Fall in Torgau

Lebenslange Haft nach Schüssen auf Syrer

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Das Leipziger Gericht verurteilt Kenneth E. und ordnet Sicherungsverwahrung für ihn an. Fremdenfeindliche Motive für die Tat in Torgau sieht es aber nicht.

Nach den lebensgefährlichen Schüssen auf einen Syrer im sächsischen Torgau ist der Angeklagte Kenneth E. zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Das Leipziger Gericht sah es als erwiesen an, dass E. in der Nacht zum 7. Juli 2017 auf dem Marktplatz der 20.000-Einwohner-Stadt mit einer modifizierten Schreckschusspistole ansatzlos zwei Kugeln in die Brust von Fawad A. feuerte.

Eine fremdenfeindliche Motivation für die Tat konnte das Gericht dabei nicht erkennen, auch wenn Indizien auf eine rechtsextreme Überzeugung des Täters wiesen. Es verurteilte den Angeklagten wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit Körperverletzung und ordnete zudem Sicherungsverwahrung an.

Es seien in Torgau „zwei Welten aufeinandergetroffen“, erklärte Richter Hans Jagenlauf, als er die Geschehnisse der Sommernacht aus der Sicht der Kammer zusammenfasste. Auf der einen Seite seien die beteiligten Torgauer aus dem Alkoholikermilieu zu nennen, deren Geringschätzung gegenüber Migranten häufig im Prozess zu erkennen gewesen sei. Auf der anderen sei die Gruppe um Fawad A. gewesen, die ebenfalls nicht nur passiv und friedlich gewesen sei. So sei es zu mehreren Auseinandersetzungen gekommen, deren Höhepunkt eine Schubserei auf dem Marktplatz in der Tatnacht gewesen sei. Hier habe sich E. eingemischt und die Schüsse abgefeuert.

Der Angeklagte hatte dagegen erneut bekräftigt, während der Tatzeit geschlafen zu haben. Seine Verteidiger können gegen das Urteil Revision einlegen.

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