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Landtagswahl in Niedersachsen: Das müssen Sie wissen, bevor Sie wählen

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Von: Joshua Schößler

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Am 9. Oktober findet die Landtagswahl in Niedersachsen statt. Alles, was Sie dazu wissen müssen, erfahren Sie hier.

Hannover – Im Jahr 2022 finden in Deutschland viele Landtagswahlen statt, wenngleich es nicht so viele sind, wie im vorherigen Jahr. Am 9. Oktober ereignet sich die Landtagswahl in Niedersachsen. Circa 7,9 Millionen Menschen werden dazu aufgefordert, ihre Stimme im Wahllokal im flächenmäßig zweitgrößten Bundesland Deutschlands abzugeben.

Die wichtigsten Themen im Wahlkampf der diesjährigen Landtagswahl in Niedersachsen sind: innere Sicherheit, Bildung, Fachkräftemangel, Landwirtschaft, Pflege, Energieversorgung, Verkehrspolitik und Ärzteversorgung.

Landtagswahl in Niedersachsen: Was wird gewählt?

In Bundesländern wie Niedersachsen bezeichnet der Landtag das Landesparlament. Die gewählten Abgeordneten werden Mitglied des Landtags (MdL) genannt. Notwendig ist diese Struktur deshalb, weil die Bundesrepublik Deutschland ein Bund der Deutschen Länder darstellt, an welche er freiwillig Kompetenzen abgetreten hat. Dieses System wird Föderalismus genannt und ist auch so im Grundgesetz festgeschrieben.

Name des BundeslandesNiedersachsen
Gründung1. November 1946
Einwohner8.027.031
Fläche47.709,82 km²
Bevölkerungsdichte169 Einwohner pro km²
MinisterpräsidentStephan Weil

Der Landtag hat verschiedene Aufgaben. Dazu zählen die Kontrolle der Landesregierung, das Verabschieden von Landesgesetzen und die Gestaltung und Freigabe des Landeshaushalts. In die Gesetzgebung des Bundes darf sich der Landtag allerdings nicht einmischen.

Landtagswahl in Niedersachsen: Wie wird gewählt?

Dabei verfügen Wahlberechtigte über je zwei Stimmen: die Erst- und die Zweitstimme. Mit der Erststimme wird ein Wahlkreiskandidat und mit der Zweitstimme die Landesliste in Niedersachsen gewählt. Die Sitze im Landtag werden nach dem D’Hondt-Verfahren vergeben. Es gilt eine Fünf-Prozent-Hürde. Jedes Land ist in Wahlkreise eingeteilt, die ihrerseits wiederum in Stimmkreise unterteilt sind.

Die Landtagswahl in Niedersachsen wird nach fünf Kriterien durchgeführt. Diese sind:

Landtagswahl in Niedersachsen: Wer ist wahlberechtigt?

An den Wahlen zum niedersächsischen Landtag kann jede Person teilnehmen, die die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, mindestens 18 Jahre alt ist und seit mindestens drei Monaten in Niedersachsen ihren Wohnsitz hat. Selbst kandidieren darf, wer die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt und volljährig ist. Wer bereits im Bundestag oder im Europäischen Parlament sitzt, darf nicht zusätzlich in den Landtag einziehen.

Landtagswahl in Niedersachsen: Wie funktioniert eigentlich die Briefwahl?

Wer sich den Gang zur Wahlurne ersparen will, kann bei der Landtagswahl Niedersachsen auch per Brief wählen. Allerdings müssen Wähler einiges beachten, wenn sie den Besuch des Wahllokals vermeiden möchten.

Zunächst bekommt jeder Wahlberechtigte vor der Wahl eine Wahlbenachrichtigung per Post zugeschickt. In dieser befindet sich auch der Vordruck des Antrags für die Briefwahl in Niedersachsen - und zwar auf der Rückseite der Wahlbenachrichtigung. Diesen Antrag gilt es ausgefüllt an die angegebene Adresse zurückzuschicken. Das Porto muss leider vom Antragsteller gezahlt werden. Anschließend erhält man postalisch seine Wahlunterlagen.

Wichtig ist, bei der Briefwahl rechtzeitig die Wahlunterlagen abzuschicken, damit sie auch noch vor Schließung der Wahllokale in Niedersachsen am 9. Oktober eingehen. Meist ist es aber auch möglich, die Briefwahlunterlagen direkt vor Ort auszufüllen und abzugeben, sofern die Unterlagen persönlich im Rathaus oder der Gemeinde beantragt werden.

Landtagswahl in Niedersachsen: Wann gibt es erste Prognosen und Hochrechnungen?

Die Wahllokale in Niedersachsen öffnen am 9. Oktober um 8:00 Uhr und schließen um 18:00 Uhr. In diesem Zeitraum können die Wähler ihre beiden Stimmen abgeben. Um 18 Uhr gibt es trotzdem direkt erste Prognosen. Das liegt daran, dass diese nicht auf den Auszählungen beruhen, sondern auf anonymen Umfragen an den Wahllokalen. Dabei werden die Wähler auch gefragt, für wen sie sich bei der vergangenen Wahl entschieden hatten. Damit lässt sich die Wählerwanderung erfassen.

Dementsprechend gibt es voraussichtlich gegen 18:30 erste Hochrechnungen. Dabei handelt es sich dann tatsächlich um einen ersten Zwischenstand der Auszählung. Dieses Zwischenergebnis vermittelt in der Regel schon ein gutes Bild vom späteren Wahlergebnis - die Zahlen werden sich im Laufe des Abends aber noch etwas verändern. Auf das vorläufige amtliche Endergebnis muss wahrscheinlich ein paar Stunden länger gewartet werden. Erfahrungsgemäß steht es am späten Abend oder in der Nacht auf Montag fest. 

Landtagswahl in Niedersachsen: Welche Parteien und Spitzenkandidaten treten zur Wahl an?

Insgesamt treten 23 Parteien zur Wahl an, 14 mit einer Landesliste, wie der Landeswahlausschuss bekannt gegeben hat. Die restlichen neun stellen lediglich einen Direktkandidaten auf. Welche Parteien am 9. Oktober zur Wahl stehen:

Landtagswahl in Niedersachsen: Das sind die Spitzenkandidaten

Der derzeitige Ministerpräsident Stephan Weil von der SPD wird auch in diesem Jahr wieder zur Wahl antreten, er ist seit 2013 im Amt. Konkurrenz bekommt er von Bernd Althusmann von der CDU. Für die Grünen zieht eine Doppelspitze, bestehend aus Julia Hamburg und Christian Meyer, in den Wahlkampf. Stefan Birkner vertritt die FDP, der Spitzenkandidat der AfD ist Stefan Marzischewski-Drewes.

Im Hintergrund weht die Flagge von Niedersachsen. Im Vordergrund sind die Politiker Bernd Althusmann (CDU) und Stephan Weil (SPD) zu sehen.
14 Parteien sind für die Landtagswahl Niedersachsen 2022 zugelassen, darunter auch die CDU von Bernd Althusmann (links) und die SPD von Stephan Weil. © Julian Stratenschulte/Moritz Frankenberg/dpa/imago

Landtagswahl in Niedersachsen: Was kam bei der letzten Wahl 2017 heraus?

Bei der Landtagswahl 2017, die vorgezogen wurde, konnte sich die SPD mit 36,9 Prozent der Stimmen gegen die CDU mit 33,6 Prozent behaupten. Auf den übrigen Plätzen im Landtag von Hannover nehmen Abgeordnete der Grünen (8,7 Prozent), FDP (7,5 Prozent) und AfD (6,2 Prozent) Platz. Die Linke verpasste mit 4,6 Prozent den Einzug ins Landesparlament. Die Regierung aus SPD und CDU führt derzeit der sozialdemokratische Ministerpräsident Weil an, der zuvor bereits in einem Bündnis mit den Grünen gewesen war. Das Ergebnis der Wahl 2017 im Überblick:

SPDCDUGrüneFDPAfDLinke
36,9 Prozent33,6 Prozent8,7 Prozent7,5 Prozent6,2 Prozent4,6 Prozent

Allerdings gab es in dieser Legislaturperiode auch eine Besonderheit. Die ehemalige Grünen-Abgeordnete Elke Twesten trat 2017 aus der Fraktion aus – und ging zur CDU über. Dadurch verlor Rot-Grün die Ein-Stimmen-Mehrheit im Landtag. Im Anschluss wurden vorgezogene Neuwahlen ausgerufen, die die SPD gewann. Seitdem regiert, eher aus der Not heraus, die Große Koalition.

Landtagswahl in Niedersachsen: So funktioniert der Wahl-O-Mat

Für unentschlossene Wähler gibt es eine Entscheidungshilfe: der Wahl-O-Mat. Dabei handelt es sich um ein interaktives Tool, das als Entscheidungshilfe gedacht ist. Es wird von der „Bundeszentrale für politische Bildung“ für Landtags-, Bundestags- und Europawahlen zur Verfügung gestellt.

Mithilfe des Wahl-O-Mats ist es möglich, die eigenen politischen Standpunkte mit den programmatischen Punkten der Parteien abzugleichen. Allerdings verrät einem der Wahl-O-Mat nicht, wo man auf dem Stimmzettel sein Kreuzchen machen soll, sondern soll lediglich als Orientierungshilfe dienen. (Joshua Schößler)

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