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Landtagswahl in NRW: Das sind die Gründe für den grünen Wahlerfolg

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Von: Julius Fastnacht

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Bei der Landtagswahl in NRW erzielen die Grünen einen großen Erfolg. Scheinbar hat der Partei vor allem der Bundestrend geholfen.

Düsseldorf – Mona Neubaur (Grüne) zählt zu Recht zu den strahlenden Siegerinnen des Wahlabends. Bei der Landtagswahl in NRW verhalf sie ihrer Partei zu einem Stimmenanteil von 18,1 Prozent (Stand 22.16 Uhr), einem Plus von 11,7 Prozent im Vergleich zu 2017. Wieso lag ihre Partei am Sonntag (15. Mai) so hoch in der Gunst der Wähler:innen?

Daten des Wahlforschungsinstituts „infratest dimap“ legen nahe, dass Neubaur selbst wohl nicht maßgeblich für die Wahlentscheidung vieler Menschen war. Nur knapp zehn Prozent der Befragten identifizierten sie als entscheidenden Faktor für ihr Kreuzchen auf dem Stimmzettel. Fast 50 Prozent trauten sich kein Urteil zu, als es darum ging, die Arbeit der Spitzenkandidatin zu bewerten.

Landtagswahl in NRW: Bundestrend spielt Grünen in die Karten

Umso wichtiger ist deshalb wohl die Rolle der Bundespolitik. Denn Annalena Baerbock und Robert Habeck – mit Zufriedenheitswerten von über 60 Prozent – werden derzeit nicht nur im Vergleich zu Neubaur, sondern auch zu politischen Schwergewichten wie Olaf Scholz (SPD) oder Friedrich Merz (CDU) positiver bewertet.

Mona Neubaur, NRW-Spitzenkandidatin der Grünen, bei der Wahlparty. Bei der Wahl hilft Neubaur auch der Bundestrend ihrer Partei.
Mona Neubaur, NRW-Spitzenkandidatin der Grünen, auf der Wahlparty am Sonntagabend, 15. Mai. © Friso Gentsch/dpa

Gerade, was das Thema Außen- und Sicherheitspolitik in Zeiten des Ukraine-Konflikts angeht, sehen Wähler:innen laut „infratest dimap“-Erhebung die Arbeit der Grünen positiv. So unterstützen etwa 80 Prozent von ihnen Waffenlieferungen an die Ukraine – ein prozentual höherer Wert als der von SPD-, CDU- oder FDP-Unterstützer:innen. Auch bei der durch den Ukraine-Konflikt an Dynamik gewinnenden Frage der Energieversorgung sehen die Befragten die Grünen als kompetenteste Partei an.

Landtagswahl in NRW: Grüne erhalten Stimmen aus allen Lagern

Insgesamt gewannen die Grünen am Wahltag Stimmen in allen Lagern: 260.000 SPD-Wähler:innen, rund 140.000 Wählende von der CDU, gut 100.000 von der FDP. Auch einen erheblichen Anteil Nichtwähler:innen konnte die Partei für sich mobilisieren (30.000).

Fest steht aber auch: Bei den Arbeiter:innen und sozial Abgehängten schnitten die Grünen nicht gut ab. Auch beim Thema innere Sicherheit trauten der Partei wenige Wähler:innen Kompetenzen zu. Trotz alldem verteilte sich der Erfolg der Grünen über Bildungsschichten und Berufsgruppen hinweg. Gerade bei jungen Wähler:innen lag der Wahlanteil hoch: 28 Prozent der 18- bis 24-Jährigen stimmten gemäß „infratest dimap“-Umfrage für die Partei. Ein besserer Wert als der von CDU und SPD. (juf)

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