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In den Straßen liegen Leichen nach den Auseinandersetzungen zwischen nigerianischen Taliban und Sicherheitskräften.
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In den Straßen liegen Leichen nach den Auseinandersetzungen zwischen nigerianischen Taliban und Sicherheitskräften.

Nigeria

200 Leichen auf der Straße von Maiduguri

Hunderte Todesopfer haben Sicherheitskräfte nach den heftigen Kämpfen mit den radikal-islamischen Rebellen geborgen.

Maiduguri. Nach fast einer Woche heftiger Kämpfe zwischen nigerianischen Sicherheitskräften und radikal-islamischen Rebellen haben die Behörden am Freitag Hunderte Todesopfer geborgen. Allein in den Straßen der im Norden gelegenen Stadt Maiduguri seien 200 teils aufgedunsene Leichen aufgefunden worden, sagte ein Sprecher des Roten Kreuzes der Nachrichtenagentur Reuters.

Insgesamt kamen somit mindestens 300 Menschen bei den Gefechten gegen die Anhänger der antiwestlichen Boko Haram Sekte ums Leben gekommen, die meisten von ihnen Islamisten. Der 39-jährige Rebellen-Anführer Mohammed Yusuf war zuvor mit mehreren Gesinnungsgenossen in Polizeigewahrsam erschossen worden.

Während die Regierung von einem Schusswechsel bei einem Fluchtversuch sprach, verurteilte eine Menschenrechtsorganisation Yusufs Tötung als schockierenden Rechtsbruch.

Geschützt von Militär- und Polizeipatrouillen stapelten Mitglieder der Gesundheitsbehörden die Leichen auf offene Lastwagen. Einige der Toten hatten tagelang in den Straßen gelegen. "Bis gestern haben wir mehr als 200 Leichen gezählt", sagte Aliyu Maikano vom nigerianischen Roten Kreuz.

In zwei Krankenhäusern der Stadt würden noch 182 Menschen wegen Schuss- und Stichverletzungen sowie Machetenhieben behandelt. Etwa 3500 Menschen harrten zudem in den Kasernen aus, wohin sie nach dem Ausbruch der Gewalt am Sonntag geflüchtet waren. Ermutigt durch den Tod von Yusuf begännen sie jedoch, in ihre Häuser zurückzukehren, sagte Maikano.

Boko Haram - wörtlich "Westliche Bildung ist Sünde" - ist eine radikale Moslem-Gruppe, die die Errichtung eines islamischen Gottesstaates fordert und sich an den Taliban in Afghanistan orientiert. Nach der Festnahme mehrerer Sektenmitglieder am Sonntag hatten sie in mindestens vier Bundesstaaten Kirchen, Polizeiwachen, Gefängnisse und Regierungsgebäude angegriffen.

Der Dachverband der Muslime in dem Ölstaat, Jama'atu Nasril Islam, verurteilte die Gewalt. Nigeria ist in einen überwiegend muslimischen Norden und christlichen Süden getrennt.

Auch am Freitag gingen die Kämpfe weiter. Die Regierung hoffte jedoch, dass der Tod von Yusuf die Sekten-Anhänger entmutigen würde. Seine Leiche wurde gemeinsam mit der von anderen mutmaßlichen Anhängern vor der Polizeiwache in Maiduguri auf dem Boden zur Schau gestellt. Ein Reuters-Mitarbeiter sah 23 Tote, bei denen offenbar frische Einschusswunden zu erkennen waren.

Hunderte Menschen fanden sich ein. "Ich will die Leiche von Mohammed Yusuf sehen, um den Mann kennenzulernen, der uns so viel Schmerz und Leid zugefügt hat", sagte ein Anwohner. "Möge seine Seele in der Hölle schmoren." Die Regierung erklärte, Yusuf und seine Anhänger seien bei einem Fluchtversucht getötet worden.

Menschenrechtsgruppen haben dagegen erklärt, offenbar habe es sich um eine Art Hinrichtung gehandelt. Ein Sprecher von Human Rights Watch sprach von einem "schockierenden Beispiel für die Verachtung der nigerianischen Polizei für den Rechtsstaat". (rtr)

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