Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Karl Lauterbach und Olaf Scholz: Beide kämpfen gegen prominente Konkurrenz um ihr Direktmandat.
+
Karl Lauterbach und Olaf Scholz: Beide kämpfen gegen prominente Konkurrenz um ihr Direktmandat.

SPD-Gesundheitsexperte

Bundestagswahl 2021: „Votum für Corona-Politik“ - Karl Lauterbach mit Erdrutschsieg in seinem Wahlkreis

  • Tim Vincent Dicke
    VonTim Vincent Dicke
    schließen
  • Mirko Schmid
    schließen

Gesundheitsexperte und SPD-Politiker Karl Lauterbach feiert bei der Bundestagswahl 2021 in seinem Wahlkreis einen deutlichen Sieg – und darf auf einen Posten hoffen.

Update vom Montag, 27.09.2021, 07.20 Uhr: Der SPD-Politiker Karl Lauterbach hat seinen Wahlkreis Leverkusen - Köln IV mit 45,6 Prozent der Erststimmen zum fünften Mal gewonnen und bleibt im Bundestag. Vor der Wahl hatte der Gesundheitsexperte sein Interesse am Posten des Bundesgesundheitsministers bekundet. Sein erneut errungenes Direktmandat bei der Bundestagswahl sieht Lauterbach als „Votum für unsere Corona-Politik“.

Bundestagswahl 2021: Eindeutige Ergebnisse in Wahlkreis von Karl Lauterbach

+++ 20.20 Uhr: Karl Lauterbach steht vor einem starken Sieg im Wahlkreis 101 (Leverkusen – Köln IV). Nach 48 von 123 ausgezählten Stimmbezirken steht der SPD-Gesundheitsexperte mit großem Abstand auf dem ersten Platz. Er erreicht demnach 43,82 Prozent. Die CDU-Kandidatin Serap Güler liegt mit 16,35 Prozent auf Platz zwei, die Grünen folgen mit Nyke Slawik (13,59 Prozent) auf dem dritten Rang (Stand 20.04 Uhr).

Da noch nicht alle Stimmen ausgezählt sind, können sich die Anteile der Direktkandidat:innen im Lauf des Abends verändern. Derzeit deutet jedoch alles auf einen Wiedereinzug von Karl Lauterbach in den Bundestag hin. Nach einem spannenden Rennen mit der CDU-Kandidatin sieht es nicht aus.

Bundestagswahl 2021: Verpasst Karl Lauterbach (SPD) den Einzug ins Parlament?

Update vom Sonntag, 26.09.2021, 19.22 Uhr: In Deutschland sind mittlerweile alle Wahllokale geschlossen, erste Hochrechnungen sehen die SPD knapp vor der Union. Ergebnisse aus den Wahlkreisen liegen allerdings noch kaum vor. Der prominente SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach muss in dem Wahlkreis 101 (Leverkusen – Köln IV) um sein Direktmandat für den Bundestag zittern.

Lauterbach tritt gegen die CDU-Konkurrentin Serap Güler an. Sie gilt als enge Vertraute des Unions-Kanzlerkandidaten Armin Laschet und Kritikerin des umstrittenen CDU-Politikers Hans-Georg Maaßen. Der Gesundheitspolitiker Lauterbach befindet sich weit unten (Platz 23) auf der SPD-Liste in Nordrhein-Westfalen.

Bundestagswahl 2021: Karl Lauterbach muss um Mandat fürchten

Erstmeldung vom Samstag, 25.09.2021: Berlin – Die Bundestagswahl 2021 steht vor der Tür, der Wahlkampf neigt sich dem Ende zu. Für die meisten Menschen in Deutschland bedeutet das, dass sie sich nun endgültig überlegen müssen, wem sie ihre Stimme geben. Der CDU um ihren Kanzlerkandidaten Armin Laschet? Der wiedererstarkten SPD um Olaf Scholz? Oder darf es mit Annalena Baerbock von den Grünen wieder eine Frau sein an der Spitze? Und dann wären da ja noch die Linkspartei, die FDP und ein Meer aus anderen Parteien, unter ihnen die Rechtspopulisten der AfD.

Doch für einige Menschen in Deutschland geht es um noch ein klein wenig mehr. Nämlich um ihren Arbeitsplatz und ihren Einfluss auf die Politik in den nächsten vier Jahren. Während der mediale Scheinwerfer vor allem auf die Drei gerichtet ist, die Bundeskanzlerin Angela Merkel im Kanzleramt nachfolgen wollen, bangen Dutzende um ihre eigene politische Karriere. Namentlich sind es vor allem jene, die bereits jetzt zur politischen Prominenz gezählt werden können, ihr Direktmandat aber alles andere als sicher haben.

Da geht es um Mandate, Diäten, Pensionen und vor allem: um eine Rolle auf der ganz großen Bühne der deutschen Politik. Während sich die meisten Spitzenpolitiker:innen einen sicheren Listenplatz ergattert haben und fast sicher in den nächsten Deutschen Bundestag einziehen werden, müssen andere zittern. Unter ihnen ist beispielsweise Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD und Dauergast bei Markus Lanz im ZDF.

Bundestagswahl 2021: Karl Lauterbach muss um seinen Einzug ins Parlament zittern

Denn Karl Lauterbach wurde von seinen Parteifreund:innen der SPD NRW mit Listenplatz 23 abgestraft. Der prominente Mediziner beklagte anschließend, dass zu viele Funktionäre seiner Partei nur an sich selbst denken würden und ihn selbst nicht mit einem aussichtsreichen Listenplatz bedacht hatten, obwohl er sich einbilde, bei den SPD-Mitgliedern durchaus beliebt zu sein. Nun muss Lauterbach aller Voraussicht nach seinen Direktwahlkreis gewinnen, um auch dem nächsten Bundestag anzugehören.

Und so einfach wird das nicht: Seine aussichtsreichste Konkurrentin im Wahlkreis 101 (Leverkusen – Köln IV) nämlich ist Serap Güler von der CDU. Und Güler ist nicht nur eine enge Vertraute ihres Ministerpräsidenten und Kanzlerkandidaten Armin Laschet. Vielmehr hat sich die türkisch-stämmige Politikerin im Amt der Staatssekretärin für Integration, Kinder, Familie, Flüchtlinge auch und gerade während der Corona-Pandemie einen Namen als Stimme der Armen und Benachteiligten gemacht, gilt als das moderne Gesicht ihrer Partei.

Als lauteste Kritikerin der Nominierung von Hans-Georg Maaßen als Direktkandidat der CDU in Thüringen hat Güler in einem Interview unter anderem verlauten lassen, dass ihre Mutter Angst davor habe, dass der Rechtspopulist in den Bundestag einziehen könnte. Gewinnt Güler tatsächlich ihren umkämpften Wahlkreis gegen Lauterbach, dann bleibt mit dem SPD-Promi wohl eine andere prominente Stimme der Corona-Politik außen vor und muss sich im Bundestag schon bald als Besucher anmelden, solange er nicht ins Amt des Bundesgesundheitsministers einzieht, das er offen anstebt.

Hans-Georg Maaßen muss seinen Wahlkreis in Thüringen gewinnen, wenn er in den Bundestag will

Apropos Maaßen: Dem CDU-Politiker und ehemaligen Verfassungsschutzchef geht es ganz ähnlich wie dem politisch weit von ihm entfernten Karl Lauterbach. Denn auch Maaßen wird nicht im Bundestag vertreten sein, sollte er seinen Wahlkreis 196 (Suhl – Schmalkalden-Meiningen – Hildburghausen – Sonneberg) nicht direkt gewinnen. Und das könnte eine Herausforderung werden. Zwar folgt Maaßen mit seiner Kandidatur einem CDU-Amtsinhaber, jedoch kandidiert niemand Geringeres als Biathlonlegende Frank Ullrich gegen ihn – für die SPD.

NameKarl Wilhelm LauterbachHans-Georg Maaßen
ParteiSPDCDU
PositionMitglied des BundestagsPräsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz a. D.
Alter58 Jahre (21. Februar 1963)58 Jahre (24. November 1962)
GeburtstortDüren, NRWRheindahlen, Mönchengladbach, NRW
Wahlkreis101 (Leverkusen – Köln IV)196 (Suhl – Schmalkalden-Meiningen – Hildburghausen – Sonneberg)

Und damit nicht genug: Die Grünen in Südthüringen haben dazu aufgerufen, nicht ihre eigene Kandidatin Stephanie Erben zu wählen, sondern die Erststimme an Ullrich zu geben. Michael Kellner, Bundesgeschäftsführer der Grünen, begründete diesen unüblichen Aufruf mit den Worten: „Ein Votum für Ullrich schützt die Demokratie und verhindert, dass eine nach rechtsaußen offene Stimme in den Bundestag einzieht.“ Rechtsaußen übrigens reagierte umgehend. Die AfD im Wahlkreis wirbt, ebenfalls auf den ersten Blick selbstlos, für Erststimmen für Maaßen.

Olaf Scholz und Annalena Baerbock kämpfen im selben Wahlkreis um das Direktmandat

Von Maaßen und Lauterbach abgesehen müssen auch andere Politikpromis um ihren Direktwahlkreis bangen. Darunter ist auch Olaf Scholz, der im Wahlkreis 61 (Potsdam – Potsdam-Mittelmark II – Teltow-Fläming II) antritt. Mit Maaßen hat er gemein, dass er einen Wahlkreis verteidigen will. Mit 26,1 Prozent nämlich gewann 2017 Manja Schüle von der SPD in Potsdam. Im Dezember 2019 legte sie ihr Mandat allerdings nieder, um als Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur in die Landesregierung Brandenburgs zu wechseln. Doch ausgemacht ist es nicht, dass Scholz tatsächlich die Nachfolge als direkt gewählter Abgeordneter antritt.

Denn die Widersacherin des SPD-Kanzlerkandidaten ist ebenfalls prominent. Sie heißt Annalena Baerbock und will wie Scholz ins Kanzleramt. Bereits 2017 trat sie im Wahlkreis 61 an und holte damals gerade einmal 8 Prozent der Wahlstimmen. Doch nun ist sie Parteichefin und Spitzenkandidatin einer Partei, die bundesweit im Vergleich zur letzten Bundestagswahl im Aufwind ist und rechnet sich realistische Chancen aus, Scholz ein Bein zu stellen. Doch anders als Lauterbach und Maaßen müssen weder Scholz noch Baerbock zittern: Selbst wenn sie verlieren, ziehen sie dank ihres jeweils sicheren Listenplatzes aller Wahrscheinlichkeit nach in den Bundestag ein. (Mirko Schmid)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare