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Lebenszeichen von FDP-Politiker Westerwelle

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Von: Thomas Kröter

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Guido Westerwelle zeigte sich am Wochenende auf einem Reitturnier in Aachen.
Guido Westerwelle zeigte sich am Wochenende auf einem Reitturnier in Aachen. © dpa

Der erkrankte Ex-Außenminister und frühere FDP-Chef kehrt nach und nach in die Öffentlichkeit zurück. Aber der lange Zeit strahlende Held seiner Partei wirkt angestrengt und müde. Der Kampf gegen die Krankheit ist längst nicht vorbei.

Am Montag kurz nach 10.30 Uhr hat er sich auf Facebook gemeldet: „Ich danke herzlich für die guten Wünsche“, schreibt Guido Westerwelle und fügt hinzu: „Ich bin zuversichtlich. Es wird werden.“ Seitdem klicken immer wieder Menschen aus ganz Deutschland unter dem kurzen Text auf „gefällt mir“.

Am Ende der schwarz-gelben Koalition war der frühere FDP-Chef zum unbeliebtesten Politiker des Landes avanciert. Aber sein persönliches Schicksal rührt an. Vor einem Jahr wurde bekannt, dass er an Leukämie erkrankt ist. Seither kämpft er um Gesundheit und Leben. Anlass der aktuellen Anteilnahme sind Fotos in der „Bild“-Zeitung, die den 53-Jährigen auf dem Aachener Chio-Reitturnier zeigen.

Dort hatte Westerwelle gemeinsam mit seinem Mann einen Monat nach der erschütternden Diagnose auch seinen ersten öffentlichen Auftritt absolviert – mit Base-Cap und von der Chemotherapie gezeichnet. Partner Michael Mronz organisiert das größte Reitturnier der Welt.

Im Herbst hatte Westerwelle, der selbst aus einer pferdeverrückten Familie stammt, in Köln neues Knochenmark transplantiert bekommen. Über vier Monate lag er in der Universitätsklinik. Danach zog er sich aus der Öffentlichkeit zurück und verbrachte die meiste Zeit in seinem Haus auf Mallorca. Gelegentlich konnte man ihm auf dem Köln-Bonner Flughafen begegnen.

Schritt für Schritt zurück in die Öffentlichkeit

Die „Westerwelle-Foundation“, die er nach seinem Ausstieg aus der Politik zur Förderung der internationalen Zusammenarbeit geschaffen hat, muss vorerst ohne ihren Gründer auskommen. Aber der frühere Außenminister kehrt Schritt für Schritt in die Öffentlichkeit zurück – auch wenn er diese nicht gleich über jeden dieser Schritte informiert, wie er es in seiner Zeit als Politiker meist getan hat. Anfang Mai zum Beispiel traf er sich mit Angela Merkel. In deren griechischem Lieblingslokal „Cassambalis“ in Berlin plauderte man über alte und wohl auch die neuen Zeiten.

Die Bundeskanzlerin und ihr Vize hatten in den gemeinsamen Regierungszeiten so manchen Strauß auszufechten. Aber das persönliche Verhältnis der beiden hat darunter offenbar nicht gelitten. Anders als von seinem Nachfolger Philipp Rösler fühlte sich Merkel von Westerwelle nie hintergangen. Als Vorsitzender hatte er seine Partei zum größten Wahlerfolg ihrer Geschichte geführt. Doch mit seiner einseitigen Ausrichtung auf Steuersenkungen manövrierte er die FDP in eine Sackgasse. Westerwelle wurde aus dem Amt gedrängt. Mit Rösler an der Spitze schied sie 2013 aus dem Bundestag aus.

Die aktuellen Fotos zeigen Westerwelle wieder mit vollem Haar. Aber der lange Zeit strahlende Held seiner Partei wirkt angestrengt und müde. Der Kampf gegen die Krankheit ist längst nicht vorbei.

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