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Umgang mit Pandemie

Corona-Maßnahmen: Lauterbach fordert einen „letzten harten Lockdown“

  • Katja Thorwarth
    vonKatja Thorwarth
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SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach warnt angesichts der steigenden Inzidenz vor Werten von mehr als 200.

Update vom Montag, 29.03.2021, 10.00 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat angesichts der schnell steigenden Inzidenzzahlen in Deutschland einen „letzten harten Lockdown“ zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie gefordert. „Wir können es nicht so laufen lassen“, sagte Lauterbach im Westdeutschen Rundfunk. Andernfalls würden die Inzidenzzahlen in wenigen Wochen über 200 steigen.

Der SPD-Politiker plädierte einerseits für eine Pflicht zum Homeoffice und zu regelmäßigen Corona-Tests in den Betrieben. Außerdem sprach er sich für eine befristete Ausgangssperre am Abend aus. Die Bewegungsdaten der Handys zeigten, dass sich viele Menschen abends immer noch privat träfen. Das sei verständlich, müsse aber eine Zeit lang begrenzt werden.

Kritik übte der Gesundheitspolitiker an dem uneinheitlichen Vorgehen der Länder und den vielerorts zu beobachtenden Bemühungen, mit mehr Tests Lockerungen zu ermöglichen. „Die Wahrheit ist, wir müssen erst einmal wirklich Kontrolle in das Geschehen hineinbringen. Wir brauchen etwas, was das exponentielle Wachstum jetzt hemmt und das ist mit Lockerungen nicht zu machen.“ Zu glauben Tests seien der Königsweg, mit dem man den Anstieg der Inzidenzzahlen in den Griff bekomme, sei ein Fehler. „Das lässt sich durch Testen nicht alleine wegbekommen.“

Lauterbach fordert harte Corona-Maßnahmen - Im Südwesten wird in Hotspots gelockert

Update, 12.15 Uhr: Die Landesregierung von Baden-Württemberg lockert die Regeln für private Zusammenkünfte in Gebieten mit hohen Infektionszahlen. Treffen von zwei Haushalten mit bis zu fünf Personen sind von diesem Montag an auch in Gegenden mit mehr als 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner pro Woche erlaubt. „Dabei zählen Kinder bis einschließlich 14 Jahre nicht mit. Paare, die nicht zusammenleben, gelten als ein Haushalt“, heißt es in der Mitteilung des Staatsministeriums vom Sonntag zur neuen Corona-Verordnung. Eigentlich sieht die sogenannte Notbremse vor, dass sich in Hotspot-Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 nur ein Haushalt mit einer zusätzlichen Person treffen darf. Zuletzt hatte es geheißen, die Lockerung sei eine Sonderregelung für die Osterfeiertage.
 

Lauterbach wirft Corona-Modellregionen mangelnde Solidarität vor - „Feigenblätter für Lockerungen“

Berlin - Aufgrund der immer stärker ansteigenden Zahl an Corona-Neuinfektionen fordert SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rigide Maßnahmen zur Eindämmung der dritten Corona-Welle. Eine Opferbilanz in Deutschland von weit mehr als 100.000 Toten müsse unbedingt verhindert werden.

Corona-Pandemie: Rund 76.000 Todesfälle in Deutschland

„Wir müssen deutlich unter 100.000 Toten bleiben“, sagte Lauterbach, der Corona-Berater der Bundesregierung, dem Berliner „Tagesspiegel“ (Sonntagsausgabe). Bislang starben in Deutschland rund 76.000 Menschen nach einer Corona-Infektion. Zudem forderte Karl Lauterbach einen raschen neuen Corona-Gipfel, der eine mindestens zweiwöchige bundesweite nächtliche Ausgangssperre beschließen müsse. Außerdem forderte der SPD-Gesundheitspolitiker einen Stopp der für die Zeit nach Ostern geplanten Modellprojekte, bei denen die Corona-Restriktionen gelockert werden sollen. „Keine Öffnungen, keine Modellprojekte. Wir brauchen jetzt nicht Jugend forscht“, warnte Karl Lauterbach angesichts der Inzidenz-Werte.

Insbesondere das Vorgehen des Saarlands, wo es landesweite Lockerungen geben soll, kritisierte Karl Lauterbach im „Tagesspiegel“ als „unsolidarisch“. „Dort hat man zusätzliche Impfdosen bekommen, weil sie Grenzregion sind und sich dort die südafrikanische Mutante ausbreitet“, hob Lauterbach hervor. Die geplanten Öffnungen seien „aber auch unsolidarisch, weil wir damit unsere gesamte Botschaft kaputt machen“. Die Menschen müssten jetzt dringend und flächendeckend ihre Kontakte reduzieren.

Coronavirus in Deutschland: lauterbach gegen Modellversuche

„Die Modellversuche sind nichts anderes als Feigenblätter für Lockerungen“, sagte der SPD-Politiker. Es sei „eine illusorische Idee, dass wir lockern und trotzdem gehen die Corona-Fallzahlen runter“.

Lauterbach fordert jedoch nicht nur weitere Schutzmaßnahmen und Beschränkungen wegen des Coronavirus zur Eindämmung der Corona-Todeszahlen. Auch hält er eine zeitliche Streckung zwischen Erst- und Zweitimpfung auf drei Monate für möglich. Er halte beim Corona-Vakzin von Biontech/Pfizer „zwölf Wochen für vertretbar, auch wenn das über das eigentliche Zulassungsintervall hinausgeht“. Beim Corona-Impfstoff von Astrazeneca wurde der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung bereits auf zwölf Wochen erhöht.

Corona-Impfreihenfolge ändern? Lauterbach kritisiert scharf

Lauterbach rechnete vor, wenn es erst einmal nur Erstimpfungen gebe, könnten im zweiten Quartal 60 Millionen Bürger ihre erste Dosis und damit bereits einen hohen Schutz gegen das Virus bekommen haben.

Mit den Überlegungen von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller (SPD), die Impfreihenfolge zu ändern und wegen ihrer vielen Kontakte mehr jüngere Menschen zu impfen, kann Lauterbach nicht anfangen. Ältere Menschen hätten bei einer Corona-Infektion ein deutlich höheres Sterberisiko. „Diesen Menschen kann ich jetzt nicht vermitteln, dass 20-Jährige beim Impfen vorgezogen werden, damit sie Party machen können, ohne andere zu infizieren“, kritisierte der SPD-Gesundheitspolitiker. (ktho/afp)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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