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Bund und Länder beschließen neue Corona-Regeln: Wie lange gilt der Genesenenstatus?

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Von: Alina Schröder

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Nach scharfer Kritik passt das RKI den Corona-Genesenenstatus für Geimpfte erneut an.
Nach scharfer Kritik passt das RKI den Corona-Genesenenstatus für Geimpfte erneut an. © Frank Hoermann/Imago

Nachdem das RKI den Genesenenstatus zunächst verkürzt hat, wurde dieser nun erneut angepasst. Bund und Länder wollen die Frist erneut verlängern.

+++ 17.35 Uhr: Auf der Pressekonferenz nach dem Corona-Gipfel mit Olaf Scholz (SPD) sind neue Corona-Regeln beschlossen worden. Der Bundeskanzler verkündete, dass bis zum 20. März die Corona-Maßnahmen Stück für Stück mittels eines dreistufigen Plans entschärft werden soll. Die erste Stufe sieht Lockerungen im Privatbereich vor. Zusammenkünfte von Genesene und Geimpfte haben keine personelle Obergrenze mehr. Für Treffen mit Ungeimpften bleiben die derzeitigen Einschränkungen zunächst bestehen. Zudem wird 2G im Einzelhandel aufgehoben, dafür gilt dort eine FFP2-Maskenpflicht. Die geplanten Änderungen gelten, sobald sie von den einzelnen Bundesländern umgesetzt werden.

Update vom Mittwoch, 16.02.2022, 16.50 Uhr: Beim heutigen Treffen des Corona-Gipfels mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) haben Bund und Länder einen ersten Beschluss fix gemacht. Die Umsetzung des Drei-Stufen-Plans bis zum „Freedom Day“ am 20. März steht nun fest. In drei Etappen sollen nach und nach die Corona-Regeln in Deutschland gelockert werden. Konkret sieht der Plan wie folgt aus:

„Vor jedem Schritt bleibt in beide Richtungen zu prüfen, ob die geplanten Maßnahmen der Lage angemessen sind“, heißt es in der Beschlussvorlage des Bundes. Zugleich weist der Expertenrat der Bundesregierung darauf hin, dass die Ausbreitung der Omikron-Variante BA.2 zu erneut steigenden Inzidenzen und zu einer Verlängerung der Omikron-Welle führen könnte.

Erstmeldung vom Mittwoch, 16.02.2022, 10.20 Uhr: Berlin – Erst vor rund einem Monat entschloss sich das Robert Koch-Institut (RKI) dazu, den Corona-Genesenenstatus von sechs auf drei Monate zu reduzieren. Nach scharfer Kritik hat das RKI den Status nun angepasst und wieder verlängert. Aber auch Bund und Länder ziehen es in Erwägung, diese Regelung weiter zu überarbeiten. Das gehe aus der ersten Beschlussvorlage des am Mittwoch (16.02.2022) stattfindenden Corona-Gipfels hervor.

Ohne es öffentlich zu kommunizieren, änderte das RKI die Dauer für den Genesenenstatus bereits Anfang Februar wieder. Wer geimpft ist und eine Covid-Infektion überstanden hat, gilt demzufolge von nun an wieder für sechs Monate als genesen. Für Ungeimpfte soll sich dem RKI zufolge hingegen nichts ändern.

Corona: RKI passt Genesenenstatus für Geimpfte wieder auf sechs Monate an

Zu der Frist von drei Monaten schreibt das RKI auf der Website: „Diese fachlichen Vorgaben für den Genesenennachweis beziehen sich ausschließlich auf Personen, die ungeimpft sind, d.h. weder vor, noch nach ihrer durchgemachten Infektion eine Impfung erhalten haben.“ Mitte Januar war die Dauer von drei Monaten jedoch auch für Geimpfte festgelegt worden. Diese Corona-Regelung des RKI wurde von einigen Expert:innen, wie Virologe Hendrick Streeck, stark kritisiert.

Apotheken hatten nach Angaben des Deutschen Apothekenverbands (DAV) die Gültigkeit der Genesen-Zertifikate bereits wieder angepasst: für Geimpfte auf sechs Monate (180 Tage) und für Ungeimpfte auf drei (90 Tage). Die verkürzte Dauer für Ungeimpfte soll dem Bericht zufolge auf dem Zertifikat nicht abgebildet werden, der Nachweis soll schließlich automatisch am 91. Tag seine Gültigkeit verlieren.

Auf seiner Website begründet das RKI die erneute Anpassung mit den bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Forschung deute demnach darauf hin, dass Ungeimpfte nach einer Infektion mit der Omikron-Variante einen geringeren Schutz vor einer erneuten Infektion hätten als noch bei der Delta-Variante.

Trotz Änderung des RKI: Bund und Länder planen Verlängerung des Corona-Genesenenstatus

Obwohl das RKI die Frist für geimpfte Genesene wieder angepasst hat, könnte die Regelung nun abermals geändert werden. Das geht aus der ersten Beschlussvorlage des Corona-Gipfels hervor. Bund und Länder halten offenbar eine Verlängerung des Genesenenstatus auf sechs Monate für Ungeimpfte und sogar auf neun Monate für zweifach Geimpfte für notwendig.

Auch möchte Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) dem RKI die Kompetenz zur Verkürzung des Genesenenstatus wieder entziehen, nachdem diese auf weitreichender Kritik gestoßen ist. Er wolle künftig selbst im Ministerium über Änderungen des Status entscheiden. Dies kündigte Lauterbach bereits vor der erneuten Anpassung durch das RKI Anfang Februar an. An seiner Entscheidung habe sich aber bis heute nichts geändert. „Über tiefgreifende Entscheidungen wie etwa den Genesenenstatus möchte ich selbst und direkt entscheiden“, sagte Karl Lauterbach der Bild-Zeitung. „Sonst trage ich die politische Verantwortung für das Handeln anderer.“ (Alina Schröder)

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