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Lebenslang für NS-Mörder

14. Juni 1968 Letzter Auschwitz-Prozess ist beendet

Das Urteil im dritten Frankfurter Auschwitz-Prozess ist gesprochen: Das Schwurgericht verurteilt die beiden ehemaligen Funktionshäftlinge Bernhard Bonitz (60) und Josef Windeck (64) zu lebenslanger Haft. Bonitz wird für einen Mord verurteilt, Windeck für zwei Morde und drei Mordversuche. Beiden werden ferner die bürgerlichen Ehrenrechte auf Lebenszeit aberkannt. Während der Urteilsverkündung bricht Windeck zusammen und muss ärztlich versorgt werden, Bonitz nimmt den Richterspruch unbewegt entgegen.

In der Anklageschrift waren Bonitz 72 und Windeck 117 Morde vorgeworfen worden. Während des Prozesses haben Zeugen sogar noch über weitere Mordtaten der beiden berichtet. In dem Prozess, der am 30. August 1967 begonnen hatte und an diesem 14. Juni endet, sind 130 Zeugen aus dem In- und Ausland gehört worden. Wie schon in den ersten beiden Auschwitz-Prozessen, geführt vom hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, sind auch beim dritten Verfahren Prozessbeteiligte nach Polen gereist, um in dem ehemaligen Vernichtungslager Ortsbesichtigungen vorzunehmen und polnische Zeugen zu hören.

Der Vorsitzende des Schwur-gerichts, Landgerichtsdirektor Hahn, hebt in der mehrstündigen Urteilsbegründung hervor, dass die Beweisschwierigkeiten in dem Prozess außergewöhnlich groß gewesen seien. Die Taten liegen mehr als 25 Jahre zurück, Zeugen hätten sich nicht mehr an Einzelheiten erinnern können, um sie lückenlos zu beweisen.

Dennoch sieht es das Gericht als erwiesen an, dass die Angeklagten zahlreiche Häftlinge bestialisch gequält haben. Bei Bonitz gilt zumindest ein Mord lückenlos erwiesen. Mit einem "Spezialschlag", einem beidhändig geführten Knüppelschlag ins Genick, hat er sein Opfer getötet. Ebenfalls als erwiesen gilt, dass Windeck zwei Häftling getötet hat. Einen, indem er den wehrlos am Boden liegenden Mann einen Knüppel über den Hals legte, sich mit beiden Füßen darauf stellte und so lange hin und her wippte, bis er tot war.

Beide Angeklagte wollen gegen das Urteil Revision beim Bundesgerichtshof einlegen. Ihre Verteidiger hatten auf Freispruch, beziehungsweise Einstellung des Verfahrens plädiert. Da die Karlsruher Richter noch immer mit den Revisionsanträgen aus dem ersten und zweiten Auschwitz-Prozess beschäftigt sind, werden noch Jahre verstreichen bis das Urteil im dritten Prozess rechtskräftig werden kann. ana

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