen YouGov-Umfrage im Auftrag der dpa sprachen sich 43 Prozent der Teilnehmer dagegen und nur 39 Prozent dafür aus. 16 Prozent machen keine Angaben.

Deutschland hat seit dem russischen Angriff auf die Ukraine bereits Waffen und militärische Ausrüstung im Wert von mehr als 2,2 Milliarden Euro geliefert – darunter schwere Artilleriegeschütze und Flugabwehrsysteme. Jeder dritte Befragte (33 Prozent) meint, das sei schon jetzt zu viel. 24 Prozent sagen, der Umfang der Lieferungen sei so genau richtig. 25 Prozent fordern mehr militärische Unterstützung für die Ukraine aus Deutschland. (dpa/frs)

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