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USA legen Pläne für irakische Regierung auf Eis

Armee räumt Probleme bei der Wiederherstellung der Sicherheit ein / Cousin Saddams festgenommen

BAGDAD, 18. Mai. Generalmajor William Webster sagte am Wochenende, die US-Streitkräfte seien von dem Tempo überrascht worden, mit dem sich der irakische Militär- und Polizeiapparat aufgelöst habe. "Wir haben nicht erwartet, dass ganze Einheiten ihre Ausrüstung einfach liegen lassen und in Zivilkleidung wechseln", sagte der General. "Wir haben nicht erwartet, dass die Polizisten einfach nach Hause gehen." Mit der gerade erfolgten Aufstockung der Truppen von 16 000 auf 25 000 Soldaten solle das Machtvakuum gefüllt werden. Ferner habe die Militärpolizei, unterstützt von irakischen Polizisten, die Zahl der Nachtstreifen verdoppelt.

Bremer verständigte sich nach eigenen Angaben mit irakischen Politikern über die drei wichtigsten Aufgaben: Wiederherstellung der Sicherheit, Aufbau der Demokratie und Ausschalten der Reste der Baath-Partei Saddam Husseins. Die New York Times meldete am Wochenende, die USA hätten ihre Pläne für eine frühzeitige Machtübergabe an Iraker aufgegeben. Dem Bericht zufolge wollen die USA und Großbritannien nun doch nur eine irakische Übergangsverwaltung einrichten, die den Besatzungsmächten beim Wiederaufbau zur Seite steht. Ursprünglich sollte die Übergangsregierung Anfang Juni ernannt werden. Zur Wiederherstellung von Sicherheit und Ordnung wolle Bremer den ehemaligen New Yorker Polizeichef Bernard Kerik ins Land holen, teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Kerik führte die New Yorker Polizei durch die Wirren nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001. Am Sonntag reiste Bremer nach Mosul in Nordirak. Dort waren Gespräche mit dem von den USA eingesetzten Stadtrat vorgesehen.

Unterdessen wurde die Nummer zehn auf der US-Liste der 55 am meisten gesuchten Funktionäre des ehemaligen irakischen Regimes festgenommen. Bei dem Festgenommenen handelt es um ein ranghohes Mitglied der Republikanischen Garde und Cousin des gestürzten irakischen Machthabers Saddam Hussein, General Kamal Mustafa Abdallah Sultan El Tikriti. Der General habe sich am Samstag selbst gestellt, hieß es in einer Erklärung des US-Oberkommandos Mitte in Florida. Auch die Nummer 52 ging den USA ins Netz: Adilabdillah Mahdi el Duri el Tikriti, oberster Kommandeur der Baath-Partei in einem Bezirk nahe Tikrit.

Bei einer Reihe von Zwischenfällen wurden mehrere US-Soldaten verletzt. Wie das US-Zentralkommando mitteilte, eröffneten Unbekannte am Samstag das Feuer auf einen Armee-Lastwagen in der Nähe von Habbanija und verletzten zwei Soldaten leicht. Am Abend wurde ein Tanklaster der US-Armee, der neben einem Benzinlager in Bagdad stand, von einer Granate getroffen und zerstört. Bei einem Unfall mit nicht explodierter Munition in Bagdad starb ein Soldat, drei wurden verletzt.

Dossier: Irak nach dem Krieg

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