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Pandemie

Karl Lauterbach bei Markus Lanz: „Riesige Ausbrüche an Schulen“ ohne Impfung

  • Alexander Seipp
    VonAlexander Seipp
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SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach war am Dienstag zu Gast bei Markus Lanz (ZDF). Und warnte angesichts der Corona-Mutationen: „Wir Impfen gegen die Zeit“.

Hamburg – Es war sicherlich eine Mammutaufgabe, die sich Markus Lanz für seine dieswöchige Sendung im ZDF vorgenommen hatte: Corona-Mutationen, die explodierenden Zahlen in Taiwan und den Betrug in Corona-Testzentren, das alles sollte auf der Agenda stehen. Dies berichtet das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Eingeladen hat sich Lanz dafür einen, der derzeit fast allgegenwärtig scheint: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach.

Begonnen wurde mit Taiwan. Dort hatte der Virus dank frühen Abschottungs- und strengen Quarantänemaßnahmen lange Zeit kaum eine Chance. Doch jetzt, als viele Länder Rückgänge verzeichnen, scheinen die Corona-Zahlen dort zu explodieren. Lauterbach erklärt sich diese Tatsache vor allem mit einer Lücke bei der Quarantänepflicht von Pilot:innen, die das Virus verbreitet hätten. Eine in falsche Sicherheit gewogene Bevölkerung und eine niedrige Impfquote hätten den Rest getan. Die niedrige Quote liege laut Taiwans Staatspräsidentin auch daran, dass China sich in Impfstoffkäufe des Landes eingemischt hatte.

Karl Lauterbach bei Markus Lanz (ZDF): Corona-Mutationen verbreiten sich explosionsartig

Hinzu käme, dass Taiwan keine erste Welle gehabt habe, so das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Dadurch habe kaum jemand schützende Antikörper gegen das Virus entwickeln können, so Lauterbach. Explosionsartig verbreitet sich nun die Virusvariante B.1.1.7 (auch als Alpha oder britische Variante bekannt) im Land. In den Virusvarianten, die erst vor kurzem mit neuen Namen ausgestattet wurden, sieht Lauterbach die größte Gefahr. Diese verbreiteten sich „explosionsartig“ und in enormem Tempo. Die einzige Möglichkeit sei nun, das Land noch stärker abzuriegeln und so schnell es irgendwie gehe zu impfen.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erklärt bei Markus Lanz (ZDF) die aktuellen Corona-Entwicklungen.

Auch Deutschland könne aus den steigenden Zahlen in Taiwan lernen, ist Lauterbach überzeugt. „Wir impfen wirklich gegen die Zeit“, sagte er. Denn je mehr Virusvarianten auftreten, desto eher umgehen diese den Schutz der Impfstoffe. Man müsse die Mutationen daher immer mit im Blick behalten.

Corona in Deutschland: Karl Lauterbach optimistisch, dass die Zahlen niedrig bleiben

Dennoch ist Karl Lauterbach optimistisch: „Im Moment sind wir in einem schnellen Rückgang und das war genauso erwartet worden“, so der Mediziner. Die Corona-Lage in Deutschland entspanne sich, zitiert ihn das Redaktionsnetzwerk Deutschland Durch den Wegfall von Geimpften und Genesenen als mögliche Superspreader gebe es deutlich weniger Ansteckungen. Und das werde wohl auch so weitergehen. Insbesondere, wenn die Schnelltests weiterhin effektiv zum Einsatz kämen.

VirusvarianteNeue BezeichnungUrsprungsland
B.1.1.7AlphaGroßbritannien
B.1.351BetaSüdafrika
P.1GammaBrasilien
B.1.617.2DeltaIndien

Und damit hat er auch sofort den Finger in die Wunde gelegt, was auch Moderator Markus Lanz sofort bemerkte und ausnutzte: Was in den Test- und Impfzentren geschehen sei, das sei von „Scheinheiligkeit“ kaum zu überbieten. Lauterbach entgegnete, man habe diese Einrichtungen so schnell es geht etablieren müssen, gab aber zu, dass man „auf Tempo gearbeitet“ und sich darauf verlassen habe, „dass das gut geht“.

Karl Lauterbach über Corona-Impfzentren: „Einladung zum Betrug“

Lauterbach schätzt, dass der Betrug in hoher zweistelliger Millionenhöhe liegen könnte. Wenn die Testzentren zehn Prozent der Tests zwar abgerechnet, aber nie durchgeführt hätten, dann liege die Betrugssumme in einer „Größenordnung in Höhe von 70 Millionen Euro.“ Das System sei die Struktur der Testzentren „extrem anfällig“ für Betrug gewesen, sogar Friseure und Bars seien plötzlich zu Testorten geworden. Und ergänzt: „Das war eine Einladung zum Betrug.“

Bei der Impfung von Schulkindern soll es so schnell wie möglich losgehen, so Lauterbach. Der Vorstoß von NRW-Ministerpräsident und CDU-Vorsitzendem Armin Laschet, Kinder noch vor dem Schulstart im Herbst zu impfen, begrüßte er. Denn wenn die Kinder zum Schulstart nicht geimpft seien, dann werde man wegen der Mutationen „riesige Ausbrüche auch an den Schulen sehen“. Denn in Staaten mit niedriger Impfquote sehe man: „Bei Ungeimpften gehen die neuen Varianten ab wie Schmidts Katze“. (als)

Rubriklistenbild: © Stefanie Loos/afp

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