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Großeinsatz der Polizei

„Querdenker“-Demo in Leipzig: Journalisten angegriffen, Grünen-Politiker belästigt

  • Lukas Rogalla
    VonLukas Rogalla
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Die „Querdenker“ protestieren am Samstag in Leipzig. Die Lage eskaliert. Mehrere Personen werden verletzt, darunter auch ein Journalist.

Update vom Montag, 08.11.2021, 10.30 Uhr: Auf der „Querdenker“-Demo in Leipzig am 06.11.2021 sind auch Journalisten angegriffen worden. In einem Video auf Twitter ist zu sehen, wie ein Demonstrant einen Fotografen zu Boden zieht und mehrere Personen hinzukommen und auf ihn und begleitende Personen einschlagen. Ein Journalist soll dabei verletzt worden sein.

Während eines Interviews wurde auch der Mitveranstalter der Gegenproteste, Jürgen Kasek, angegriffen. Dem Grünen-Politiker wurde seine Maske heruntergezogen. „Dass ich mich entscheide, eine Maske zu tragen ... ich trage die Maske aus Rücksichtnahme. Da hat kein anderer zu kommen und reinzugreifen. Und diese Übergriffigkeit von der ‚Querdenker‘-Szene, alles besser zu meinen, ist tatsächlich ein Problem. Das ärgert mich“, sagte Kasek dem MDR. Und weiter höre die Freiheit des einzelnen da auf, wo „sie die Freiheit des anderen tangiert“.

Eskalation bei „Querdenker“-Demo in Leipzig: Behörden nennen Details

+++ Update vom Sonntag, 07.11.2021, 07.23 Uhr: In Leipzig endete eine Demonstration der „Querdenker“-Bewegung erneut in einer gewalttätigen Auseinandersetzung mit der Polizei. Am Sonntagmorgen nun wird das Ausmaß der Eskalation deutlich.

Laut Angaben der Polizei wurden demnach mehr als 30 Ermittlungsverfahren gegen Teilnehmerinnen und Teilnehmer der „Querdenken“-Demonstration in Leipzig eingeleitet. Zu den Vorwürfen zählen unter anderem Körperverletzung, Landfriedensbruch,Sachbeschädigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Mindestens ein Polizist wurde nach Angaben der Behörden schwer verletzt. Er musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Auch aufseiten der Demonstranten soll es nach bislang unbestätigten Berichten Verletzte gegeben haben. Über die Anzahl der möglicherweise verletzten Personen gab es am Sonntagmorgen aber noch keine Angaben.

Die „Querdenker“-Demo in Leipzig eskalierte.

„Querdenker“-Demo in Leipzig: Polizei setzt Schlagstöcke und Pfefferspray ein

+++ 22.45 Uhr: Der „Querdenker“-Protest am Samstag in Leipzig ist in Gewalt umgeschlagen. Bei Auseinandersetzungen zwischen Demo-Teilnehmern und der Polizei wurden mehrere Einsatzkräfte verletzt. Ein Beamter musste sich nach Angaben der LVZ in stationäre Behandlung begeben. Wie viele insgesamt Verletzungen erlitten, stand am Samstagabend noch nicht fest.

Die Polizei leitete mehrere Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruch, Sachbeschädigung, Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ein. Im Laufe des Nachmittags kamen Schlagstöcke und Pfefferspray zum Einsatz. Eine Panne bei der Polizei habe dafür gesorgt, dass eine „Querdenker“-Aufzug in Richtung Augustusplatz trotz Verbots stattfinden konnte.

+++ 21.22 Uhr: Die Lage in Leipzig hat sich mittlerweile wieder entspannt. Immer mehr Gruppen verlassen die „Querdenker“-Proteste auf dem Richard-Wagner-Platz und anderen Orten im Zentrum der Stadt. Die Polizei führt weiterhin Identitätsfeststellungen im Zusammenhang mit Verstößen gegen die Corona-Verordnung von Sachsen und Teilnahmen an verbotenen Aufzügen durch. Es kam vielerorts zu Verfolgungsszenen und Rangeleien.

Bei der einer Demonstration der „Querdenker“ Bewegung in Leipzig kommt es zu Ausschreitungen.

„Querdenker“-Demo in Leipzig: Tausende protestieren gegen Corona-Maßnahmen

+++ 19.39 Uhr: Das Geschehen in Leipzig findet mittlerweile vor allem am Richard-Wagner-Platz statt. Dort haben sich sowohl „Querdenker“ als auch einige hundert Gegendemonstrantinnen und -demonstranten versammelt. Um 19 Uhr hat dort die Demonstration der „Bürgerbewegung Leipzig“ begonnen. Deren Motto lautet: „Tag der Freiheit! Impfpflicht nein Danke!“ Wasserwerfer und Räumpanzer der Polizei, die beide Lager zu trennen versucht, stehen dort bereit.

+++ 18.13 Uhr: Es wird immer unübersichtlicher in Leipzig. Zwischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der „Querdenker“-Demonstration und der Polizei kommt es vielerorts in der Innenstadt zu Rangeleien. Am Augustusplatz lassen die Einsatzkräfte verlauten: „Sie sind Teilnehmer einer unerlaubten Zusammenkunft. Deshalb werden von allen Teilnehmern jetzt ID-Feststellungen durchgeführt.“ Vereinzelt komme die Polizei dieser Ankündigung nach, berichtet die LVZ.

„Querdenker“-Demo in Leipzig: Polizei nimmt 24 Personen aus rechter Szene fest

+++ 17.36 Uhr: Am Rande der „Querdenker“-Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Leipzig hat die Polizei heute 24 Personen aus der rechten Szene festgesetzt. Sie hätten verbotene Gegenstände bei sich getragen und seien in Gewahrsam genommen worden, informierte die Polizei. „Sie können heute an keiner Veranstaltung mehr teilnehmen.“

Die Polizei ist in Leipzig mit einem Großaufgebot im Einsatz. Dazu gehörten auch drei Wasserwerferstaffeln. Die Zahl der Demonstrantinnen und Demonstranten wird auf einige Tausend geschätzt. Weil die Versammlungsfläche auf dem Augustusplatz voll war, wurden weitere Demonstranten auf eine alternative Fläche umgeleitet. Zudem gab es Gegenproteste.

Teilnehmerinnen und Teilnehmer der „Querdenken“-Demonstration stehen auf dem Augustusplatz in Leipzig der Polizei gegenüber.

In der Goethestraße/Ritterstraße haben die Einsatzkräfte nun einen Versorgungspunkt eingerichtet, da mehrere Notrufe verletzter Personen eingegangen sind.

„Querdenker“-Demo in Leipzig eskaliert: Polizei setzt Schlagstöcke und Pfefferspray ein

+++ 17.23 Uhr: Mehrere Tausend Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich zur „Querdenker“-Demonstration in Leipzig versammelt, wie ein Polizeisprecher gegenüber der LVZ mitteilt. Die Lage sei kompliziert, denn immer wieder würden sich Passantinnen und Passanten in das Geschehen mischen. Vereinzelt seien Polizeiketten überrannt worden. Das Verbot einer Versammlung obliege jedoch nicht bei der Polizei, sondern der Versammlungsbehörde. 

In Leipzig ist die Stimmung ist aufgeheizt. Die Polizei versucht, die Goethestraße abzuriegeln. Um weitere Aufzüge der „Querdenker“ zu verhindern, stellen die Einsatzkräfte Wasserwerfer bereit.

++ 16.54 Uhr: Bei der „Querdenker“-Demo in Leipzig kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei, wie Videoaufnahmen zeigen. Die Einsatzkräfte setzten Schlagstöcke und Pfefferspray ein und lassen Wasserwerfer auffahren. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Demo werden aufgefordert, die Bereiche an Absperrungen zu räumen. Immer wieder rufen diese: „Wir sind das Volk“.

„Querdenker“-Demo in Leipzig: Maximale Teilnehmerzahl vor Beginn erreicht

+++ 15.45 Uhr: Beim „Querdenker“-Protest der sogenannten „Bewegung Leipzig“ ist die maximale Teilnehmerzahl bereits vor dem offiziell angekündigten Beginn um 15 Uhr erreicht worden. Das habe ein Polizeisprecher gegenüber der Leipziger Volkszeitung bestätigt. Die seit Freitag geltende Corona-Vorwarnstufe erlaubt Versammlungen nur stationär und mit höchstens 1000 Menschen.

Die „Bewegung Leipzig“ hatte ursprünglich 3000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer angemeldet. Es müsse nun geklärt werden, wie der Protest stattfinden kann und was mit Personen geschehen soll, die sich der Demonstration noch anschließen wollen. Derzeit versuchen demnach zahlreiche Demonstrantinnen und Demonstranten, noch auf den Augustusplatz zu drängen. Die Zugänge seien jedoch durch die Polizei abgeriegelt. Bereits im Vorfeld der „Querdenker“-Demo waren mehrere Personen in Gewahrsam genommen worden.

„Querdenker“-Demonstration in Leipzig: Verfassungsschutz warnt vor Radikalisierung

Erstmeldung: Leipzig – Mit einem großen Polizeiaufgebot sollen Einsatzkräfte am Samstagnachmittag (06.11.2021) mehrere Demonstrationen in Leipzig begleiten. Neben einer angekündigten Demonstration der „Querdenker“ gegen die Corona-Maßnahmen* soll auch gegen eine „Impfpflicht“ demonstriert werden. Angemeldet hat die zentrale Demonstration, zu der auch etliche Gegenproteste angemeldet wurden, die Gruppierung „Bewegung Leipzig“. Von den ursprünglich 3000 angemeldeten Teilnehmenden sind aufgrund der Entwicklung der Pandemie in Sachsen jedoch nur 1000 erlaubt.

Die Polizei warnt bereits im Vorfeld der Veranstaltung vor Verkehrseinschränkungen und möglichen Sperrungen aufgrund der Demonstrationen im Innenstadtbereich der sächsischen Großstadt. Erschwerend dazu kommt auch ein Bundesliga-Spitzenspiel in der Stadt: Um 18.30 Uhr erfolgt der Anpfiff der Partie zwischen der heimischen Fußballmannschaft Red Bull Leipzig gegen den aktuellen Tabellenzweiten Borussia Dortmund.

Geplante „Querdenker“-Demo in Leipzig: Polizei plant Großeinsatz und fordert Verstärkung an

Auch wegen der Erfahrungen einer „Querdenker“-Demonstration im vergangenen Jahr*, bei der 20.000 Demonstrierende durch die Innenstadt von Leipzig zogen, haben sich die Einsatzkräfte der sächsischen Polizei auf einen Großeinsatz vorbereitet. Neben Kräften der sächsischen Bereitschaftspolizei, erhalte die Polizeidirektion Leipzig auch Unterstützung durch einen Polizeihubschrauber, eine Wasserwerfer-Staffel sowie eine Reiterstaffel. Das Sächsische Innenministerium hat außerdem Verstärkung aus anderen Bundesländern angefordert.

Gegendemonstrant:innen bei den Querdenker-Protesten im vergangenen November. Auch für Samstag sind zahlreiche Gegenproteste angemeldet. (Archivfoto)

Im Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen warnte der thüringische Verfassungsschutzpräsident Stephan Kramer im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vor einer Radikalisierung von Corona-Leugner:innen und Gegner:innen der Corona-Maßnahmen. „Die vierte Welle, die Diskussion über Booster-Impfungen* und Verschärfungen von Corona-Maßnahmen wie die Ausweitung von 2G-Regelungen können zu einem neuen Push für die Szene führen.“

Radikalisierung in der Querdenker-Szene: Verfassungsschützer sind alarmiert

Kramer verwies darauf, dass diese Tendenz nicht nur bei Demonstrationen, sondern vor allem auch in Internet-Kommentaren zu erkennen sei. „Wir erleben im ganzen Land Pöbeleien, Beleidigungen, tätliche Angriffe und ultraaggressives Verhalten“. Das gehöre mittlerweile bundesweit zur Tagesordnung. Die vierte Welle der Pandemie sowie „Kommunikationsdefizite und Widersprüche der Politik etwa zu den Booster-Impfungen“ führten dazu, dass sich die Szene bestätigt fühle und „weiter angeheizt“ werde. (lrg/red/dpa) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Sebastian Willnow/dpa

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