Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ordnet noch seine Pläne für den Rest seiner Karriere. 	Britta Pedersen/zb/dpa
+
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ordnet noch seine Pläne für den Rest seiner Karriere.

Union

Die leidige Frage nach dem K

  • Tobias Peter
    vonTobias Peter
    schließen

Wer soll’s denn nun sein: Laschet, Merz, Spahn, Söder? Die Union dreht sich um sich selbst.

Frank-Walter Steinmeier ist bis zum Frühjahr 2022 als Bundespräsident gewählt. Der frühere sozialdemokratische Außenminister ist als Staatsoberhaupt höchst angesehen. Es sagt einiges über den derzeitigen Verwirrungszustand in der Union, dass in deren Reihen bereits jetzt über eine Nachfolge Steinmeiers spekuliert wird.

In der „Süddeutschen Zeitung“ hieß es, in der CDU würde von Einzelnen – unter anderem von zwei Mitgliedern des Bundesvorstands – das Szenario diskutiert, Armin Laschet könne sich doch darum bewerben, Steinmeier nachzufolgen. Mit anderen Worten: Dann könnte der Nordrhein-Westfale doch das Rennen um Parteivorsitz und Kanzlerkandidatur aufgeben.

Aber sollte die Union sich jetzt schon festlegen, wen sie in anderthalb Jahren ins Rennen um das Präsidentenamt schickt? Und das, obwohl noch gar nicht klar ist, ob der beliebte Steinmeier erneut kandidieren möchte? Das scheint wenig wahrscheinlich. Und doch ist die Idee – mit deren Verbreitung keiner Laschet einen Gefallen getan hat –, ein starkes Indiz dafür, dass die Union gerade ein Problem hat.

In der CDU mehren sich die Bedenken, ob von den drei Anwärtern für den Parteivorsitz irgendwer auch als Kanzlerkandidat für 2021 geeignet ist. Von Norbert Röttgen glaubt in der CDU sowieso keiner, dass er Vorsitzender wird. Friedrich Merz, so befürchten viele, könnte bei den Wählern zu sehr polarisieren. Davon abgesehen hat er keine Regierungserfahrung.

Bayerns Landesvater Markus Söder lässt die Parteibrüder und -schwestern im Norden erst mal machen.

Und dann ist da eben noch Armin Laschet, der nordrhein-westfälische Ministerpräsident, von dem anfangs viele glaubten, er werde das Rennen machen. Doch sein Management in der Corona-Krise hat die deutsche Öffentlichkeit bestenfalls wenig überzeugt. Das lässt sich an seinen persönlichen Umfragewerten recht unmissverständlich ablesen.

Laschet hat sich früh den Parteikollegen und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn für sein Team gesichert – als Vizekandidat. Viele denken mittlerweile, dass Spahn besser geeignet sei für die Spitze. Spahn könnte aber nur für den CDU-Vorsitz kandidieren, wenn Laschet ihm von sich aus den Vortritt ließe – sonst würde der Gesundheitsminister als intrigant gelten. Doch wie könnte Laschet das tun, ohne sich selbst als Ministerpräsidenten des größten Bundeslands zu beschädigen? Aus dieser Überlegung rührt wohl die Bundespräsidentenspekulation.

Spahn hätte gegenüber Laschet auch einen Vorteil: Es wird ihm zwar die Kanzlerkandidatur zugetraut, er könnte aber angesichts seines jungen Alters von 40 Jahren die Kandidatur auch dem CSU-Vorsitzenden und bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder antragen, ohne sich selbst zu beschädigen.

Söder hat momentan in der Bevölkerung die mit Abstand besten persönlichen Werte unter Unionspolitikern, wenn es um die K-Frage geht. Er sagt zwar immer, sein Platz sei in Bayern. Das lässt sich aber auch so übersetzen, dass er gern zur Kanzlerkandidatur gebeten und gerufen werden möchte.

Tobias Peter

CSU-Frontmann Markus Söder erlebt seit der Corona-Pandemie in Umfragen ein Hoch. In Sachen Selbstinszenierung ist Söder bekanntlich nichts peinlich. Ein Best-of.

Kommentare