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CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet gratuliert Reiner Haseloff, Parteikollege und Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, zum Sieg in der Landtagswahl 2021.
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CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet gratuliert Reiner Haseloff, Parteikollege und Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, zum Sieg in der Landtagswahl 2021.

Haseloff holt alle ab

Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Wo die vielen Stimmen für die CDU herkommen

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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Die CDU gewinnt die Landtagswahl Sachsen-Anhalt deutlich. Verlorene Stimmen lassen sich vor allem auf Verstorbene zurückführen.

Magdeburg – Etwas mehr als drei Monate vor der Bundestagswahl 2021* gelingt der CDU bei der Landtagswahl Sachsen-Anhalt ein sowohl wichtiger als auch beeindruckender Erfolg. Mit 37,1 Prozent bauen die Christdemokraten ihren Vorsprung vor der zweitstärksten Partei, der AfD, deutlich aus. 7,3 Prozentpunkte gewann die CDU dazu. Ein sogenanntes Wanderungsmodell zeigt, woher diese Stimmen kommen – und an wen man Stimmen verloren hat.

Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Woher kommen die neuen Stimmen für die CDU?

Das Wanderungsmodell von Infratest Dimap im Auftrag der ARD* kommt aus Befragungsergebnissen und früheren Wahlentscheidungen zustande. Auch Nichtwählerinnen und Nichtwähler sowie Verstorbene, Weg- oder Zugezogene werden dabei berücksichtigt.

Das Modell zeigt: Die CDU hat viele Nichtwählerinnen und Nichtwähler mobilisieren können. Ein Grund für die rund 61.000 neuen Stimmen könnten bestimmte Umfragen vor der Landtagswahl sein, nach denen sich die AfD als stärkste Kraft hätte durchsetzen können. Um einen solchen Rechtsruck zu vermeiden und die Position der CDU zu festigen, sind womöglich auch 18.000 Stimmen der Linken, 22.000 der SPD, 5.000 der Grünen, 11.000 der FDP, 10.000 von „Andere“ und 8.000 von Neuwählerinnen und -wählern dazugekommen. Von Zugezogenen erhielt die CDU demnach wohl um die 20.000 Stimmen.

Ein Einbrechen der CDU als Folge der Corona*-Politik, denkbar etwa aufgrund von Maskenaffären um Teile der CDU und Gesundheitsminister Jens Spahn* lässt sich also nicht erkennen, zumindest nicht in Sachsen-Anhalt. Auch in Umfragen zur Bundestagswahl hat die im Frühling schwächelnde CDU wieder aufholen können.

Reiner Haseloff wird wohl bald seine dritte Amtszeit als Ministerpräsident hintereinander antreten und erneut die Regierung in Sachsen-Anhalt anführen.

Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Wählerwanderung von der CDU

Den größten Verlust hingegen muss die CDU nicht etwa an eine andere Partei verzeichnen. Ein Teil der Wählerschaft ist seit der letzten Landtagswahl gestorben – laut Wanderungsmodell etwa 33.000 Leute. Weitere 24.000 ehemalige Wählerinnen und Wähler gaben in diesem Jahr überhaupt keine Stimme ab, 15.000 zogen weg. 6.000 Stimmen gingen an die AfD, 11.000 an die FDP, 7.000 an die SPD, jeweils 4.000 an Linke und Grüne, 8.000 an sonstige Parteien.

Stimmenverluste der CDU an:

AfD6000
Linke4000
SPD7000
Grüne4000
FDP11.000
Andere Parteien8000
Verstorben33.000
Nichtwähler:innen24.000
Wegzug15.000

Rund 30.000 Menschen, die vor fünf Jahren noch für die AfD gestimmt hatten, wurden zu Nichtwählerinnen und Nichtwählern, 22.000 starben. Etwa genauso viele entschieden sich dafür, ihr Kreuz bei der CDU zu machen. 15.000 kehrten Sachsen-Anhalt den Rücken. Zwischen AfD und Grünen gab es jeweils keine nennenswerte Wählerwanderung.

Proportional zum Wahlergebnis fällt die Sterbequote bei damaligen Wählerinnen und Wählern der AfD, Linken, SPD und FDP ähnlich wie bei der CDU aus. Bei Nichtwählerinnen und Nichtwählern ging ein überwiegender Teil auch in diesem Jahr nicht zur Wahl. Diejenigen, die es doch taten, entschieden sich vor allem für ein Kreuz bei der CDU oder AfD. (Lukas Rogalla) *fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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