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Wegen der Unruhen können Lebensmitteltransporter nicht in die Hauptstadt vordringen. Die Lebensmittel werden knapp.
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Wegen der Unruhen können Lebensmitteltransporter nicht in die Hauptstadt vordringen. Die Lebensmittel werden knapp.

Unruhen in Tunesien

Lebensmittel werden knapp

Unruhen und Ausgangssperre lassen in Tunis die Lebensmittel knapp werden. Die Feuergefechte in der tunesischen Hauptstadt dauern an. Ein deutsch-französischer Fotograf ist durch eine Tränengas-Granate getötet worden.

Unruhen und Ausgangssperre lassen in Tunis die Lebensmittel knapp werden. Die Feuergefechte in der tunesischen Hauptstadt dauern an. Ein deutsch-französischer Fotograf ist durch eine Tränengas-Granate getötet worden.

Wegen der Unruhen und den nächtlichen Ausgangssperre werden in Tunis die Lebensmittel knapp. „Wir haben seit drei Tagen kein Brot mehr bekommen“, sagte eine ältere Frau mit Kopftuch, die am Sonntagmorgen in einer langen Schlange vor der Bäckerei des Zentralmarktes stand. „Wir hatten uns alle mit Vorräten eingedeckt, aber es wird dringend Zeit, dass wir wieder einkaufen können“, sagte sie. Auf dem Markt waren nur etwa ein Viertel der Stände geöffnet. Händler klagten über ausbleibende Lieferungen wegen der Ausgangssperre. „Zum Glück gibt es Gemüse, aber Fleisch ist schwer zu finden“, klagte ein Mann.

In der tunesischen Hauptstadt Tunis ist die Armee am Sonntag weiter gegen Mitglieder der Leibgarde von Ex-Machthaber Zine el Abidine Ben Ali vorgegangen. Die früher direkt dem Präsidenten unterstellten Sicherheitskräfte weigerten sich aufzugeben, hieß es am Vormittag in Tunis. Die erneuten Schießereien in der Nacht stünden vermutlich damit in Zusammenhang. Wie viele Verletzte oder sogar Tote es bei den Auseinandersetzungen gab, war zunächst unklar.

Seit der Flucht von Ex-Machthaber Zine el Abidine Ben Ali ins saudi-arabische Exil gilt in Tunesien der Ausnahmezustand. Ben Ali hatte das Land am Mittelmeer 23 Jahre in autoritärer Herrschaft regiert und hinterließ Gewalt und Chaos. Auslöser seines Sturzes waren Massenproteste gegen Korruption und hohe Arbeitslosigkeit. Sie hatten sich in der vergangenen Woche zu einem Volksaufstand ausgeweitet. Der am Samstag vereidigte Übergangspräsident Foued Mbazaa soll nun Neuwahlen vorbereiten.

Kopfschuss aus dem Granatwerfer

Ein während der gewaltsamen Proteste in Tunesien verletzter deutsch-französischer Pressefotograf ist am Sonntag in einem Krankenhaus in Tunis gestorben. Nach Angaben der Agentur EPA erlag ihr Mitarbeiter Lucas Mebrouk Dolega am Morgen seinen Kopfverletzungen durch einen Schuss aus einer Tränengas-Granate. Der Chefredakteur der deutschen Nachrichtenagentur dpa sprach der Familie des Fotografen sein Mitgefühl aus.

Ein EPA-Vertreter in Paris sprach von einer „regelrechten Ermordung“. Die Organisation Reporter ohne Grenzen forderte eine genaue Aufklärung des Falls. Nach Angaben von EPA besaß der 32-Jährige die französische und deutsche Staatsangehörigkeit, da seine Mutter Deutsche war. Als Mitarbeiter von EPA belieferte Dolega verschiedene internationale Nachrichtenagenturen, darunter auch die deutsche dpa.

DPA-Chefredakteur Wolfgang Büchner erklärte am Sonntag, seine Agentur sei Dolega „unendlich dankbar für seinen mutigen Einsatz in einer gefährlichen Situation“. Der Fotograf habe dazu beigetragen, dass die Welt von den prekären Umständen in Tunesien erfahren habe.

Der 32-Jährige ist der erste ausländische Medienvertreter, der bei den Unruhen in Tunesien getötet wurde.

Ben Ali in Saudi-Arabien untergetaucht

23 Jahre war Zine El Abidine Ben Ali in Tunesien an der Macht - nach seiner überstürzten Flucht am Freitag verbrachte er am Samstag seinen ersten Tag im saudiarabischen Exil. Die Behörden des Königreichs bewahrten Stillschweigen über seinen genauen Aufenthaltsort. Sie teilten lediglich mit, den Präsidenten und seine Familie „den besonderen Umständen entsprechend“ empfangen zu haben. Augenzeugen zufolge fuhr ein Fahrzeugkonvoi kurz nach Ben Alis Landung in der Hafenstadt Dschiddah in Richtung eines am Meer gelegenen Luxushotels des Nobelviertels El Hamra. Laut der amtlichen libyschen Nachrichtenagentur Jana telefonierte Ben Ali am Samstag mit dem libyschen Revolutionsführer Muammar el Gaddafi.

Der gestürzte tunesische Staatschef pflegt seit langem enge Beziehungen zu den Angehörigen des saudiarabischen Königshauses, vor allem zu Innenminister Prinz Najef Ben Abdel Asis. Saudi Arabien hatte schon in der Vergangenheit Staats- und Regierungschefs Exil geboten. Der berühmteste ist der ehemalige ugandische Diktator Idi Amin Dada, der 1979 ebenfalls in Dschiddah Zuflucht suchte und bis zu seinem Tod 2003 dort lebte. Zuletzt verbrachte der ehemalige pakistanische Staatschef Nawaz Sharif knapp acht Jahre im saudiarabischen Exil, er floh im Jahr 2000 nach dem Putsch von General Pervez Musharraf in das Königreich am Golf. (dpa/afp)

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